III. Die Scelsorge bis zum Untergang des Klosters. 63 die Angelegenheit in die Hand nehme, er habe das auch dem Abt von Roggenburg berichtet. Als l>. Marianus Abt geworden, schrieb er dem Abt von Rog- genburg, er möge die Sache befördern, da es das einzige Mittel sei, den Konvent zu erhalten. Eine Versammlung der Äbte in Schwaben bat den Nuntius noch- mals um seine Unterstützung. Es sollen aber auch alle religiösen Pri- vilegien von St. Luzi auf die neue Abtei in Bendern übergehen. Das leibliche und geistliche Wohl der Patres verlange eine Verlegung. Der Eeneralvisitator aber war dagegen und schrieb im ablehnen- den Sinne an die Prälaten. Er meinte, man solle nichts verlaufen, sondern den Papst ersuchen, dasz der Abt in Bendern residieren dürfe mit dem Titel „Abt von St. Luzi", und einige Patres in St. Luzi bleiben können. Am 27. August berichtete der Bischof von Chur dem Abt von Roggenburg, der Papst habe die Abtei in St. Luzi wieder bestätigt und es solle die Abtwahl sofort stattfinden. Papst und Bischof waren gegen die Verlegung, weil sie gegen die kirchlichen Grundsätze verstoße. So unterblieb die Verlegung. Dies rechtfertigte sich um so mehr, als sich unter den beiden Nachfolgern des Abtes Milo das Kloster in erfreulicher Weise hob. Seine Disziplin und sein wissenschaftliches Streben wurden gerühmt. Auf Milo folgte zunächst als Abt I'. Marianus Heisz. Er hatte als Administrator in Bendern die Streitigkeit wegen des Novalzehn- ten erlebt, wovon an anderer Stelle die Rede sein wird. Peter Kai- ser nennt ihn einen gewandten aber kränklichen Mann. Er starb, wie seine Erabschrift sagt, in Chur reich an Verdiensten i. I. 1731. Aus ihn folgte als Abt I'. Makarius Meszmer aus Konstanz gebürtig. Er war einer der eifrigsten und tätigsten Äbte von St. Luzi. Am 26. Okt. 1738 schrieb er an das Oberamt. Abt Milo habe i. I. 1724 einen Weinberg in Eschen gekauft. Nun höre er, ein fürstliches Dekret bestimme, dasz keine Güter an Geistliche und Klö- ster verkauft werden dürfen. Er frage nun an, wie es sich verhalte. Das Oberamt antwortete, den Weinberg in Eschen könne das Klo- ster behalten unter dem Vorbehalte, dasz derselbe dem Steuerkataster unterworfen werde und von liechtensteinischen Untertanen nach billiger Wertschätzung wieder jederzeit an sich gezogen werden könne.