1861 1868 1874 1880 1885 1891 1901 1911 1921 5102 5179 5043 5256 5472 5439 5638 6046 6737 2205 2284 2470 2558 2754 2546 2574 2706 3216 559 541 576 604 594 588 602 618 516 64.6 64.7 62.2 62.6 62.2 63.2 64.1 64.3 63.6 27.9 28.6 30.5 30.5 31.3 29.6 29.2 28.8 30.3 7.5 6.7 7.3 6.9 6.5 7.2 6.7 6.9 6.1 Anhang Nr. 18 Freizügigkeitsgesetz «Da in dem souverainen Fürstenthume Liechtenstein die bis nun noch bestehende Gewohnheit, nach welcher ein Bürger aus einer Gemeinde sich in einer andern nicht eher als nach vorgängigem Bürgerrechts- kaufe ansässig machen und Bürgerrechte erwerben kann, und der Ge- brauch, dass, wenn ein Bürgerskind sich mit einem andern nicht aus der Gemeinde abstammenden Unterthanen oder einem Fremden, wenn er gleich in der Gemeinde wohnt, verehelicht, seine Nachkömmlinge nicht als Bürger rechtsfähig angesehen sondern von dem Genuss der Gemeindevortheile ausgeschlossen werden, sich mit der dermaligen Verfassung nicht verträgt, und dem Allgemeinen um so schädlicher ist, als dadurch die gleichen Rechte der Unterthanen beschränkt werden; so haben Se. Hochfürstliche Durchlaucht genädigst geruhet, diese Ge- wohnheit und diesen Gebrauch hiemit aufzuheben und zu verordnen, wie folgt: 1) Es soll nun eine allgemeine Freizügigkeit im ganzen Lande der gestalten bestehen, dass sich ein Unterthan aus einer Gemeinde in eine andere ansässig machen kann, wenn sich nur derselbe ein Bürgerhaus samt so viel Gütern, die ihn zu ernähren ermögen, erwirbt. 2) Ein solcher ist an die Gemeinde oder an die Gemeindsglieder kei- nen Einkauf, der hiemit ganz aufgehoben wird, zu entrichten, ver- bunden, und erwirbt die Rechte auf den Genuss aller Gemeinds- vortheile, in soweit diese nicht besondern Gliedern vertragsmässig zustehen, so wie jeder andere Gemeindsbürger. 3) Eben so kann ein Kind eines Gemeindsgliedes und seine Nach- kommen von den Gemeindsrechten nicht verdrängt werden, wenn es sich entweder mit einer Person aus einer andern Gemeinde oder mit einer ganz fremden verehelicht, welcher für diesen Fall auch kein Einkauf gefordert werden darf. 53