am «Entwicklungskonzept Natur und Landwirtschaft ENL». Die Grundlagenberich- te, ein Modul «Natur und Landschaft» sowie ein Modul «Landwirtschaft» liegen nun vor. Der wichtigste Schritt, die Um- setzung, steht noch bevor. Nach einer Inter- essenabwägung sollen konkrete Massnah- men vorgeschlagen und realisiert werden. Zudem sollen auch endlich die im sogenann- ten «Broggi-Inventar» enthaltenen Natur- vorrangflächen gesetzlichen Charakter bekommen. Mit dem Inventar liegt eine aus- gezeichnete Grundlage für schützenswerte Biotope, Waldreservate, Landschaften und Naturdenkmäler vor. Diese Legalisierung wird die Rechtssicherheit für Gemeinden, für die LGU und auch für BauherrInnen verbes- sern. Sie wird auch im Landesrichtplan vor geschlagen, allerdings mit Einschränkungen. Schützenswerte Objekte im Siedlungsraum Das Amt für Wald, Natur und Landschaft hat eine gute Grundlage für den Land- schaftsschutz im Siedlungsgebiet geschaffen. Die Landschaftsarchitektin Nicole Bolomey hat für jede Liechtensteiner Gemeinde ein Inventar erstellt mit schützenswerten Objek- ten, Lebensräumen und Landschaften. Neben der Verbesserung der Rechtssicherheit soll diese Arbeit den allgemeinen Informati- onsstand über Natur und Landschaft im Siedlungsgebiet bei Gemeinden und Land er- höhen. Sie dient als Beratungs- und Ent- scheidungsgrundlage für die Beurteilung von Planungen, Baugesuchen und Rodungen. Die Inventare bieten eine fachliche Basis für zukünftige Gemeindeleitbilder, Entwicklungs- konzepte und andere Planungen. Sie sollen das Bewusstsein für den Landschaftswandel und den Respekt für Natur und Kultur för- dern. www.awnl.llv.li Eingriffsverfahren bei Einzonierungen Künftig muss bei Einzonierungen ein Ein- griffsverfahren nach Gesetz zum Schutz von Natur und Landschaft durchgeführt wer- den. Und zwar auch dann, wenn Landwirt- schaftsflächen über die Zone Übriges Gemeindegebiet «stufenweise» in Baugebiet umgewandelt werden sollen. Dies hat die Regierung in einem Entscheid zu einer priva- ten Einsprache gegen geplante Einzonierun- gen in Balzers festgehalten. Nach Art. 12 Abs. 1 sind Eingriffe in Natur und Landschaft «Veränderungen der Gestalt oder Nutzung Rauher Wind beim Landschaftsschutz Der Siedlungsdruck in den schönsten Naherholungsgebieten hält an. In vielen Gemeinden liegen Pläne für Einzonier- ungen, Grossprojekte und Hobbybauten im Landwirtschaftsgebiet auf dem Tisch, zum grossen Teil in sensiblen Gebieten. Die fachlichen Grundlagen für den Natur und Landschaftsschutz in Liechtenstein sind vorhanden, die Koordination lässt zu wünschen übrig. Der Wert einer intakten Landschaft ist schwierig zu vermitteln, die Wahrnehmung von Landschaft ist sehr emotional. In unserer Umweltbildungsarbeit schaffen wir Bezieh- ungen zur Natur. Wenn es um konkrete Pro- jekte in schützenswerten Gebieten geht, sind allerdings harte Fakten massgebend. Die LGU hat sich in den letzten Jahren vermehrt zu einem frühen Zeitpunkt involviert, um bei kritischen Standortscheiden für alterna- tive Lösungen zu werben. Wir geben Einblick in laufende Verfahren. Entwicklungsleitbild Natur und Landwirtschaft (statt Landschaft) ENL Die Interessenskonflikte zwischen Natur- und Landschaftsschutz einerseits und der produktionsorientierten Landwirtschaft andererseits sind gross. Zum Vollzug des Naturschutzgesetzes wird ein Natur- und Landschaftsschutzkonzept verlangt. Die zuständigen Ämter arbeiten seit längerem 8Natur&Landschaft Windschutzstreifen dienen Landwirtschaft und Artenvielfalt