308 Bundes und des DM.01-AV-OS mit speziellen Anpas ­ sungen für Liechtenstein entstanden. Die Legende für den Plan für das Grundbuch wurde komplett von der Schweiz übernommen. Im Sommer 2004 wurde der Begriff Geodatenin- frastruktur (GDI) geprägt und durch einen Be ­ schluss der Regierung besiegelt. Er löste den bis da ­ hin gebräuchlichen Begriff LIS/GIS ab. DAS NEUE FIXPUNKTNETZ Die Erneuerungen der Landesvermessung in der Schweiz haben auch in Liechtenstein zu Erneue ­ rungsarbeiten geführt. 1997 wurde das Bundesamt für Landestopographie beauftragt, ein Konzept für die Behandlung der Fixpunkte der Parzellarvermes ­ sung zu erarbeiten. Dabei war die Erneuerung so ­ wohl des Lagefixpunktnetzes, also der Triangulati ­ onsfixpunkte, als auch des Höhenfixpunktnetzes vor ­ gesehen. Aufbauend auf diesem Bericht wurden die Fix ­ punkte neu gemessen und den Erfordernissen ent ­ sprechend in den bisherigen und neuen Bezugsrah ­ men gebracht und auch Bezug zu Punkten in den angrenzenden Kantonen St. Gallen und Graubün ­ den genommen. Diese Arbeiten konnten im Jahr 2004 abgeschlossen werden. Bezüglich der Höhen hat das Bundesamt für Lan ­ destopographie vorab entschieden, den Bezugsrah ­ men auf dem alten Höhenrahmen LN 02 verbleiben zu lassen. Eine Überprüfung des liechtensteinischen Nivellementnetzes ergab, dass gegenüber dem Schweizerischen im Rheintal Unstimmigkeiten von wenigen cm Vorlagen. Im Berggebiet waren es etwa 25 cm. Weil das Gebrauchshöhennetz in Liechten ­ stein in sich relativ homogen war und die Anpas ­ sung an das Schweizer Landesnivellement beachtli ­ che Aufwendungen und Fehlerquellen, nicht zuletzt im Fachgebiet des Siedlungswasserbaus, mit sich gebracht hätte, entschloss man sich, das bisherige Gebrauchshöhennetz zu belassen und nur Unstim ­ migkeiten einzelner Punkte zu bereinigen. Der Feh ­ ler für das Berggebiet wurde durch Einführung ei ­ nes spezifischen Höhenmassstabes ausgeglichen. Gleichzeitig wurden die Berechnungsarbeiten zur neuen Dreiecksvermaschung (FINELTRA, das Programm von swisstopo für die Transformation zwischen den Bezugsrahmen LY 03 und LY 95) für das neu definierte Lagefixpunktnetz aufgenommen. Eine Besonderheit stellt das bekannte Rutschgebiet Triesenberg dar. Innerhalb des Rutschgebietes wur ­ den keine Transformationsstützpunkte definiert und das ganze Rutschgebiet über die FINELTRA- Vermaschung grossräumig auf LY 95 transformiert. Das sanierte Fixpunktnetz bildet nun die Grundlage für amtliche Vermessung, die nun in Schritten eben ­ falls in den Bezugsrahmen LY 95 zu überführen ist. DAS NEUE VERMESSUNGSGESETZ Das neue Vermessungsgesetz wurde im Frühjahr 2005 in Kraft gesetzt. Unmittelbar darauf wurde auch die zugehörige Verordnung erlassen. Im neuen Gesetz wurde den längst vollzogenen Änderungen in mehreren Bezügen Rechnung getragen, Boden ­ nutzung, Bodenzusammenlegungen, -umlegungen und -Verbesserungen sollten mit Neuvermessungen einhergehen. Es fehlte auch eine klare Unterscheidung der rechtlichen Stellung der neuen Grundbuchpläne, die nach dem damals neuen Gesetz hergestellt waren und denjenigen des Altkatasters. Die rechtliche Re ­ levanz des Altkatasters war im Gesetz nicht behan ­ delt. Man war offenbar der Ansicht, die Neuvermes ­ sung des ganzen Landes sei eine kurzfristige Ange ­ legenheit. Die Pläne des Altkatasters waren aber Pläne für das Grundbuch und blieben das für viele Jahre. Das alte Gesetz aber war ausser Kraft. Das Sachenrecht des Jahres 1923 enthielt den folge ­ schweren Artikel 48 mit dem Wortlaut: «Die Gren ­ zen werden durch die Abgrenzungen auf dem Grundstück selbst angegeben. Ihre Richtigkeit wird vermutet.» Damit hatte der Altkatasterplan eine nur sehr geringe Rechtskraft. Dennoch war er für Grenzfestlegungen in den meisten Fälle das wich ­ tigste und wohl auch das richtigste Dokument. Grenzverläufe auf dem Feld konnten sich durch Nutzungsänderungen oder -gewohnheiten auch