— 57 — Die Alprechtshölzer »der Beigla der Alpgenosieuschast Eroßsteg in der Gemeinde Triesenberg. Von David Beck. In meiner Arbeit über die Hauszeichen von Triesenberg in Bd. 40 des Jahrbuches des Histor. Vereins f. d. Fürstentum Liech- tenstein habe ich auch die mit Hauszeichen versehenen Alprechts- hölzer oder „Beigla" erwähnt, die früher in der Gemeinde Triesen- berg in Gebrauch waren. In Band 16 des Jahrbuches hat Josef Frömmelt diese Hölzer beschrieben und erwähnt, daß sie nicht mehr vorhanden seien. Pfarr-Resignat Fridolin Tschugmell hat sich nun in verdankenswerter Weise bemüht, in Triesenberg nach den ver- schwundenen Beigla zu suchen. Seine Bemühungen waren von Er- folg gekrönt; er hat wenigstens einen Teil der Hölzer, nämlich den ganzen Beiglabund der Alpgenossenschaft Eroszsteg auf dem Estrich des Pfarrhauses in Triesenberg gefunden. (Siehe Tafel I oben.) Es dürfte wohl von allgemeinem Interesse sein, wenn hier über diese hölzernen Dokumente im allgemeinen und dann im be- sonderen noch über die Triesnerberger Beigla etwas gesagt wird. Schon lange bevor der Mensch die Schrift kannte, hatte er das Bedürfnis, sein Eigentum, besonders Eebrauchsgegenstände, mit seiner Eigentumsmarke zu kennzeichnen. Ebenso gebrauchte er Merk- zeichen und einfache Zahlenzeichen. Holzstücke oder Holzstäbe waren ein sehr geeignetes Material, um darauf diese einfachen Zeichen einzukerben. Man spricht daher von Kerbhölzern oder Kerbstöcken. (Sprichwörtlich: Etwas auf dem Kerbholz haben.) Ihr Gebrauch geht jedenfalls in die Urzeit zurück und ist bei primitiven Völkern heute noch üblich. (Vergl. Weule, Vom Kerbstock zum Alphabet, Kosmos, Stuttgart.) Bei uns kannte man den Gebrauch gewisser Arten von Kerbhölzern, der sogenannten Alpscheiter oder Beigla, in der Gemeinde Triesenberg bis in die neueste Zeit, d. h. bis etwa Mitte des letzten Jahrhunderts. Nach dem Zweck und Inhalt der Kerbhölzer unterscheidet Steb- lerin seinem Aufsatz über „Die Hauszeichen und Teszlen 5