HISTORISCHER VEREIN FÜR DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN 1995 Die Seminarwoche im Bildungshaus Gutenberg Balzers fand während der Woche vom Montag, 13. November 1995, bis Donnerstag, 17. November 1995, statt und wurde im bewährten Rahmen durchgeführt. An einer der Seminarsitzungen be- teiligte sich erneut eine obere Klasse des Liechten- steinischen Gymnasiums (Klassenlehrer Dr. Rupert Quaderer). An den Nachmittagen wurden wie üb- lich historisch-landeskundliche Exkursionen orga- nisiert. Ebenso lief die abendliche Vortragsreihe (Montag bis Donnerstag) nach dem bisherigen Mo- dus ab, indem der Öffentlichkeit jeden Abend drei Referate (je 20 Minuten) über die entsprechenden Seminarthemen angeboten wurden. Die Medien berichteten über die Vorträge. Frau Prof. Mazohl-Wallnig hielt am Montag, den 13. November 1995, einen Einführungsvortrag zum brisanten Thema der «Souveränität des Fürsten- tums Liechtenstein zwischen Heiligem Römischem Reich und Deutschem Bund». Sie konnte dabei die Besonderheiten, die Einmaligkeit («Sonderfall») und die komplexen Bedingungen der liechtensteini- schen Souveränität und ihrer historischen Ent- wicklung im 19. Jahrhundert leicht fasslich und mit interessanten Einsichten darlegen. Unter den Zu- hörern befand sich auch S. D. Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein. An den Hauptvortrag schloss sich ein Referat von Frau Dr. Veronika Mittermair zum aktuellen Thema der «Neutralität Liechtensteins» im frühen 20. Jahrhundert an. Sie konnte sich dabei auf inter- essante und bisher nicht ausgewertete Materialien in italienischen Archiven stützen. Die Vortragsreihe wurde im übrigen von nach- stehenden Referenten und Referentinnen bestrit- ten: - Dr. Marianne Zörner Die demographische Entwicklung in Triesen vom 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. - Prof. Dr. Gernot Gürtler Quo vadis? Aspekte zum «Homo migrans» im Für- stentum Liechtenstein. - Kurt Scharr Die Entwicklung der Kartographie in Liechten- stein. - Annette Bleyle Studien »zur Bildungsgeschichte der Feldkircher und Liechtensteiner am k. u. k. Staatsgymnasium in Feldkirch 1850-1900. - Lisa Noggler Der Gang ins Kloster. Kirchliche und weltliche Mädchenbildung in Liechtenstein. - Beat Vogt Ziele und Inhalte der «Liechtensteinischen Lan- deszeitung» auf der Grundlage des ersten Jahr- gangs. - Roland Steinacher Franz Josef Oehri. Versuch einer typisierenden Biographie. - Dr. Gunda Barth-Scalmani Aspekte zur Beamtenschaft im Dienste Liechten- steins im 19. Jahrhundert. - Mirko Herzog Postalische Kommunikation zwischen Wien und Vaduz im frühen 19. Jahrhundert. Die Beiträge, welche sich durch neue und unge- wohnte Ansätze auszeichnen und damit Neuland betreten, werden ebenfalls für eine Publikation vorbereitet. Für die gute Zusammenarbeit möchte ich neben allen Seminarteilnehmern und -teilneh- merinnen insbesondere Frau Prof. Brigitte Mazohl- Wallnig und Frau Dr. Gunda Barth-Scalmani sehr herzlich danken. AUSBLICK 1996: SEMINARE «NEUZEIT» UND «ZEITGESCHICHTE» Universitäten Freiburg und Wien Die Vorbereitungen für die abschliessenden Semi- nare des Bereiches «Zeitgeschichte», durchzu- führen am Seminar für allgemeine und schweizeri- sche Zeitgeschichte der Universität Freiburg (Lei- tung: Prof. Urs Altermatt) und am Institut für Zeit- geschichte an der Universität Wien (Prof. Anton Staudinger), sind im Berichtsjahr 1995 angelaufen und sollen mit Jahresbeginn 1996 verstärkt und zielgerichtet fortgeführt werden. Die beiden Semi- nare finden im Sommersemester 1996 statt. 319