— 139 — warfen, welchen letzterer am 5. Oktober bestätigte. Der Ver- tragsentwurf bestinnnte hauptsächlich' daß die Bündner die eroberten Gebiete zurückgeben, vom Herzoge aber für die ge- habten Kriegskosten entschädigt werden sollen. ̂) Bischof Ortlieb uud der Abt von Disentis erklärten sich für den Vertrag, allein manche Gemeinden, besonders im obern Bunde waren gegen denselben und so kam er nicht zustande. Die Feindseligkeiten wurden neuerdings eröffnet, aus deren Verlauf wir nicht näher eingehe» wollen. )̂ Am 17. März 14.87 kam es zum Friedensschlüsse. Ge- mäß demselben gaben die drei Bünde dein Herzoge die Täler Blegno, St. Giacomo, Bormio und alle sowohl früher als jetzt eroberten Orte mit Schlössern und Türmen als freies Eigentum zurück. Nach erfolgter Rückgabe des eroberten Ge- bietes soll der Herzog den Bündnern die nämlichen Zollfrei- heiten gewähren, die er den Eidgenossen zugestanden hat. Auch der Handelsweg bei Bormio wird den Bündnern freigegeben. Der Herzog bezahlt den Bündnern 12,000 Golddukaten unter der Bedingung, daß keine Beute mehr aus dem Veltlin weg- geführt werde.») Wichtig für die Bündner war insbesondere die Zollfreiheit und der freie Durchpaß bei Bvruno. Der Vorteil, welchen der Bischof und die Bünde aus diesem Kriege zogen, war also ein sehr bcdeuteuder, abgesehen davon, daß infolge ihres ehrenvollen Kampfes das Ansehen ihrer Macht in hohem Maße zunehmen mußte. Gegenüber Kaiser und Reich erwies sich Bischof Ort- lieb als getreuer Reichsfürst. Bei Kaiser Friedrich erfreute er sich eines besonderen Ansehens und Vertrauens. Friedrich verlieh ihn, am 20. September 1459 die Regalien uud be- stätigte ihm alle Rechte und Freiheiten des Hochstiftes. )̂ Am 16. Oktober gl. I. bestätigte ihm der Kaiser alle Gold-, Silber-, Kupfer- und Eisenbergwerke, welche dem Hochstifte von altersher gehören und belehnt ihn mit allen Bergwerken, ') Jecklin l. c. S. 26 ff. 2) Ausführliches siehe bei Jecklin l. c. S. 80 ff. l. c. S. 59. )̂ Chur-Tirol. Arch. B. f. 1661,'.