— 61 - für das heilige Opfer reifte in ihm Wertschätzung und Liebe für das eucharistische Opsermahl. Jeden Monat holte er sich Licht, Kraft und Leben vom lebenspendenden Brote. So hatte er es eben paar Tage vor der Erkrankung gehalten. Als die erste Wendung eintrat, empfing er mit sichtlich tiefer Andacht die heiligen Sakramente der Buße, des Altars und die heilige Oelung. Zum Sohne des heiligen FranzisKus, der ihn die letzte Woche voll Liebe betreute, sagte er mit männlich starkem Ak- zent: „Bringen mir, Hochwürden, bitte, so oft Sie Können, die heilige Kommunion. Und lassen Sie sich durch gar niemand behindern, nicht wahr, Sie lassen sich durch niemand behindern. Meine Gedanken Kommen immer wieder darauf zurück". „Wie der Hirfch nach dem Wasserquell lechzt, so meine Seele nach Dir, meinem Gott". (x>8. 41,2.) Dieser Durst nach den Gnaden- Quellen, die hinübersprudeln ins wahre, ewige Leben, erfüllte ihn mehr und mehr. Als er, wie es bei Schwerkranken häufig geschieht, nicht mehr Tag von Nacht und einen Tag vom andern zu scheiden vermochte, war er unruhig, solange man ihm nicht versichern Konnte, daß er die heilige Kommunion am Morgen empfangen hatte: „unruhig ist mein Herz, bis es ruht in Dir" (St. August). So hatte auch diese Seele, wie alle großen, edlen, tiefen und reinen Seelen die Augustinus-Erfahrung gemacht: daß der Blumenkelch unseres Herzens nur an der Sonne Gottes seine Ruhe und Sättigung findet. Wie ein Abglanz dieser seelischen Ruhe, war, war nach dem Zeugnis der Vielen, die den Leichnam besuchten, der Friede auf den Zügen des in Gott Entschlafenen. Soll ich nun alles zusammenfassen? Da Kommt mir in den Sinn ein Gespräch mit dem Prinzen über Biographien und biographische Skizzen. Ich hatte wieder eine solche gelesen und sprach meine volle Genugtuung aus. Aber der Prinz, sonst ein Freund, ja ein Verehrer bedeutender Bücher, äußerte sein