- 36 - Landrichters zu Ravensburg; am 7. Dezember entschied derselbe einen Streit des Klosters Salem mit dem Ritter Heinrich v. Baven- dorf (Reg. 49 und 50). Am 8. November 1287 war derselbe Marqnard mit dem Domherr zu Konstanz, Eberhard v. Stcmfenegg, Schiedsrichter zwischen dem Deutschorden und dem Ritter Werner von Radcrack/) (Reg. 325). Im svlgeuden Jahre war Marquard Vormund eines minderjährigen Bnrkard von Hasenstein.') Ulrich befand sich am 17. Dezember 1288 zn Weissenan, wo er wiederholt als Zeuge erscheint und als Siegler. Mit ihm dort anwesend waren aus der Familie v. Schelleuberg noch die Ritter Swigger und Heinrich, ferner Tollenzer und Kon- rad der Bai er v. Schelleuberg, letztere beide nicht Ritter (Reg. 816, 817). Von den drei erstgenannten wird später die Rede sein; der zuletztgenannte Konrad Baier v. Schellenberg, der in den mir bekannten Urkunden nur am 17. Dezember 1288 erscheint, dürfte den Namen Baier von Kriegsdiensten herleiten, die er in Bayern getan hat; so gab es damals auch einen Konrad Baier von Arnach (bei Walsee), einen Burkart Baier v. Tischingen, einen Konrad Baier (Bavarus), der Dienstmann des Klosters Ottobenren war, einen Heinrich genannt Baier v. Heimertingen. Gelegenheit zn Kriegsdiensten in Bayern hatte es gegeben, als nach dem Tode des letzten Hohenstanfen die Herzoge von Bayern dessen Hinterlassenschaft an sich reißen wollten und deshalb den Widerstand anderer Herren, besonders des Bischofs von Augsburg hervorriefen. In den Jahren 1287—1291 nahmen die Herren v. Schellen- berg als getreue Vasallen des Königs Anteil an seiner unglück- lichen Fehde gegeu deu Abt Wilhelm von St. Gallen, aus dem, dem Könige seindlichen Hause der Grafen von Montfort-Feldkirch. Dieser war im Jahre 1281 nach Abdankung des vou der könig- lichen Partei eingesetzten Rumo v. Ramstein, Abt von St. Gallen geworden. Er war bemüht, das altehrwürdige Stift, das durch seine Vorgänger tief in Schulden gerateu war, durch Sparsamkeit wieder zu heben. Er trug Schulden ab und löste verpfändete Besitzungen wieder ein. Dazu gehörte auch die Grafschaft Grünen- berg, die der König als Pfand innehatte. Die Zurücknahme Raderach bei Ueberlingcn, Hasenstein bei Ravensburg.