— 51 — In den ersten Tagen nach der Ankunft in Prad hatte unser Kontingent keinen Dienst zu leisten. Erst am 9. August erhielt es den ersten Dienstbefehl; der lautete, es wolle Mittags 12 5lhr den Prader Stationsposten bei der Alarmstange durch 1 Unteroffizier, 1 Aufführer und 6 Gemeine ablösen und bis auf weiteres über- nehmen, weil das in Prad befindliche Detachement der Glurnser Schützen einzurücken habe. Aber schon am gleichen Tage erging der weitere Befehl von der Kalbbrigade des Majors von Metz, daß das Liechtensteinische Kontingent am 10. August früh nach Sta. Maria in Marsch zu setzen sei. Der Weg nach dieser 2512 m hoch gelegenen Ortschaft ging über das 2758 m hohe Stilfser Joch. Aeber diesen Marsch und über das bis dahin in Tirol Erlebte gibt Rheinberger in seinem Briefe vom 11. und 12. August eine anschauliche Schilderung, die im Wesentlichen hier wieder gegeben sei. Nach einigen Mitteilungen, die im Vorstehenden bereits ent- halten sind, sagt Rheinberger: Er teile den Tisch mit einem Proviantoffizier und sei gut aus- gehoben. Von Prad aus werde die Äalbbrigade mit dem Nötigen versehen. Die ausgezeichnete, dein Verfalle anheimgestellte Straße komme gilt zu statten. Dennoch koste 1 Klafter Äolz auf dem Berge 30 fl. Den ganzen Tag gehen Wagen ab und zu. Schon glaubte Rheinberger, das Kontingent finde keine Ver- wendung auf dem Joche, und er wartete mit Angeduld auf den 10. August. Aber schon am 9. August abends 9 Ahr erhielt er den schon erwähnten Befehl, das Kontingent andern Tages nach Sta. Maria in Marsch zu setzen. Man erwartete einen Angriff der Italiener auf den 11. August früh. Weil nichts vorbereitet war, ließ Rheinberger noch geschwind Brot, Kolz und Stroh fassen, requirierte Wagen und kaufte große Kochkessel, weil die kleinen des Kontingents da oben unpraktisch seien. Die Tornister lind Zwilch- uniformen wurden unten deponiert. 5 Ahr früh war das Kontin- gent marschfertig und trat den 5 V« Meilen (also mehr als 10 Stunden) langen Marsch über den Berg an. Die Großartigkeit der Natur und die prachtvolle Straße lasse sich nicht beschreiben. Es ging gut vorwärts. Aus der Franzenshöhe machte der Kommandant den letzten Äalt und die Leute labten sich dort in der Kantine. „Was die den