18 — Verses, in welchem er sich zur Anschaffung fürstenmäßiger unmittel- barer Reichsgüter und bis dahin zur Leistung eines jährlichen Aequivalentes für die Reichslasten verpflichtete. Mit dem Ab- schlüsse des Tauschvertrages war die Bedingung erfüllt und Vaduz und Schelle nberg hiernach zu einem Pri- mogeniturstammgute des fürstlichen Hauses Liechten- stein erklärt. Der Vertrag erhielt die kaiserliche Bestätigung. Die Uebergabe und Huldigung fand am 5. September 1718 in Vaduz statt. fiMjgungsM vom 5. September I7IS. Ueber diese mit besonders großer Feierlichkeit vor sich ge- gangene Huldigung wurde von dem kaiserl. Notar Lucas Radius von Lindau ein sehr ausführliches Protokoll abgefaßt, welches dem fürstl. liechtensteinischen Familienarchiv einverleibt wurde. )̂ Nach einer Einleitung über den Zweck der Feier berichtet das Protokoll, „daß zwischen sieben und acht Uhr sich die znr Huldigung gehörenden Vaduz- und Schellenbergischen Unterthanen, und zwar soviel deren bewöhrt unter ihren Fahnen, unten in dem Dorf zu Vaduz bei dem Schießhaus eiugefunden haben. Alle Landammünner und Gerichtspersonen fanden sich um solche Zeit ebenmüßig auf dem Schloß zu Vaduz in dem großen Saal mit ihren Mänteln und Hellbarden ein. Hierauf wurden beederseits sowohl in der Schloßkapelle als unten in dem Dorf in Laneti I^loriiii Kapellen von anwesenden Hofkaplänen und fremden Geist- lichen einige heilige Messen gelesen." Dann hielt ein Kapuziner- Pater von Mels unter freiem Himmel vor der Florinskapelle, wo sich eine große Volksmenge versammelt hatte, die Huldigungs- Predigt und Abt Milo von St. Luzi „als zumahliger Administrator des unter der fürstlichen Landesobrigkeit gelegenen Praemonstra- ') In meiner Urkundensammlung besitze ich eine beinahe vollständige Abschrift dieses umfangreichen Protokolls. Da aber die 2 vordersten Blätter fehlten, wurde im Regierungsarchiv nach dem Original gesucht, aber nichts gefunden. Durch die dankenswerte Intervention des Herrn Kabinettsrats v. In der Maur wurde mir alsdann das im fürstl. Familienarchiv in Wien aufgefundene Original-Protokoll znm Zweck dieser Arbeit überlassen. Das- selbe füllt 52 große Pergamentblätter und ist in reichem Einbande tadellos erhalten.