586 Wurmserjoch (2538 m über Meer) stationiert. Zu eigentlichen Kampfhandlungen kam es aber nicht. Am 4. September traf die Mannschaft gebräunt von den Gletscher-Exkursionen wieder in der Heimat ein unter Führung des später zum Hauptmann beförderten Peter Rheinberger. Am 23. August war der Frie ­ densvertrag zu Prag zum Abschlüsse gekommen, den der Ver ­ treter Oesterreichs auch namens des Fürsten von Liechtenstein unterschrieb. Als im Jahre 1867 der Gesetzentwurf über die Rekrutenaushebung für 1867 und 1868 vorgelegt wurde, sah sich der Landtag mit Rücksicht auf die durch den Krieg ge ­ schaffenen neuen politischen Verhältnisse und den Wegfall der Bundespflicht infolge der Auflösung des deutschen Bundes bewogen, den Fürsten zu bitten, von einer weiteren Unter ­ haltung eines Militärkontingentes abzusehen. Diesem Ansu ­ chen willfahrte der Fürst in der landesherrlichen Verfügung vom 12. Februar 1868. Das Land kam dadurch in die glück ­ liche Lage, sich ganz dem inneren Aufbau widmen zu können. Es blieb überhaupt von dort an von kriegerischen Verwick ­ lungen verschont. Eine rege Tätigkeit entfaltete sich an den Rheinschutz ­ bauten. Das neue Wuhrgesetz von 1865 und besonders der Rheineinbruch von 1868, der von Balzers bis Ruggell großen Schaden anrichtete, haben unsere arbeitsame Bevölkerung zu neuer Tätigkeit am Rhein angespornt. Da die Schweizer mit Beihilfe des Bundes und des Kantons auf ihrer Seite gewal ­ tige Hochwuhren erstellten, mußte dies auch auf unserer Seite geschehen, was aber den Mitteln entsprechend nur nach und nach möglich war. Dieses langsame Vorgehen hatte aber auch seine Vorteile, und die Deitragspflicht des Landes zu den Wuhrbauten wurde erleichtert durch ein unverzinsliches in zwanzig Jahresraten rückzahlbares Darlehen des Landesfürsten im Betrage von 175.000 fl. Wesentliche Kulturfortschritte machte das Land in der Landwirtschaft. Schon 1864 kam das Flurgesetz zustande. Roch wichtiger wurde das 1865 erlassene Gesetz für Verbesserung der Viehzucht, in welchem besonders die Vorschriften über das Zuchtmaterial von Bedeutung waren. Ebenso wichtig war das 1867 beschlossene Gesetz betreffend die Hebung der Alpwirt ­ schaft. Für die verschiedenen Zweige der Landwirtschaft ent ­ faltete der später gegründete landwirtschaftliche Verein rege Tätigkeit. Das Jahr 1865 brachte uns auch das neue Feuer- polizeigesetz mit der obligatorischen Feuerversicherung. Im Jahre 1870 wurde der Bau der Eisenbahn von Feld ­ kirch nach Buchs begonnen und schon in den sechziger Jahren