VEREINSCHRONIK 1988 Jahresbericht 1988 ALLGEMEINES Am 19. März 1988 wurde die 87. Jahresversamm- lung des Historischen Vereins für das Vereinsjahr 1987 im Singsaal des Freizeitzentrums «Resch» in Schaan abgehalten. Die gut besuchte Versammlung war durch die Anwesenheit S. D. des Landesfürsten besonders ausgezeichnet. Auf die Erledigung der ordentlichen statutarischen Traktanden folgte das Referat des Vorstandsmitgliedes Dr. Rupert Quade- rer zum Thema «Die Rekrutierung für das Liechten- steinische Militärkontingent 1836-1848». Der Vor- trag, Teilergebnis einer grösseren Forschungsarbeit des Referenten, fesselte die Zuhörer. Er zeigte die geschichtlichen Vorbedingungen der Wiedereinfüh- rung des Militärs, die organisatorische Struktur des Liechtensteinischen Bundeskontingents und den Vorgang der Konskription. Das Referat Hess die Pro- blematik des Militärwesens im politischen, gesell- schaftlichen und wirtschaftlichen Umfeld deutlich werden. Anlässlich des 50. Regierungsjubiläums S.D. des Landesfürsten hielt der Historische Verein am 23. September 1988 im Rathaussaal Vaduz eine Festversammlung ab. Der Saal war bis auf den letz- ten Platz besetzt. Durch die Anwesenheit S.D. des Landesfürsten, S.D. des Erbprinzen sowie von Mit- gliedern von Landtag, Regierung und weiterer Lan- des- und Gemeindebehörden, aber auch durch den zahlreichen Besuch von Freunden und Mitgliedern des Historischen Vereins erhielt die Veranstaltung eine besondere Auszeichnung. An den Beginn der Festversammlung und als Einleitung zum anschlies- senden Festvortrag von Dr. Peter Geiger setzte der Vereinsvorsitzende einige Gedanken zur Geschichte im allgemeinen, zu ihrer besonderen Bedeutung für den liechtensteinischen Staat und zum Tätigkeitsfeld des Historischen Vereins. In seinem Festvortrag «Liechtenstein im Jahre 1938» verstand es der For- schungsbeauftragte für Geschichte am Liechten- stein-Institut, Dr. Peter Geiger, bestens, die Verhält- nisse und Vorgänge in unserem Land in schicksals- schwerer Zeit zu zeigen. Aus einer bislang einmali- gen, profunden Quellenkenntnis heraus berichtete der Referent in einer Form über Geschehenes, die ihn als Historiker im eigentlichen Sinne auszeichne- te. Der Vortrag, Frucht einer umfassenden For- schungsarbeit über die Geschichte Liechtensteins in der Zwischenkriegszeit und im Zweiten Weltkrieg wird im Jahrbuch unseres Vereins abgedruckt. Er stellt einen wichtigen Beitrag zur fälligen Auseinan- dersetzung mit der jüngeren Geschichte unseres Landes dar. Auf den 20. Oktober 1988 lud der Verein zu einer geführten Besichtigung der renovierten Pfarrkirche Mauren und der archäologischen Ausgrabungen ein. Eine erfreulich grosse Zahl von Besuchern folgte der Einladung. Dr. Georg Malin, künstlerischer Ge- stalter, Dr. Hansueli F. Etter, Anthropologe, und Hansjörg Frommelt, Archäologe und Grabungslei- ter, leiteten die Führung und gaben fachkundige Erläuterungen. Der Vereinsvorstand besuchte am 19. April 1988 die Ausstellung «Zeitgenössisches Kunstschaffen aus Liechtenstein» in Feldkirch und den im Rahmen dieser Ausstellung vom Vorsitzenden gehaltenen Vortrag «Liechtenstein im österreichischen Zollver- band 1852-1919». Am 17. November 1988 sprach Universitätsprofessor Dr. Volker Press im Rahmen eines Vereinsvortrages im Saal der Liechtensteini- schen Musikschule zum Thema «Fürst Franz I. von und zu Liechtenstein. 1853-1938». Das Durch- lauchte Fürstenpaar und S.D. der Erbprinz beehr- ten diesen Vereinsanlass mit ihrem Besuch. Der Vortrag, veranstaltet im 50. Todesjahr dieses Mo- narchen, zeichnete die historische Persönlichkeit des Fürsten Franz und seine historische Bedeutung, die zu grossen Teilen vor seiner liechtensteinischen Regierungszeit liegt. Der ausgezeichnete Vortrag, Teilergebnis einer umfassenden Forschungsarbeit zur Biographie Fürst Franz L, soll in erweiterter Form im Jahrbuch veröffentlicht werden. Im Rahmen einer vom Schulamt durchgeführten Vernehmlassung erhielt der Historische Verein Ge- legenheit, zu einer vorgesehenen Vereinbarung Liechtensteins mit dem Schweizerischen National- fonds Stellung zu beziehen. Der Verein wies dabei auf seine Rolle als bedeutender Träger der For- schung in Liechtenstein hin. 207