— 151 — Der älteste unter diesen Brüdern wird Eberhard gewesen sein. Schon 1328 war er Conventuale des Klosters Reichenau. Im Jahre 1343 wurde er auf Grund eines Compromisses zum Abt seines Gotteshauses gewählt. Schon beim Regierungsantritt Eberharts befanden sich die Finanzen des Klosters Reichenan in einem bedenklichen Zustand, und der Neugewählte war keineswegs der Mann, hier rettend oder auch nur helfend einzugreifen. Dafür mischte er sich in die innern Angelegenheiten des benachbarten Hochstifts Constanz. Als am 2l. Januar 1356 Bischof Johann ermordet wurde, soll Abt Eberhart die Hand im Spiele gehabt haben, um wohlbegrüudeten Geldsorderungen des Bischofs zu ent- gehen und vielleicht selbst zur Bischofswürde zu gelangen. Die Mörder seien nach vollbrachter Tat aus die Reichenau geflüchtet und Hütten hier eine sichere Zuflucht gefunden. Nach vergeblichen Bemühungen, selber die vakante Stelle zu erhalten, habe Abt Eberhart seinen Bruder Heinrich, Abt in Einsiedeln, vorgeschoben, der daun auch wirklich zum Ziele gelangte. So behaupteten 12 Jahre nach der Freveltat Rat und Bürger von Constanz, als sie mit Bischof Heinrich und der ganzen Familie der Herren von Brandis in Konflikt geraten waren. Auf jeden Fall hat Bischof Heinrich es stets vermieden, die jedermann wohlbekannten Mörder seines Vorgängers zn verfolgen. In der Folgezeit wurde die Reichenau immer mehr der Zu- fluchts- und Versorgungsort der weitläufigen Verwandtschaft des Abtes. Um die Mitte der Sechzigerjahre geriet das Kloster in einen hitzigen Streit mit der Stadt Constanz. Mangold III. von Brandis, Klosterherr und Kellerer von Reichenau, ein Neffe des Abtes, nnd Eberhart von Altenklingen, der Cantor des Gotteshauses, stießen nämlich bei einer Kahnfahrt auf den Constanzer Fischer Matthäus^ der im Gebiet der Abtei gefischt haben sollte. Ohne weiteres überfielen die beiden Conventualen und ihr Begleiter deu Un- glücklichen uud stachen ihm die Augen aus. Voll Zorn über das Verbrechen eilten die Constanzer Bürger noch am gleichen Tage bewaffnet nach der Reichenau, verbraunten und zerstörten die beiden Häuser uud raubten Hab und Gut der zwei, schuldigen Klosterherren. Iu der sich nun entspinnenden Fehde gelang es den Reichenauern, den Constanzer Stadtammann Ulrich von