REZENSIONEN GESCHICHTE DER STADT BLUDENZ Geschichte der Stadt Bludenz Das vorliegende Werk ist eine erste umfassende Darstellung der Bludenzer Stadtgeschichte, er- schienen 1996, genau 700 Jahre nach der ältesten urkundlichen Erwähnung des «Oppidum Bludens». Der ursprüngliche Plan, die gesamte Geschichte bis zum heutigen Tag in einem Band zusammenzu- fassen, konnte leider nicht verwirklicht werden. Die Jahrzehnte vom Ersten Weltkrieg bis in die Ge- genwart werden Inhalt eines zweiten Bandes sein, der in den nächsten Jahren erscheinen soll. Das Buch ist ein Sammelband mit sechs Beiträ- gen, in denen verschiedene Zeitepochen beleuchtet werden, beginnend mit der Arbeit von Walter Leit- ner zur «Urzeit und Antike. Von den Anfängen bis zum Beginn des Mittelalters». Einleitend erwähnt Leitner die günstige Lage von Bludenz auf 585 Meter Seehöhe an einem geographischen Punkt, an welchem mehrere Täler zusammenkommen (Mon- tafon, Klostertal, Brandnertal). Ein im Schesatobel bei Bürs gefundener Mammutstosszahn deutet auf die Anwesenheit von Jägern und Sammlern im Raum Bludenz bereits in der mittleren und jün- geren Altsteinzeit (100 000 bis 10 000 v. Chr.) hin. Doch die von Gletscherströmen hinterlassene Schot- termöranenlandschaft dürfte vorerst keine einla- denden Voraussetzungen für stationäre Siedlungs- vorhaben geboten haben. Noch in der mittleren Steinzeit (9000 bis 5000 v. Chr.) war die Gegend dicht bewaldet, und zahlreiche Wildbäche ergossen sich in den zu einem flachen See aufgestauten Talgrund, dort, wo sich heute die Stadt Bludenz erhebt. Von Adolf Hild 1937/38 geleitete Ausgra- bungen auf dem Bludenzer Hausberg, dem gut 100 Meter oberhalb des Stadtkerns gelegenen «Monti- kels»1 förderten zahlreiche Keramikfunde aus der frühen Bronzezeit zutage. Damit ist belegt, dass das Gebiet von Bludenz seit zirka 1800 vor Christus immer wieder besiedelt wurde. Weitere Funde am Fusse des «Montikels» aus der Urnenfelderzeit (13./12. Jahrhundert v. Chr.) bestätigen die Sied- lungskontinuität. Im letzten Jahrtausend vor Chris-MANFRED TSCHAIKNER (HRSG.): GESCHICHTE DER STADT BLUDENZ. VON DER URZEIT BIS ZUM BEGINN DES 20. JAHRHUNDERTS Bodensee-Bibliothek Band 39, Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen, 1996. 580 Seiten, CHF 56.50 ISBN 3-7995-1170-9 Tborbecke 1) Der Begriff «Montikel» kommt vom lateinischen Namen «monticu- lus», was soviel wie «kleiner Berg» bedeutet. 235