Für Aufstellungskosten hatte Liechtenstein in drei Terminen 4548 fl. zu bezahlen.41 Darüber hinaus verpflichtete sich Liechtenstein, „den angezeigt werdenen Menschenabgang . .. binnen sechs Wo- chen unfehlbar zu ersetzen".42 Wie oben erwähnt, übernahm Baden die Ausrüstung der Landwehr und der Linientruppen. Es blieb für Liechtenstein auch nichts anderes übrig, musste doch das Ober- amt am 13. Februar 1814 nach Wien melden, dass es Probleme wegen der Bekleidung und Armierung der Landwehr gebe.43 Es seien im ganzen Fürsten- tum keine geeigneten Waffen vorhanden, und was die Uniformen anbelange, sei deren Schnitt unbe- kannt und diese könnten nicht im Lande selbst an- gefertigt werden. Die Kosten vermöge man nicht zu übernehmen, da sowohl Rentamt wie Untertanen „von allem Geld ganz entblösst" seien.44 Das Ober- amt sah nur die Möglichkeit, dass Baden für Be- waffnung und Montur aufkommen müsse. Bezüg- lich der Bezahlungsmöglichkeiten wurden vom Oberamt aus keine Vorschläge gemacht. DIE TRUPPENAUSHEBUNG Liechtenstein hatte versprochen, das Kontingent werde bis zum 1. März 1814 „auf seinen bestimm- ten Plätzen" sein.45 Das Oberamt in Vaduz wurde mit Hofkanzleireskript vom 29. Dezember 181346 beauftragt, die notwendigen Schritte zur Truppen- aushebung einzuleiten. Damit begann in Liechtenstein eine recht hektische Tätigkeit: Das Oberamt gab den aus Wien kommen- den Druck an die Gemeinden weiter. Am 10. Janu- ar 181447 wurde den versammelten Gemeindevor- gesetzten die neue Situation klargemacht, vor allem wies das Oberamt auf die Dringlichkeit der Mann- schaftsaufstellung hin. Den einzelnen Gemeinden wurde eröffnet, dass jede von ihnen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl ihren Beitrag zu leisten habe. Nach Vorstellung des Oberamtes hatten die Ge- meinden folgende Truppen zu stellen:48 Gemeinde Anzahl Männer Linientruppen Landwehr Reserve Balzers . 5 . 5 3 Triesen 4 • , 4 2 Triesenberg 5 5 3 Vaduz 5 5 2 Schaan 5 , 5 3 ' Planken 1 1 Eschen • 4 4 2- Mauren 4 : 4 2 Schellenberg 2 2 i Gamprin , 2 2 ••• l Ruggell 3 • 3 2 40 40 21 Der Auslosung mussten sich die Männer vom 18. bis zum 30. Lebensjahr stellen;49 da aber viele Ge- meinden „nicht viel mehr qualifizierte Individuen [hatten], als wirklich zu stellen" [waren],50 wurde vom Oberamt zugestanden, auch „die über 30 Jah- re alten ledigen Purschen",51 höchstens aber bis zum 36. Lebensjahr, dem Los zu unterziehen, „wenn eine Gemeinde nicht wenigstens noch ein- mal soviel Mannschaft hat, als sie dem Lose unter- werfen muss".52 Gleichzeitig beschlossen die Gemeindevertreter, je- dem Militärpflichtigen, sobald er in Kriegsdienste trat, ein Handgeld von 10 fl. und eine Zulage von täglich 6 kr. „nebst seinem ihm gebührenden Trak- tamente zuzulegen".53 Die Zulage wurde allerdings auf die Dauer eines halben Jahres begrenzt. Die für die Truppenaushebung getroffenen Mass- nahmen lassen erkennen, dass einige Schwierigkei- ten erwartet wurden. Man hoffte vom Oberamt aus, durch den Appell an Freiwillige den geforderten Truppenbestand erreichen zu können, und war deshalb auch bereit, Zugeständnisse zu machen, wie z.B. Ausdehnung des Pflichtalters und Gewäh- rung von Handgeldern. So wurde den Gemeinde- vorgesetzten denn auch gleich befohlen, ihre Ge- meinden unverzüglich zu versammeln und diesen den allerhöchsten Willen bekannt zu machen. Sollte die eventuelle Anzahl der Freiwilligen die geforder- te Truppenstärke nicht erbringen, waren die Mili- tärpflichtigen dem Lose zu unterziehen.54 Dass das 10