AMERIKANISCHE MUSIKER ALS STUDENTEN BEI RHEINBERGER / E. DOUGLAS BOMBERGER OLDBERG, ARNE (geb. in Youngstown, Ohio, am 12. Juli 1874; gest. in Evanston, Illinois, am 17. Februar 1962) studier- te bei W. Middelschulte in Chicago. Von 1893 bis 1895 nahm er Klavierunterricht bei Leschetitzky in Wien und von 1898 bis 1899 war er in Rheinber- gers Kontrapunkt-Klasse. Von 1899 bis zu seiner Pensionierung 1941 leitete er die Klavierabteilung an der Northwestern University, einer angesehe- nen Institution etwas ausserhalb von Chicago. Seine Orchesterwerke wurden von Chicagos Sym- phonie-Orchester aufgeführt und 1932 gewann sein zweites Klavierkonzert den Hollywood Bowl Preis in der Höhe von 1000 Dollar. PARKER, HORATIO (geb. Auburndale, Massachusetts, am 15. Septem- ber 1863; gest. in Cedarhurst, New York, am 18. Dezember 1919) war Amerikas bedeutendster Komponist von Chorwerken im ausgehenden neun- zehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert. Er begann seine Studien bei Chadwick, sein Interesse an Chorkompositionen geht aber auf das dreijäh- rige Studium bei Rheinberger zurück (1882-85). Die Kantate «Hora Novissima» (1893) war sein Meisterwerk und verschaffte ihm internationale Berühmtheit. Für die Opern «Mona» und «Fairy- land» wurde er mit grossen Preisen ausgezeichnet. Er unterrichtete an der Yale University von 1894 bis zu seinem Tod 1919. 1902 erhielt er von der Cambridge University (England) die Ehrendoktor- würde. PARKHURST, HOWARD ELMORE (geb. in Ashland, Massachusetts, am 13. September 1848; gest. in Lavalette, New Jersey, am 18. August 1916) hatte erstmals in den 1870er Jahren in Berlin und Stuttgart Musik studiert. Mit 34 Jahren kehrte er nach Deutschland zurück, um bei Rheinberger seine Studien fortzusetzen (1882-1884). Er ver-fasste mehrere Bücher zu musikalischen Themen wie auch über seine Hobbies Botanik und Ornitho- logie. SPALDING, WALTER RAYMOND (geb. in Northampton, Massachusetts, am 22. Mai 1865; gest. in Cambridge, Massachusetts, am 10. Fe- bruar 1962) studierte an der Harvard University, wo er 1888 mit einem Magister cum laude in Musik abschloss. 1892 und 1893 studierte er bei Guilmant und Widor in Paris und setzte dann von 1893 bis 1895 seine Studien bei Rheinberger (Orgel, Kontra- punkt) fort. Ab 1895 war er Orgellehrer an der Har- vard University. 1912 wurde er ordentlicher Profes- sor. Er schrieb mehrere Bücher zur Musiktheorie und ein bedeutendes Geschichtswerk mit dem Titel «Music at Harvard» (1935). WARNER, MASSA (geb. in Winston-Salem, North Carolina, am 9. Ja- nuar 1836; gest. in Philadelphia, Pennsylvania, am 21. Dezember 1900) studierte in den 1860er Jahren zweieinhalb Jahre lang bei Josef Rhein- berger und Hans von Bülow in München. Bis zu seinem Tod war er in Philadelphia Organist in mehreren Gemeinden der «Moravian Church», einer protestantischen Sekte, die auf Jan Hus zurückgeht. WHITE, JOHN (geb. West Springfield, Massachusetts, am 12. März 1855; gest. in Bad Nauheim am 18. Juli 1902) war ein Organist, der in New York bei Dudley Buck, in Berlin bei Carl August Haupt und schliesslich in München bei Rheinberger studiert hatte. Er war als Organist in mehreren New Yorker Kirchen tätig und unterrichtete einige der besten amerikani- schen Organisten. Er verbrachte die letzten Jahre seines Lebens ab 1897 in München. 333