— 107 — dert ist, 125 m vom Nordspitz bis zur südlichen Hochkuppe mit einer größten Breitenausdehnung von ca. 50 m. Daran schließt sich gegen Süden ein oberflächig gegliedertes Hanggelände von ca. 170 m Länge, das in einem vorhofähnlichen flachen Plateau seinen unter- sten Abschluß mit leichter Zufahrtsmöglichkeit gegen Osten in die Nellenbllrglesenkung findet. Längenausdehnungsmäßig ist also der Kadel etwas mehr als doppelt so groß als der Borscht, oberflächen- mäßig ist die Hochkuppe des Borscht Weniger stark in die Vertikale gegliedert, das Vorhofgelände hingegen wieder unregelmäßiger, be- dingt durch die Beschaffenheit des Felsuntergrundes, der dort keine planierenden Windsedimentablagerungen bzw. Absvulanhäufun- gen erosiver Kräfte wie im Vorhofgelände des Kadels ermöglichte Beide Höhensiedlungen liegen in der sogenannten „südlichen rheintalischen Lößprovinz", der Borscht inmitten, der Kadel am nördlichen Rand. Die äolischen Feinsandablagerungen waren be- sonders für die früheste Periode der Besiedlung im Neolithikum von größter Bedeutung aber auch in der Folge, wie der mehr oder weniger kontinuierliche Fortbestand der Siedlungsstellen vor- räl. Offensichtlich zeigt sich bei beiden Anlagen eine deutliche Ab- hängigkeit der Siedler, es waren Ackerbauern und Viehzüchter, von den edaphischen Faktoren, insbesondere von den Windsedimenten, hier besonders vom „postglazialen Rheintalföhnlöß". In beide» Siedlungen wurde außerdem, wie verschiedentlich feststellbar ist, auch in jüngeren Perioden das aus dem Rheintalbett ausgewehte Feinsandmaterial planiert und künstlich terrassiert als Hüttenboden verwendet s). Ob sich hieraus eine hygienische Erfahrung ableiten läßt, vermögen vielleicht die Schwemmanalysen vom Kadel zu klä- ren, wie auch die Phosphatuntersuchungen, welche die durch die typologische und stratigraphische Methode gewonnenen Erkenntnisse über die Dauer und Intensität der Besiedlung wertvoll ergänzen werden In beiden Siedlungen konzentriert sich der bebaute Wohnraum aus die Ränder des Plateaus bzw. auf jene der podienartigen Ver- flachungen. Die Hütten lagen hart an den randlichen Schutzmauern, wie aus dem System der Steinunterbauten, Pfostenlöcher, Keil- Balkenauflagesteine, Herd- und Feuerstellen in den verschiedenen Horizonten ersichtlich ist, während sowohl gegen die Innenfläche des