— .303 — Hab und'Gut, verliess alle seine ihm lieb gewordenen' Werke und fluchtete mit Frau und Kind nach der Krim. Einem Freunde von ihm gelang es, seine- Werke vor der Vernichtung zu retten. Er übergab sie . dem städtischen Museum in Poltava, wo sie vermutlich heute noch sind-. Andere Werke von ihm, wie ein Kopfportrait seiner Frau, sind im Petersburger 'Akademiemuseum. Andere, wie das bekannte Portrait der Gemahlin des Poltaver Gouverneurs Graf Muraswiew, befinden sich vermütlich im Kunstmuseum von Charkow. Wo sich die Werke aus der Zeit seines Schaffens in Petersburg und Moskau befinden,- unter denen auch-jene sind, für welche er die Auszeichnungen und Stipen- dien für die Reisen' ins Ausland erhielt, konnte bis heute nicht ermit- telt werden. Professor Miassojedoff als Emigrant Nach steilem Aufstieg zu einer Höhe, auf welcher er viel beneidet war, kam die Zeit .der Emigration, die Zeit, wo er unter Hinterlassung von allem, was ihm lieb und teuer war, mit seiner Familie nach der Krim flüchtete. Seine beiden Villen in der Krim, seine gesamten Werke und sein Landgut in Poltava, überhaupt alles, wurde enteignet, und er wohnte mit seiner Familie und dem wenigen, was'er mitgenommen hatte, im Schloss der Gräfin Panin. Aber hier war des Bleibens nicht lange. Nach kurzem Aufenthalt verliess er die Krim, um nach Deutsch- land zu emigrieren. In Berlin begann ein Emigrantenleben von Not und Kampf ums Dasein. Es ist hier nicht der Platz, um alle Schicksals- schläge und Katastrophen zu berühren, von welchen Professor Miasso- jedoff in der Not der Emigration betroffen wurde. In dieser trüben Epoche seines Lebens entstanden trotzdem zahlreiche, hervorragende Werke, ,die sich in Privatbesitz befinden. - Auch auf dem Gebiet der Reklame betätigte er sich und bearbeitete • z. B. für die bekannte Filmgesellschaft «Metro Goldwyn Mayer», die ganze Reklame für den Film «Trader Horn». Greta-Garbo und andere Filmgrössen wurden zu diesem Zweck von ihm portraifiert: Nach Jahren endlich hatte Professor Miassojedoff sich in Berlin durchgesetzt und erhielt einen ersten Staatsauftrag. Die Freude und der Eifer waren gross. Professor Miassojedoff sollte von den Gerichts- gebäuden von Berlin Gravüren erstellen. Doch bevor es zur Völlen-