148 Meditation Das Erfüllen von Aufgaben im Bereiche kirchlicher Kunst hat im Schaffen Malins eine wichtige Stellung. Besonderes Augenmerk hat er den Tabernakeln als Aufbewahrungsort des eucharistischen Brotes geschenkt. Wie immer auch die theologische Auslegung dieser liturgischen Speise sein mag, kommt dem in der Messfeier im Auftrag Jesu zum Zeichen der Liebesgemeinschaft gesegneten Brote erhóhte Bedeutung zu und damit auch seinem im Kirchenraum bereiten Gehäuse. Der an der Wand montierte Tabernakel von St.Martin zu Eschen/FL aus dem Jahre 1978, aus massiven polierten Bronzeelementen gestaltet, vereinigt die kosmischen Sym- bole Kreis, Quadrat und Kreuzkoordinaten (770). An den Ecken erscheinen als kleine Rondelle Figurationen für die vier Urelemente Erde, Wasser, Luft und Feuer. Der freistehende, wiederum aus polierten Bronzeelementen montierte Tabernakel von Feldkirch (1979) ist in seiner Grund- form als Würfel gebildet (772). Seine Seiten werden von Kuben und Quadern in schlichter Weise rhythmisiert; die Achsen der Waagrechten und Senkrechten sind bestimmend für die Form. Welch weiten Weg der Klärung der Bildhauer und Mensch Malin seit seinen Anfängen durchschritten hat, zeigt ein Rückblick auf ein Bronze-Relief aus dem Jahre 1954 (111). Diese Arbeit der Frühzeit mit bewegten organischen Formen voller Schwung und Drang und Emotion, die tänzerische Bewegtheit aus dem sinnlichen Leben gewonnen, ist noch ferne von der vergeistigten Ökonomie des Reifewerkes der letzten Jahre. Zeugnis für die langsam gewachsene, auch unter Verzicht gewonnene Ausgewogenheit und Dichte ist das Andachtsbild aus dem Jahre 1979 (773). Sein Material ist feingeschliffener Chromstahl. Dem Blicke des Betrachters ist die lebendige Ruhe dieses Werkes evident. Seine Aura der Stille überträgt sich beim Betrachten. Le Corbusier hat im Hinblick auf die Kapelle von Ronchamp ausgesagt, dass er in seinem Bauen harmonikale Masse und