Einführend erklärt der Autor seine Intentionen für sein Werk, das auf eigenen Erinnerungen und auf Gesprächen mit älteren Leuten des Dorfes be- ruht und sich zum Ziel setzt, «das frühere karge Leben in unserem Dorf, unsere Eigenart, das eins- tige Leben der Dorfgemeinschaft, die Sorgen und Nöte, die Zufriedenheit trotz des wenigen, das man hatte, das Zusammenhalten und den Gemein- schaftssinn in Wort und Bild [fest zu halten] und unseren Kindern und Kindeskindern [weiter zu ge- ben]». Es will ohne Wertung und ohne wissen- schaftlichen Anspruch «erzählen, wie diese Dorfge- meinschaft gelebt hat, von ihren Freuden und Lei- den, von jung und alt. Es will Müsterchen aus dem Leben wiedergeben, den Dorfkosmos von früher ohne Eigenlob darstellen, ein Zeitzeuge sein für den steten Wandel». Das Thema der Publikation widme sich «uns und unseren Vorfahren. Es geht um uns Balzner und Balznerinnen. Für uns ist Bal- zers eine Welt für sich, oft sogar die Welt über- haupt». Für den Autor war die Gemeinde ein Spie- gelbild der «Welt im kleinsten Ort», in dem trotz des kargen Lebens Zufriedenheit, Zusammenhalten und Gemeinschaftssinn vorhanden gewesen sind. Landwirtschaft war weit- Das Zentrum von Balzers gehend Frauenarbeit. aus der Vogelperspektive, Aufnahme von 1931 um 1937 Der erste Band «Lebensraum» beschreibt in den einzelnen Kapiteln «Burg und Schloss», «Rhein und Rüfe», «Wind und Wetter», «Grenzen und Nachbarn», «Buchen und Föhren», «Föhn und Feuer», «Quellen und Brunnen» sowie «Haus und Stall». Den Anfang macht ein Kapitel «Mier z Bal- zers», in welchem Emanuel Vogt auf Dialekt, Ein- wohnerzahlen, traditionelle Tätigkeiten, frühere Ar- mut, Eigenwilligkeit der Menschen, regionale Grenzlage, die Frauen in Balzers, die Balzner im Ausland (Saisonniers und Auswanderer) sowie den Blick auf sich selbst zu sprechen kommt. Die Gemeinde Balzers erscheint als abhängig von den Naturgewalten Föhn, Feuer, Rhein und Rüfe, von Bedingungen, welche die Mentalität und den Cha- rakter der Leute prägten. Im Band zwei greift Emanuel Vogt persönliche Erinnerungen, Begebenheiten und kollektive Schick- sale auf, die nicht nur spannend erzählt, sondern auch volkskundlich informativ sind. Das themati- sche Spektrum spannt sich von der Geburt über die ganze Biographie des Dorfbewohners, über Ausbil- dung und Arbeitswelt, über soziale Sicherung, Ge- nerationen, Sterben und Tod. In den Abschnitten 252