statthaften Klagwerke platterdings abgewiesen, auch der beklagten Gemeinde Vadutz alle verur- sachte Kosten nach richterlicher Ermässigung, so wie den erweislich vermissten Nutzen, und ver- ursachten Schaden zu erstatten und zu ersetzen schuldig erkannt, auch der Gemeinde Schaan und ihrem Schriftverfasser die gebrauchte ungebührli- che, anzügliche Schreibart, mit Anbedrohung einer schärfern Ahndung für den Wiederbetretungsfall, nachdrucksamst verwiesen, die beklagte Gemeinde Vadutz dagegen mit der angestellten Injurienklage auf Abbitte und Genugthuung, ebenfalls abgewie- sen werden solle». Schaan versuchte, weiter zu prozessieren. Das Oberamt berichtete dazu an die Hofkanzlei:107 «Wir äusserten zwar den Wunsch, dass sich die Ge- meind Schan, die nicht nur den Prozess verloren hat, sondern auch in alle Kosten und verursachte Schäden verfällt worden ist, von weitern recht- l.Iichen] Prozeduren abstehen möchte: allein die Leute sind hievon nicht abzubringen; und damit sie uns nicht wieder perhorreficiren und als par- teyl.[ich] ausrufen: So haben wir den sichersten Weg gewählt, und bitten gehorsamst uns die Weisung zugehen zu lassen». Aus Wien kam dann am 9. November 1801 der fürstliche Auftrag ans Oberamt, die Gemeinde «weilen res judicata vor- handen» schlechterdings abzuweisen.108 Es blieb bei der Teilung und den Grenzen von 1797. 1811 schliesslich wurde auch noch der gemeinsam genutzte Wald bei Planken zwischen den drei Dör- fern aufgeteilt.109 Das Teilungsgeschäft war damit abgeschlossen, die Gemeindegrenzen waren fest- gelegt. Anhand der zeitgenössischen Vermessungsplä- ne110 und Verzeichnisse111 aus dem Jahre 1797 lässt sich das geschilderte Teilungsgeschäft etwas näher illustrieren. Zur Verteilung zwischen Schaan und Vaduz kamen 1797 unter der Landstrasse rhein- wärts 1960 815 Klafter Auen, Wiesen und Riede, ob der Strasse 1329 035 Klafter an «Weidgang und Waldungen». Schaan wurden unter der Landstras- se 1 260 143 Klafter, ob der Strasse 739 342 Klaf- ter mit einem Schätzwert von total 74 527 Gulden zugeteilt. Vaduz bekam unter der Landstrasse 700 671 Klafter, ob der Strasse 589 692 Klafter mit einem Schätzwert von insgesamt 63 547 Gulden. Pro teilnehmende Hausstätte errechnete sich so ein Anteil von insgesamt etwa 12 000 Klaftern Boden.112 Noch nicht verteilt wurden die von Vaduz, Schaan und Planken gemeinsam genutzten Böden und die «MayenAtzung» auf dem Plankner Ried mit einer Fläche von 213 217 Klaftern. Ebenso erst spä- 107) LLA RA 32/1/178, Oberamt an Hofkanzlei, 13. Oktober 1801. 108) LLA RA 32/1/179. Hofkanzlei an Oberamt. 9. November 1801. 109) LLA RB S8, Nr. 268pol.. GAP 106, Teilungsprotokoll vom 7. November 1811. 110) Im Landesarchiv befinden sich dazu zwei grossflächige Plan- blätter. 1797 erstellt von den beiden Feldmessern Kaspar und Johann Michael Moser, Vater und Sohn, aus Dornbirn (LLA K34 u. K35). Das erste Blatt trägt den Titel «Mapa oder Blan von der Obern Au am Rhein zu Fadutz alwo das Slarkgelbe der Gemeinde Fadutz und das Schwach gelbe der Gemeinde Schau zugetheilt worden», auf der Rückseite «Mapa oder Blan von der Au am Rhein, zu Fadutz. so die Gemeinde Fadutz und Schan gehören, wie selbe jeder zu- getheilt worden». Das zweite Blatt ist bezeichnet mit «Mapa oder Blan von dem Schan ried und Banried und Blangner Ried, wie auch der Mayen trätigen Wiessen, alwo auf dem Algemeinen Ried und Auen das Starck Gelb geduschte der Gemeind Fadutz und schwach Gelbe der Gemeinde Schan zugetheilt worden», auf der Rückseite mit «Mapa oder Blan von dem Schan- und Banried. wie auch der Mayenträligen Wiessen so der Gemeinde Fadutz und Schan in der Liechtensteinischen Herrschaft Fadutz». Ebenfalls vorhanden ist ein nicht datierter Plan über die Vermessung der Waldparzellen um Planken mit dem Titel « Mapa oder Blan von der Abgemessenen Waldung auf Pla[n]gen, was selbe von einem bezirg oder Linie bis an die andere Mass hab. für die Löbl. Gemeind Schan und Faduz, so im Jahrgang 1797 Abgemessen worden durch mein Joh: Kaspar Mässer. Feldmesser von Dornbiern» (LLA o.S. bei RB S8 Nr. 268 pol./ neu in Plansammlung). Der Plan wurde zweifellos gleichzeitig mit den genannten beiden Blättern von den Feldmessern Moser erstellt. Die von diesen ebenfalls gezeichneten Pläne über die Vermessung und Zuteilung des gesamten übrigen Waldbesitzes von Vaduz und Schaan sind leider nicht mehr vorhanden. 11 1) I..LA RA 3271/75. Flächen-, Schätzungs- und Teilungsverzeich- nisse, unterzeichnet in Vaduz von den Feldmessern Johann Michael und Johann Kaspar Moser, sowie von den Schätzmännern Franz Martin Rhomberg. alt Landammann, Franz Joseph Öhry und Rochus Fehr, des Gerichts, Hans Jörg Wohlwend, Säckelmeister, 19. August 1797. 112) In den Bitt- und Rekursschriften der Gemeinde Schaan an den Fürsten vom 29. März und 5. April 1798 werden pro Teilnehmer 9 660 Klafter Wald und Auen sowie 2 808 Klafter Maientrattwiesen mit einem Gesamtwert von mindestens 1 000 Gulden angeführt, (LLA RA 32/1/85 und 86). 32