7Aktion Velofahrt für die Region Stopp dem Transitverkehr Schwerverkehr belastet Mensch und Umwelt bis zu 10001mal so stark wie der PKW-Ver- kehr. Das ist nicht erstaunlich, handelt es sich doch um bis zu 40 Tonnen schwere Ungetüme, mit einer gewaltigen Kraft. Menschen an bela- steten Strassen reagieren höchst sensibel auf zusätzlichen Verkehr. Am wiedereröffneten Mont-Blanc-Tunnel wehrt sich ein grosser Teil der Bevölkerung gegen die neuerlich herein- schwappende Lastwagenflut. Doch es geht dabei nicht um einen engen egoistischen Blick- winkel, sondern um den Schutz der ganzen Alpen bzw. aller Alpenübergänge vor der stin- kenden und lärmenden Gefahr. Die Organisa- tion Initiative Transport Europe (ITE) ist dafür ein Beispiel. Sie verbindet Menschen aus allen Alpenländern zum gemeinsamen Kampf gegen den Schwerverkehr durch die Alpen (und ganz Europa) und für den Erhalt der Lebensgrund- lagen. In der Region Rheintal ist es das Komitee Stopp Transit A13, das sich gemeinsam gegen den Schwerverkehr und vor allem den Ausbau der Achsen für den Transitverkehr zur Wehr setzt. Die vom 10. bis 15. Juni 2002 durchgeführte Velotour drückte dieses Zusammenstehen, diese gemeinsame Sorge gegenüber dem Tran- sitverkehr sehr deutlich aus. 36 Organisationen stehen hinter dem Komitee. Vier Länder und zwei Sprachregionen stehen vereinigt für ein Ziel. Rund 80 Personen haben aktiv zum Gelin- gen dieses Anlasses beigetragen. Die Tour startete in Bregenz am Zollübergang Hörbranz mit der Aussage «Der Pfänder geht uns alle an». Der Pfändertunnel ist die Schleu- se, welche nicht geöffnet werden darf, will das Rheintal nicht vom Verkehr überrollt wer- den. Das Fernsehen ORF war vor Ort und brachte einen längeren Beitrag. Im Schweizer Ried, wo die umstrittene S18 grosse Naturwerte zerstören würde, fand die zweite Medienorientierung statt. In Tisis wurde der Letzetunnel thematisiert. Johannes Kaiser (Vorsteher Mauren), Johannes Rauch (Grüner Abgeordneter Vorarlberg) und Harald Lude- scher (Bürgermeister Frastanz) fanden klareWorte gegen den Letzetunnel. An die 50 Per- sonen aus der Gegend waren anwesend und machten die Medienkonferenz farbig und zu einer kleinen Manifestation für eine bessere Lösung der PendlerInnenfrage. In Vaduz übergab der grosse Velotross ein Schreiben an Regierungschef Otmar Hasler, der mit seiner Bereitschaft an der Medienkonferenz teilzunehmen der Tour und dem Anliegen einen grossen Dienst erwies. Die zentrale Aus- sage: «Das Liechtensteiner Unterland darf kein Transitkorridor werden, Lösungen sind gemeinsam zu suchen und zu finden.» Über Maienfeld, wo am 13. Juni ein Podium zum Thema Schwerverkehr – Tourismusverkehr unter Beisein von Regierungsrat Engler (Graubüden) stattfand ging die Reise dann über den San-Bernardino-Pass nach Grono, wo die Gruppe Moesano vivibile an der Medienkonferenz auf die Problematik des Schwerverkehrs für das Misox hinwies und klare Massnahmen forderte. Insbesondere die Lärmbelastung und die schlechte Luftqua- lität sind untragbar. Die A13 darf nicht als Transitroute für den Schwerverkehr miss- braucht werden, dies die klare Forderung. Die Velotour war ein grosser Erfolg. Es konnten sehr viele Menschen und Organisationen ver- netzt werden, es wurde sehr deutlich, dass Strassenbauten grösste Auswirkungen auch auf weit entfernte Orte haben, dass nur noch der Blick auf das Gesamtsystem Gültigkeit haben kann und dass partnerschaftliche Zusammenar- beit über Landesgrenzen hinweg von grösster Wichtigkeit ist. Die Tour hat dies symbolisch vorgeführt. An dieser Stelle dankt das Komitee allen, die zum Gelingen der Tour beigetragen haben.Informationen http://www.vcs-gr.ch Der Velotross vor dem Regierungsgebäude Alpenübergänge für den Transitverkehr 1Im vergleich eines Diesella- sters und einse Autos mit Katalysator produziert der Diesellaster100 bis 1000 mal mehr Staubpartikel pro gefahrenen Kilometer.