— 79 - Diejenige Person, welche am Sylvestertage morgen? im. Hause zuerst ausstand, hieß mnu deu „StubcusuchS", deu Laug- schläscr deu „Sylvester", Am Abend ivar die ganze Familie im Hanse fröhlich plau- dernd beisammen, machte wohl mich Spiele, aß Birncnbrot nnd erwartete gespannt den Anbrnch des neuen Jahres, denn jeder wollte dem andern den Rang zum Neujahrauwüuschen ablaufen. Am NenjahrSmorgcn boten die einander Begegnenden den Neujahrswuusch, Dabei war es Nvlksglaube: der erste Neujahrswuusch von einem Mannsbilde geboten, bedeutet Glück, der vou einem alten Weibe — Unglück. Ein NolkSgebrauch war auch daS Sterusiugeu am Abend vor Dreiköuig oder am Feste selbst. Viel Wärme kam dadurch iu die kalte Winternacht oder- den Wiutertag uud noch mehr in die Herzen. Noch heute-labeu sich die Alte» au dieser Jugcuderinneruug, Den Sternsingern gegenüber waren die Leute immer sreigebig. Eiu DreiköuigSlicd hatte ungefähr folgeudeu Wortlaut: -Wir hl, drei König mit irrendem Stern, Wir suchen Herrn Jesum uud hätten ihn gern. Wir kamen ja wohl vor Hcrvdes seiu Haus, Herodes, der schaute zum Feuster hinaus, HerodeS, der sprach mit falschem Bedacht: Warum ist der hinterste König so schwarz? Er ist nicht schwarz, ist wohl bekcmut, Ist König Kaspar aus dem Morgenland. So biete du mir die rechte Hand! Nein, ich biete sie dir nicht; Du bist Kvuig Herodes, dir trauen wir nicht l Wohin steht dein Ansinnen? Zu Bethlehem im alteu Stall, Wo Jesus Christkiudleiu geboren ward. Wenn Jesus Christkiudleiu uicht wäre geboren,. So wären nur alle zusammen verloren. Wir steigen alle drei ins Bergle hinauf. Wir scheu einen Stern' wohl über dem Haus-, Wir treten alle drei ins Häuserl hinein.