7 97 auch die Heimarbeit reglementiert, ebenso 1944 der Weinhandel. 1952 kam die Änderung des § 5 der Ge ­ werbeordnung, daß für gewerbliche Tätig ­ keit juristischer Personen das Bedürfnis maßgebend ist. Die wirtschaftlichen Ver ­ hältnisse während des zweiten Weltkrieges und nachher nötigten wiederholt zu dra ­ stischen Maßnahmen, wie z. B. vorüberge ­ hende Gewerbesperre, Autotransportsperren und dergleichen. Hausierwesen, Handelsreisende Das Wandergewerbe wurde erstmals 1870 durch Gesetz geordnet, dem weitere Gesetze von 1916 und 1923 folgten. Erwähnt wer ­ den muß noch, daß durch den Zollvertrag auch das Schweiz. Handelsreisendengesetz übernommen werden mußte. Genossenscha fiswesen Erstmals wurde 1907 ein liechtensteinischer Gewerbeverein auf freiwilliger Basis gebil ­ det, dessen Statuten am 12. Juni 1907 von der Regierung genehmigt wurden. Der Verein hatte seinen Sitz in Vaduz. Die Statuten zeigen das Bemühen der Gründer für die Förderung der Standesinteressen und die Fortbildung. Es zeugt von der da ­ mals selbstverständlichen Verbundenheit des Gewerbes und der Landwirtschaft, wenn in § 17 bestimmt wird, daß bei einer allfälligen Auflösung des Vereins das Vermögen dem liechtensteinischen landwirtschaftlichen Ver ­ ein zufallen solle. Wie wir vorher gesehen haben, hat dieser Gewerbeverein bei der Schaffung der 1910er Gewerbeordnung kräf ­ tig mitgewirkt. Er wurde dann 1911 durch die Gewerbegenossenschaft abgelöst, deren Tätigkeit durch die 1915er Gewerbeordnung beendigt wurde. Erst in den 1920er Jahren wurde wieder ein privater Gewerbeverband gegründet, neben dem anfangs 1930 ein pri ­ vater Wirtschaftsrat existierte. Im Jahre 1936 wurde durch Gesetz die der ­ zeitige Gewerbegenossenschaft mit Pflicht ­ mitgliedschaft aller Gewerbeinhaber ge ­ schaffen und mit Statuten 1942 und 1955 ausgestattet, die Verordnungskraft haben. Von der Gewerbegenossenschaft zweigte sich 1946 die Industriekammer mit eigenem Sta ­ tut ab. Sozialpolitische Vorschriften 1931 und 1932 wurde die obligatorische Betriebs- und Nichtbetriebsunfallversiche ­ rung gesetzlich eingeführt und seither lau ­ fend ergänzt. 1941 und in den folgenden Jahren wurde die obligatorische Krankenversicherung in den Fabrikbetrieben angeordnet. 1946 erschien ein modernes Arbeiterschutz ­ gesetz mit zeitgemäßen Schutzbestimmun ­ gen für die Arbeitnehmer. Weitgehende Vorschriften wurden seit 1916 über die Sonn- und Feiertagsruhe erlassen, letztmals 1955. 1953 kam als wertvollste Errungenschaft die Alters- und Hinterbliebenenversicherung.