- 95 - nicht bediente. Ein gleiches geschah bei dem Kronprinzen (und den Prinzessinnen), bei welchem der Fürst nach kurzem Verweilen zur Audienz zugelassen wurde. Er bedeckte sich aber wieder beim Kron- prinzen, welcher ihm während der Anrede mit größter Aufmerksam- keit zuhörte und mit auffallend guter Art gauz frei antwortete. Dann präsentierte der Fürst der ganzen königlichen Familie seinen Neffen und die anwesenden jungen Grafen v. Karrach, Söhne des Ministerpräsidenten zu Brüssel, wie auch den Legationssekretär. Es war der Kerr Kardinal Flenry bei allen diesen Audienzen, außer bei den Damen zugegen. Nach Vollbringung dessen wurde zur Tasel Anstalt gemacht, und wurden diesen Tag sowohl der Fürst, als auch alle seine Cava- liere, Beamte und Dienerschaft bei Kof traktiert. Es fanden sich bei der ersten Tafel der Fürst nebst vielen vom Kof, die die Tafel- honeurs machten. Bei der zweiten Tasel waren die fürstlichen Beamten mit den Sekretären, bei der dritten die Pagen, bei der vierten die Kammerdiener, bei der sünsten die Livreebedienten. „Weilen solche Taffeln königlich, mithin ist an deren Güte und Kostbarkeit nicht zu zweifeln." Anter dieser Zeit, weil die Wägen im Schloßhos stehen blieben, näherte sich denselben der ganze große Kos und examinierte alles „bis auf das Eingeweide." Was aber bei dem bekannten französischen Genie zu bewundern, daß sie von allem vollkommen vergnügt zurück- gingen, nichts anderes ausstellend, als daß man nicht alle Wochen mit dergleichen Schönheiten sie zu befriedigen suche. Als gegen 7 Ahr alles zu Ende wäre, wurde der Fürst wieder in des Königs Wagen und mit bekannter Begleitung nach Paris zurück geführt. Am 5. Januar folgte dann beim Fürsten das große Mahl, welches wegen der Menge und Güte der Speisen, besonders aber wegen der Kostbarkeit des Dessert (Nachtisch) sehr bewundert wurde, so daß die Noblesse sogar angefahren kam, es zu sehen. Die Bürger- lichen aber und das gewöhnliche Volk, das man alles sehen ließ, machten es nötig der Ordnung und Sicherheit halber, daß man 50 Schweizer von der Garde zum Schutze bei Auftragung der Speisen, zur Bewachung des aller Orten herum liegenden Silbers und wegeu des Gedränges des mit Gewalt eindringenden Volkes. Das Back-