Als Ausgangspunkt zu den heutigen Rheinschutzbauten muss der Rheinkorrektionsvertrag mit der Schweiz vom 7. Oktober 1837 ange- sehen werden. Die Abstände der Uferbauten wurden mit 400 Wiener Fuss = ca. 120 m und die der Binnendämme auf 700 Fuss (ca. 200 m) festgesetzt. Neue Wuhrköpfe sollen nicht mehr erstellt und die bestehen- den allmählich abgebaut werden. Nach der Rhein-Katastrophe 1868 wurde beidseits des Rheines fest- gestellt, dass die bisherigen mittelhohen Bauten nicht genügten, ab 1871 wurden die Wuhre systematisch erhöht, auf der Schweizer Seite auf 7 Meter (Rheinberger, 1884), Liechtenstein musste notgedrungen in der Anhöhung der Wuhre mithalten. Liechtenstein setzte vor allem auf das «Zweilinien-System», d.h. gut ausgebaute Hochwuhre und dahinter nochmals eine Abwehrlinie in Form von Hochdämmen, heute der Binnendamm genannt. Sollte das Wasser das Hochwuhr überschwappen, so sollte es in diesem Zwischenraum unschädlich bis zu einer Traverse abgeführt werden, wo es wieder durch einen Durchlass dem Rhein zu- rückgegeben werden konnte. Diese Binnendämme sind nicht mehr im ganzen Land erhalten und zum Teil die Zwischenräume für Müll- und Deponiezwecke (Müll, Bauschutt) auch hinterfüllt. An einigen Stellen, z.B. unterhalb der Schaaner Grenze, ist noch die Traverse und der Durchlass zum Rhein sichtbar. Die meisten dieser Namen, Bilder der Techniken einstigen Rhein- uferschutzes, sind heute weitgehend nicht mehr bekannt. Die heutigen Kenntnisse über ihre jeweiligen Standorte und über ihre Anwendung, verdanken wir vor allem den erhalten gebliebenen Kartenwerken und den wenigen noch verbliebenen Flurnamen. 2.1. 3. 2 WUHR Als einer der Vertreter für die Bezeichnung künstlicher Uferbauten erweist sich der Typus «Wuhr». Die Wuhrbezeichnungen beziehen sich alle auf den Rheindamm. Es kommt allerdings flurnamengebend in Liechtenstein nicht sehr häufig vor, wird aber noch im Dialekt häufig verwendet. — Bündelwuhr, Gamprin (ka 5) — Spitzauwuhr, Ruggell (ka 5) — Trachterwuhr, Balzers 183