Vorläufer Die ersten Namen von Söldnern aus unserem Lande habe ich im Seckelamtsbuch (Stadtrechnung) des Jahres 1404 der Stadt St. Gallen gefunden. Für den Appenzellerkrieg lassen sich Hansli und Klaus Schuhmacher aus Vaduz anwerben, die ihren Sold erhalten und für die eigens Harnische angefertigt werden. Auch ein Hans Steiger aus Schaan ist darin verzeichnet. Ein Beweis, dass schon früh die Annahme fremder Dienste statt- gefunden hat, ist aus dem Hohenemser Urbar des Jahres 1613 zu er- kennen, welches die Besitzungen, Rechte und Einkünfte vermerkt, die Graf Kaspar von seinem Vorgänger, dem Grafen Carl Ludwig zu Sulz, übernommen hat. Darin sind «Raisen, RaisgeldeD> enthalten. Es handelt sich wohl um Gebühren, entweder um solche, die von den Werbern zu zahlen waren, oder um Taxen, die ähnlich den Auswan- derungsgeldern an die Herrschaft zu entrichten gewesen sind. Ein konkretes Beispiel: Im Gemeindearchiv Triesenberg ist ein Abschiedsbrief unseres Landesherrn, des Grafen Carl Ludwig zu Sulz aufbewahrt, den dieser im Jahre 1598 einem Jakob Frummelt aus- stellt. Es war im fünfzehnjährigen Türkenkrieg, in dem der Graf In- haber eines Regimentes deutscher Knechte gewesen ist und später als General der Artillerie Ansehen erworben hat und als «langer Schwabe» berühmt geworden ist. Er bestätigt, dass der Empfänger sich im Kampf gegen den Erbfeind der Christenheit in Wachten bei Tag und Nacht, in Stürmen und Scharmützeln bewährt hat und sich «zu jeder Zeit, wie es einem ehrliebenden Soldaten gebührt und wohl ansteht, aufrecht und redlich hat gebrauchen lassen.» Der Triesenberger hat also im Regimente seines Landesherrn ge- dient und wird bei seiner Entlassung belobt. Er ist sicher nicht der einzige Söldner dieser frühen Zeit gewesen. 14