5^ den Zeitgeist getreu wiedergeben, malte den Fürsten in zwei Bild- nissen. Das größere, im prioatbesitz des regierenden Fürsten befind- liche, ein Kniestück, stellt den Fürsten in glänzender Rüstung dar, geschmückt mit dem Grden des Goldenen Vlieses, den Feldherrnstab in!der Rechten, den Hermelin über die Schulter geworfen. Das zweite Kleinere, der Galerie einverleibte Bild, zeigt den Fürsten im prunk- vollen Grnate des Goldenen Vließes in hochrotem Samttalar, da- rüber eiwen Purpurmantel, die schwere Goldkette mit dem Grden umge'hangen, Helm und Harnisch zu seinen Füßen, eine glanzvolle, majestätische Erscheinung. Die Wirkung des Bildes wird durch einen mächtigen, in reichstem Faltenwurf gehaltenen Teppich, von zwei griechischen Säulen flankiert, eindrucksvoll vermehrt. Der Fürst besaß eine ausgesprochene Neigung, sich porträtieren zu lassen und bedachte mehrere Künstler mit diesbezüglichen Kufträgen. Das viel- bewunderte Bild „Die Lautenspielerin" von Michelangelo Taravaggio (1569—16l)9), der es vom einfachen Maurer bis zum berühmten Maler brachte, einem Krassen Naturalismus huldigte und dessen abenteuerliches Leben durch einen Meuchelmörder endete, soll der Fürst während des italienischen Fcldzuges 1767 erworben haben. Aus der großen Zahl der vom Fürsten erworbenen Werken zeitgenössischer Künstler seien einzig noch zwei Bilder des liechten- steinischen Palais im Klsergruno angeführt, gemalt von dem großen Lernardo-Tanaletto (eigentlich Bellotto, l720—1780), der auch in Wien tätig war, ein überaus fruchtbarer Maler und Radierer, dessen Stärke in der naturgetreuen Wiedergabe von Lichteffekten liegt. Die Krone der Erwerbungen a!ber bilden die Gemälde von Rubens und van DnK, das berühmte Selbstportmit mit der Reiherfeder von Rembrand, in des Meisters srohesten Tagen gsmalt, ein Bild von Lionardo da Vinci und zahlreiche Bilder der niederländischen Klein- malerei. Lionardo da Vinci, von dem überhaupt nur wenige Bilder völlig unbestritten sind, ist vertreten mit dem Bildnis eines jungen Mäd- chens (Ginevrada Benci), 'eine etwa um 1475 entstandene Jugendarbeit des genialen Florentiners, welche bereits die Grundlinien der be- rühmten Monna Lisa zum Ausdruck bringt. Ueber die vom Fürsten erworbenen Rubens'schen Gemälde urteilt die Kunstkritik, daß ohne die Liechtenstein-Galerie Rubens überhaupt nicht Kennen zu lernen ist. Rchtundzwanzig Werke des Flamländers zieren die Galeric, die vergleiche das Titelbild.