Im Jahre 1823 — schon vor seinem Wegzug von Herten — bekam Kaiser einen Ruf an die evangelische Kantonsschule Graubündens; er ging aber darauf nicht ein und liess sich in Aarau nieder, wo er von 1823 bis 1827 Vorlesungen über römische Geschichte im Aarauer Lehr- verein («einer Art politischer Volkshochschule») hielt. Im Jahre 1826 wirkte er auch als Lehrer am Erziehungsinstitut seines Freundes J. K. C. Lippe auf Schloss Lenzburg. Er bewarb sich in diesem Jahr um eine Stelle als Hauptlehrer an der, Aargauer Kantonsschule in Aarau, und bestand die Zulassungsprüfung auf besonders glanzvolle Weise. Ab Anfang 1827 unterrichtete er an dieser Anstalt Geschichte, Philosophie und Psychologie, Latein sowie Italienisch als Freifach. Im Jahre 1830 wurde Peter Kaiser zum Rektor der Kantonsschule Aarau gewählt. Ob- wohl er bei Schülern und Lehrern beliebt war, wurde er aber von radi- kalen politischen Kreisen aus angefeindet. Ungerechterweise war er als «ein von Hause aus obskuranter und pfäffischer Geist» verschrieen und ebenso ungerechterweise wurde er 1835 von seiner Stelle entlassen. Im selben Jahr (1835) berief der Katholische Kantonsschulrat des Kantons Graubünden Kaiser an eine Lehrerstelle an der jungen Katho- lischen Kantonsschule zu Disentis. Hier war er Professor für Deutsch, Latein, Griechisch und Philosophie. Auf seine Anregung hin wurde 1836 an der Anstalt ein Lehrerseminar errichtet, an dem er den Päda- gogik- und Methodikunterricht besorgte; er übte einen grossen Einfluss auf die Gestaltung des Lehrplanes dieser Abteilung aus. Im Jahre 1837 wurde Kaiser das Rektorat der Kantonsschule übertragen — eine schwere Aufgabe angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Anstalt sowie der unkollegialen Stimmung im Lehrkörper. Rektor Kaiser hatte eine ausserordentlich grosse Unterrichtslast ausser seinen nicht unbe- trächtlichen Verwaltungsaufgaben; er widmete sich ganz besonders der Heranbildung der künftigen Volksschullehrer in den Seminarklassen. Als die Zukunft der Schule wegen verschiedener Zwistigkeiten unsicher wurde, erwog Kaiser 1841 eine Berufung nach St. Gallen als Rektor der dortigen katholischen Kantonsschule; die Ernennung kam aber nicht zustande. Im Jahre 1842 wurde die bündnerische katholische Kantons- schule nach der Hauptstadt Chur verlegt. Die Lehrerschaft wurde dabei neu konstituiert und Kaiser wurde auf die Stelle eines Vize-Rektors herabgesetzt; obgleich der Katholische Schulrat ihn unterstützte, war ihm die bischöfliche Kurie nicht gewogen. Ironischerweise (vgl. Aarau!) 139