154 Aus Vielem Eines Im Schaffen Malins finden sich mehrere Werkstücke, welche aus einzelnen Teilen zu einem Ganzen gefügt wurden, das dann essentiell mehr als eben nur die Summe der Einzelteile ist. Der Anstoss zum Werk konnte der Wille zur Assoziation sein, wie in der Freiplastik Kommunikation NTB vor der HTL Buchs (44), oder der Wille, eine technische Produktion vorzu- stellen mit Konstruktionsteilen, wie bei /gas vor den Werkhal- len Hiltis (43), oder Ausdruck spielerischer Lust, mit Assem- blagen von Industrieprodukten der Firma Hilti ein sinnfrei erfreuliches Gebilde zu schaffen, wie in Technics von 1982. Diese Methode des Zusammenfügens von vorgearbeiteten Teilen zu einer präzisen Einheit entwickelte Malin zu einer eigentlichen künstlerischen Fertigung, die in dieser Weise wohl eine Innovation bedeutet. Das grosse farbige Stahl- Relief Wasser und Land in der Schwimmhalle von Balzers ist ein Höhepunkt dieser Kombinations-Technik (64, 65). Einen, vielleicht nur vorläufigen, Abschluss bildet das Grosse Stilleben der Jahre 1985/86 (115). Es misst über zwei Meter im Quadrat. In Zeichnungen wurden die Ideen zum Werk entwik- kelt, wurden die Kombinationsmóglichkeiten erprobt; in Gips entworfen wurde überprüft, wie weit sich die Vision in die Werkwirklichkeit einverwandeln liesse. Dann wurden in der Metallwerkstatt mit Hilfe von Facharbeitern die einzelnen Elemente in Stahlblech sehr genau angefertigt und in Email schwarz eingebrannt. Mit àusserster Práàzision wurden zuletzt die autonomen Teile, die genauestens passen mussten, zusammengesetzt und zu einem Werkstück montiert, das sich zur handwerklichen und künstlerischen Einheit fügte. Wir kennen Bauten grosser Meister, wie die Kapelle von Ronchamp des Le Corbusier, wo Architektur zur Raumplastik wurde. Im Falle dieses Grossen Stillebens ist man geneigt zu sagen, dass Reliefplastik in einer poetischen Dimension zur Architektur wurde. Die spiegelnde Schwarzglátte des Stille- bens erinnert an die Bühnenbild-Situation in der Pittura Metafi- sica von De Chirico's Grossem Metaphysiker (1917) mit dem es sich in einem Museé Imaginaire konfrontieren liesse.