reicht, und die drei wurden wieder nach Vaduz entlassen. Wagner wurde 1849 als Hornist I. Klasse im aktiven Kontingent geführt, Franz Kindle war zur gleichen Zeit Hornist II. Klasse.12 Die beiden dürften auch den badischen Feldzug als Trompeter mitgemacht haben. Wagner wurde am 16. April 1849 wegen zehnjähriger Dienstzeit die Dienstaus- zeichnungsschnalle III. Klasse verliehen.13 Am 18. September 1849, eine Woche nach der Rückkehr aus Baden, meldete der Kontingentskommandant, dass Trompeter Andreas Wagner gebeten habe, bis zum 21. September präsent bleiben zu können, da „er diesen Augenblick so derengirt sei, unmöglich von seinen Mitteln zu leben" und er sich in dieser Zeit einen Arbeitsplatz suchen möchte.14 Nach 1849, so ist anzunehmen, wurden die Trom- peter im Lande selbst ausgebildet, was manchmal Mühe bereitet zu haben scheint. 1859 heisst es in der Rekrutierungsliste, bei Trompeter David Vogt: „der Trompeter sozusagen, der einzig tauglich ist".15 Es wäre interessant zu untersuchen, ob die Trom- peter des Bundeskontingents ihre Musikkenntnisse und -interessen ausserhalb des Militärs fruchtbar werden Hessen in der Begründung von zivilen Blas- musikgruppierungen. UNTEROFFIZIERE Unteroffiziere, so lautete die Bestimmung in den Dienstvorschriften, waren das Mittelglied zwischen Offizier und Soldaten.16 Ihnen wurde nahegelegt, die Untergebenen mit Wohlwollen und Güte zu be- handeln und „dieselben mehr durch gründliche Be- lehrung und Zutrauen erwekende Ermahnungen, als durch harte Verweise und Strafen zu ihren Pflichten anzuhalten".17 Die Unteroffiziere hatten wichtige Aufgaben bei der Ausbildung der Rekruten zu übernehmen; im liechtensteinischen Kontingent hatten sie infolge Mangels an Offizieren teils auch deren Funktionen auszuüben. Zu den Unteroffizie- ren gehörten alle Chargen vom Feldwebel abwärts. Gemäss Standestabelle von 1837 waren für den Sollstand des Kontingents als Unteroffiziere, ein Sergeant und drei Korporale vorgeschrieben.18 Da in Liechtenstein 18.36 keine Unteroffiziere zur Hand waren, wurden, wie bei den Trompetern, auch zur Rekrutenausbildung zwei Schützenunter- offiziere vom bayerischen Infanterie-Regiment La- motte nach Vaduz geholt.19 Sergeant Benedikt Ku- dermann und Korporal LIerrmann traten ihre Ar- beit, - man könnte von einer „militärischen Ent- wicklungshilfe" Bayerns gegenüber Liechtenstein sprechen - im Juli 1836 an.20 Ihre Aufgabe war es, zusammen mit dem Kontingentskommandanten in einer ersten „Serie" 25 Rekruten und die nötigen Unteroffiziere auszubilden. Dies sollte in möglichst kurzer Zeit geschehen, damit die „auswärtige kost- spielige Aushilfe sogleich wieder entlassen werden" konnte.21 Leutnant Schaffer wurde beauftragt, da- für zu sorgen, dass das übrige Kontingent und die Reserve ohne weitere Aushilfe durch liechtensteini- sche Unteroffiziere eingeübt werden könnten. Schaffer sah als Kriterien für die Auswahl der Un- teroffiziere nicht nur die „fisischen Kräfte, Ge- wandtheit und schönere Ausbildung des Körpers, sondern auch die geistigen Fähigkeiten der Mann- schaft" als ausschlaggebend an.22 Am geeignetsten dafür waren seiner Ansicht nach die Söhne von „wohlhabenden Unterthanen, da sie schreiben, le- sen und rechnen gelernt" hatten.28 Ausserdem war 184