- 9 - Ueber den Ausdruck „Schnitz" sagt Dr. Anton Brunner in seiner Arbeit „Die Vorarlberger Landstände von ihren Anfängen bis-zum Beginn des 18. Jahrhunderts". Innsbruck 1929. (Univer- sitätsverlag Wagner) S. 82, daß die Abgabe, die im Jahre 1563 auf dem Konstanzer Ausschußlandtag als „Königsschnitz" bewilligt wurde, Schnitz genannt worden sei, weil sie in 5Teilsummen bezahlt werden mußte. Brunner fügt weiter bei! „Die einzelnen Teile eines Apfels oder einer Birne werden aber auch heute noch bei uns „Schnitz" genannt, und so erging es auch den einzelnen Teil- summen dieser außerordentlichen Hilfsgelderbewilligung unserer Stände vom Jahre 1563." Diese Auslegung kann ohne weiteres auch auf den Schnitz in Vaduz und Schellenberg angewendet werden, nur daß hier der Ausdrück nicht erst neu geprägt, sondern von der Nachbarschaft übernommen wurde. Das im Nachstehenden möglichst getreu abgedruckte „Leger- buch" liegt im Regierungsarchiv in Vaduz (älteste, nicht in Faszikel gegliederte Abteilung). Ausgelassen wurden die ziemlich häufigen Anmerkungen über Zahlung oder Verrechnung der Schnitzgelder. Das „Buch" ist ein Heft von weißlichem Papier mit grauem Papierumschlag, im Seitenformat von 22/34 cm. Oben auf der Rückenseite ist das Heft von Mäusen auf eine Höhe von 4 cm und eine Breite von 9 cm angenagt. Im Uebrigen ist die Urkunde verhältnismäßig gut erhalten. Vier verschiedene Schreiber haben an dem Buche gearbeitet, und darauf ist es auch zurückzuführen, daß die Euldenbruchteile.bald in Batzen, bald in Kreuzern angeführt sind. Es waren: 1 Gulden (fl) — 15 Batzen (bz) oder 69 Kreuzer (kr) ooer 210 Pfennig (d); 1 Kreuzer ^- 3^2 Pfennig: 1 Batzen ^ 4 Kreuzer. (Vergl. auch Büchel. Jahrbuch 6.)