— 229 — VORBEMERKUNG Über die Ausgrabungen im spätrömischen Kastell Schaan in den Jahren 1956 — 1958 wurde von D. Beck in den Bänden 57 und 58 dieses Jahrbuches berichtet. In angenehmer Ergänzung hierzu erschien im 58. Band die Arbeit von G. Mahn, Das Gebiet Liechtensteins unter römischer Herrschaft, worin alle historischen Fragen, die das Kastell betreffen, gründlich diskutiert werden. Im gleichen Band sind auch bereits die Knochenfunde aus dem Kastell in einer eingehenden Studie von F. E. Würgler vorgelegt worden. Die Darstellung des Baubefundes durch D. Beck zeigt deutlich, dass Umfassungsmauer und Türme des Kastells aus einem Guss entstanden sind, während die Innenbauten verschiedene Veränderungen erfahren haben. Die Bearbeitung der Kleinfunde wurde erst nach dem Erschei- nen des Grabungsberichtes in die Hand genommen. Dies war jedoch kein Schaden, denn es hat sich erwiesen, dass die Fundlagerung leider nicht geeignet war, etwa eine stratigraphische Datierung der baulichen Veränderungen zu liefern. Günstig ist der Umstand, dass dem Kastell kein älterer römischer Bau an dieser Stelle voranging. Die römischen Funde gehören alle dem 4. Jahrhundert an und setzen sich auch nicht ins frühe Mittelalter hinein fort. Die in reichlicher Menge mitgehobenen, nicht römischen Funde an Keramik, Glas und Eisen sind mittelalterlich bis neuzeitlich, bis auf die wenigen prähistorischen Stücke, die von Beck, S. 251 erwähnt sind. Die neueren Fundstücke kamen vor allem in den stark gestörten Lagen entlang der Südseite der Kirche zum Vorschein. Über die mittel- alterliche Keramik aus St. Peter referiert K. Heid im 58. Band dieses Jahrbuches, S. 324 ff. Durch- seine Geschlossenheit bietet der Komplex der römischen Kleinfunde von Schaan ein besonders reizvolles Objekt für eine de- taillierte Bearbeitung.