Was uns im Zusammenhang mit Georg Vaistli hier nur interessant erscheint, ist der Hinweis auf die Verwandtschaft mit dem Geschlecht der Bürser. Denn der Lizentiat des Kirchenrechts Hermann Bürser von Feldkirch ist nach dem Stand der bisherigen Forschungen der älteste bekannte Vorarlberger Jurist. Er studierte seit 1403 in Wien, seit 1409 als Scholar der Rechte, anschliessend wohl auch in Pavia; 1414 —1426 ist er als Kanoniker belegt, 1433 als Domdekan und geistlicher Richter in Chur, 1449 als Kirchherr zu Nüziders; er ist am 1. November 1453 gestorben.5 Von ihm ist ein Rechtsguthaben aus dem Jahre 1436 be- treffend die Rechtsstellung der Kinder aus Ehen von Hörigen und Wai- sern oder Freien überliefert.0 Es ist nicht auszuschliessen, dass Hermann Bürser bei dem Ausbildungsgang des Georg Vaistli Pate gestanden ist. Einer kurzen Erwähnung bedarf aber noch das Wappen der Vaistli: in weiss ein grüner Sechsberg mit sieben oder sechs roten Flammen; die Zahl der Flammen schwankt verschiedentlich. Das Siegel des Alb- recht Vaistli in der Abbildung bei Gunz zeigt fünf Flammen.8 Das Wap- pen von St. Viner in der Emser Chronik zeigt einen Dreiberg und drei Flammen.9 Die Eltern von Georg Vaistli sind nicht bekannt, so dass hier nur Vermutungen möglich sind. Zunächst ist festzustellen, dass Georg Vaistli mit Sicherheit aus Vaduz stammt,10 wiewohl er häufiger als Georg Vaistli von Feldkirch bezeichnet wird. Dasselbe gilt von seinem leibli- chen Bruder Albrecht Vaistli, der ebenfalls als von Vaduz oder Feld- kirch stammend geführt wird.11 Die Stadt Feldkirch steht in diesen Fällen stellvertretend für die Region. 5 Otto P. Clavadetscher, in: Helvetia Sacra, Abt. 1. 1. Band, Bern 1972. S. 551. 6 Abgedruckt im Bündner Monatsblatt 1917, S. 356 f. 7 Walther Merz und Friedrich Hegi, Die Wappenrolle von Zürich, Zürich/ Leipzig 1930, S. 151, Nr. 396. 8 G. W. Gunz, Bürger und Adelswappen Vorarlbergs, S. 73, Nr. 123. 9 Georg Schleh, Die Embser Chronik, Hohenems 1616, Nachdruck 1925, S. 65. 10 Urkunde vom 13./18. September 1482 (vgl. Anhang Nr. 19), wo es in der Beglaubigungsformel heisst «Georgius Vaißtli de Vadutz». 11 Ludewig (vgl. Anm. 2), S. 35, N. 24. Albrecht Vaistli steht in der Heidel- berger Matrikel 1542 als «Albertus Feystlyn de Feltkirche», während er aus Anlass seiner dortigen Magisterpromotion 1457 als «de Fadocz» aufscheint. 218