Er hat sich eingehend mit der Kunst von Dietrich Meuss beschäftigt. Es ist P. Fischer gelungen, bisher unbekannte Bilder von Meuss zu finden, sie restaurieren zu lassen und sie in Kirchen in Appenzell wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zuzuführen. Durch diese Arbeiten wurde er der beste Kenner der Werke und Malweise dieses Feldkircher Malers. Daher ersuchte ich P. Fischer, mir seine Meinung über die «Marienkrönung» vom ehemaligen Kern-Altar in Eschen mitzuteilen. Ich konnte ihm leider nur ein kleines Foto zur Ansicht senden. P. Fischer glaubt, dass dieses Bild ein Alterswerk oder die Arbeit eines Schülers von Meuss sein könnte. Das Ergebnis seiner Forschungen über ihn hat P. Fischer in zwei Beiträgen vorgelegt. Ihre Titel lauten: «Der Maler Dietrich Meuss von Feldkirch im Dienste der Fürstabtei St. Gallen und des Landes Appen- zell Innerrhoden» und «Appenzell und Vorarlberg». Da der erste Beitrag in Österreich nicht leicht zu bekommen ist, erlaube ich mir, vor allem aus dem Kapitel III. einiges zu zitieren. Der Titel heisst: «Diet- rich Meuss als Maler».11 «Nach Ausweis schriftlicher Quellen erstreckt sich die Malertätigkeit des Dietrich Meuss von 1600-1625. Erhalten sind nur Werke aus der späteren Schaffensperiode von 1615-1624. Sie zeigen allgemeine Eigenschaften der manieristischen Stilepoche ebenso wie Eigentüm- lichkeiten des Feldkircher Meisters. Manieristisch ist die Raumauftei- lung und der Gegensatz zwischen Tiefenzug und Flüchtigkeit. Die plastisch gebildeten Personen werden oft durch einen ornamental wirkenden Umriss in die Fläche zurückgebannt. Auch die Isolierung der Einzelgestalten und das Ausrutschen der stehenden Figuren sind allgemeine Erscheinungen des Zeitstils. In der farbigen Gesamthaltung schwankt der Meister zwischen bunt lokalfarbigen Gemälden und solchen, in denen metallische Glanzlichter aus dunklem Grund auf- leuchten. - Meist hält er sich an niederländische oder Augsburger Vorbilder. - Bei aller eklektizistischen Grundhaltung darf Dietrich Meuss zu den wichtigsten und vor allem zu den wenigen in ihrem Oeuvre fassbaren Malern des Bodenseegebietes in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gezählt werden». Im Aufnahmebuch der Lehrjungen der erwähnten Bruderschaft sind folgende Eintragungen von Bedeutung:12 - «1609 Maister Dietrich Meess maller hat ain leriung haist Jacob (ohne Familiennamen). 360