469 Bezahlung einer Summe von 24.000 (?) Gulden zu betreiben, welche dieser vom verstorbenen Christoph von Liechtenstein geliehen hatte 0- Im Jahre 1450 erscheinen alle vier Brüder urkundlich zusammen. Herr Asch von Schönberg übergab ihnen den halben Theil aller der Güter, die von Otto von Meißau auf ihn ge ­ fallen, unter der Bedingung, daß sie ihn mit sechs Dienern und Pferden, wenn er in ihre Häuser einleiten wolle, unterhalten sollten 2). In demselben Jahre erhielt Johann vom Kaiser die Belehnung mit der schon erwähnten Feste Beckstall * 2 3 ). Es folgt nun 1451 der Erbvertrag, den wir schon besprochen haben. Früher schon und gleichzeitig erscheint Johann, alsbald mit ihm Heinrich (und auch, wie wir schon gesehen haben, sein Vet ­ ter Wilhelm) in die öffentlichen Angelegenheiten mit hineingezogen, die damals eine so äußerst verwickelte und verwirrte Gestalt an ­ nahmen, daß es nicht bloß schwer ist, den Faden herauszufinden und zu verfolgen, sondern auch fast gewagt erscheint, der einen oder andern der vielen sich bekämpfenden und mit einander strei ­ tenden Parteien das Recht zusprechen, diese Person rechtfertigen, jene verurtheilen zu wollen. Man kann darum nicht viel anderes thun, als die Thatsachen objektiv darzulegen und die Motive und Ursachen unparteiisch zu ergründen. Die drei Lande Böh ­ men, Ungarn und Oesterreich hatten damals einen gemeinsamen Herren in dem Knaben Ladislaus, der in der Vormundschaft des römischen Königs und Kaisers Friedrich stand und bei ihm erzo ­ gen wurde. Die Vormundschaft Friedrichs schloß aber nicht die Regierung ein; jedes der Länder wollte selbstständig sein, sich selber regieren und jedes derselben verlangte seinen jungen Her ­ ren bei sich, um, erzogen unter Mitwirkung des heimischen Gu ­ bernators oder einer ständischen Vormundschaft, einen willkom ­ menen Spiclball der inneren Parteien abzugeben. Ladislaus sollte in Wien, Prag und Ofen zugleich sein, und König Friedrich, ') Wurmbrand 7. 2) Liecht. Archiv R. 22. 3) B. 45.