— 15 — bei einer Natur wie Hausen erklärbar ist, so wenig kann uns heute bei aller Anerkennung der guteu Absichten, die einem solchen Eingreisen zugrunde lagen, zugemutet werden, dasselbe prinzipiell zu billigen. Uebrigcns schwinden bei wachsender Einsicht einer Bevölkerung iu ihre wahren Interessen und bei Hebung des all- gemeinen moralischen Niveaus uicht uur die Anlässe zu derlei Eingriffe!?, sondern erfahrriugsgemüß auch die Geneigtheit, sie ohne weiteres hinzunehmen. Diese Einsicht und das allgemeine moralische Niveau zu heben, ist im Lause der letzte?? Jahrzehnte viel geschehen; wir verweisen in dieser Hinsicht unter anderein vorzugsweise auf die gesetzgeberischen Maßnahmen zur Verbesseruug des Gemeinderechnungswesens. Zu den hervorstechendsten Merkmalen in der Amtierung Hausens gehört sein ausgesprochener Widerwille gegen jede Pro- zeßsucht, die er zu bekämpfen suchte, wo er uur immer konnte; im Zusammenhange damit stand sein Bestreben, den Widerstreit entgegenstehender Interessen wenn möglich durch Vergleiche bei- znlegen, in deren Anbahnung er ein besonderes Geschick bekundete; die Zehentablösung und die Schaffung des Gruudsteuerkatasters, der sich trotz der ihm anhaftenden beträchtlichen Mängel als ein bedeutendes Werk darstellt, gelange?? Hausen denn auch in ver- hältnismüßig kurzer Zeit, ohne daß daraus zunächst auch nur ein einziger Prozeß entstand. Hanse?? hatte es sich zum Lebenszwecke geinacht, das kleine Land aus den alten vorgesundenen und zum Teile mißlichen Zu- ständen herauszuarbeiten und glücklicheren Verhältnissen entgegen- znführen. Seinem ??ner?nüdlicheu und verdienstvollen Schaffen, welches durch die tatkräftige Mitarbeit des Landtages unterstützt wurde, ist es auch gelungen, dieses edle Ziel zu erreichen. Gleich- wie die Bevölkerung die Tätigkeit Hausens als erfolgreich empfand, so nahm auch der Landtag wiederholt Gelegenheit, seine Aner- kennung znm Ausdrucke zu bringen. So votierte er ihm am 22. September 1866 den besonderen Dank für die Bemühungen nm den Abschluß des Zvllvertrages mit Oesterreich und erteilte ihm an? 8. Juli 1869 durch einstimmigen Beschluß für, die „im hohen Grade erworbenen Verdienste nm die Wohlfahrt des Fürsten- tums und die erfolgreiche Tätigkeit auf dem Gebiete der Gesetz-