Hans Brunhart ist seit 1978 Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein und ist bereits seit seinem Eintritt in die Regierung im Jahre 1974 zuständiger Ressortchef für das Bildungswesen. Die bildungspolitische Bedeutung des Gymnasiums in Liechtenstein Von Hans Brunhart Am 15. September 1937 eröffnete der Orden der Maristen-Schulbrüder in der «Villa Blanca» in Vaduz das Collegium Marianum. Während 44 Jahren hat der Orden unter wechselvollen Umständen die Schule geführt, zwischen 1953 und 1962 ohne die obersten Klassen des Gymnasiums und während längerer Zeit durch Hinzufügung einer wirtschaftlichen Mittelschule. Im Jahre 1968 in «Liechtensteinisches Gymna- sium» umbenannt und schon vorher mit staatlichen Mitteln unterstützt, ist es seit 1981 eine staatliche Schule. Ich möchte diese drei historischen Kenndaten meinen Ausführungen zur bildungspolitischen Bedeutung des Gymnasiums für Liechten- stein voranstellen. Ebenso voranstellen möchte ich den Dank an alle, welche an dieser Schule mitge- baut haben, insbesondere an den Orden der Maristen-Schulbrüder, an die verschie- denen Schulleitungen und alle Lehrpersonen. Mit dem Liechtensteinischen Gymna- sium wurde ein Werk geschaffen, welches in mancher Beziehung typisch ist für die Geschichte unseres Landes in den vergangenen fünf Jahrzehnten, welches aber gleichzeitig auch eine Basis bieten soll für die Bewältigung der Zukunft. Die bildungspolitische Bedeutung des Liechtensteinischen Gymnasiums ergibt sich vor allem aus der Stellung des Gymnasiums innerhalb unserer Schulstruktur und aus der damit verbundenen Zielsetzung der Schule. Das Schulgesetz von 1971 widmet dem Gymnasium sieben Artikel. Dem Gymnasium fällt darin die Aufgabe zu, die Schüler in wissenschaftlichem Geiste zur Selbständigkeit des Denkens und Urteilens zu erziehen, in die Methoden geistiger Arbeit einzuführen und auf das Hochschulstu- dium vorzubereiten. Bereits beim Erlass des Schulgesetzes ging man davon aus, dass das Gymnasium verschiedene Typen anbieten könne oder solle, und zwar in einer Langform, die mit acht Schuljahren an die 5. Schulstufe der Primarschule anschliesst und in der Kurzform, die auf die 3. Schulstufe der Realschule aufbaut und fünf Schuljahre dauert. Als Grundtypus des Liechtensteinischen Gymnasiums wird im Schulgesetz der Maturatypus B bezeichnet, wobei, wie es heisst, nach Bedarf weitere Typen eingeführt werden können. Dies ist durch das 1983 in Kurzform 15