die in die Zukunft weist, verzögert oder gar fallen gelassen wird. Niemand will kompetent sein, wenn man Entscheidungen treffen sollte. Das Schulamt soll angeblich über schulische Fragen entschei­ den, aber schließlich entscheiden nicht Experten, sondern die Regie­ rung, bestehend aus Freizeitpolitikern. Das soll aber nicht heißen, daß das Schulamt mit Experten besetzt ist. Wir können in diesem Artikel kein Modell entwerfen, dafür gibt es Spezialisten. Wir können nur Kritik üben an den jetzigen Zuständen und eine Idee geben, wie Liechtenstein ein wirklich gutes System aufbauen könnte. In ganz Europa existieren Lehrpläne, die einen bestimmten Bildungs­ weg zeigen, und doch sind diese Lehrpläne von Land zu Land ver­ schieden. Alle bieten Vorteile, aber auch alle weisen Nachteile auf. Es wäre für Liechtenstein sicher kein Problem, aus diesem ausgiebigen Angebot den für Liechtenstein günstigsten Lehrplan zu wählen oder Kombinationen aufzustellen. Es scheint einfach, daß Liechtenstein in Sachen Bildung einen Alleingang gehen will, es will autonom sein, selbst entscheiden, keine ausländischen Beispiele kopieren, obwohl im Lande selbst Fachleute dieser Richtung gänzlich fehlen und am Ende doch ausländische Muster kopiert werden müssen, aber vermutlich dann Jahre zu spät. Wer leidet an diesem Zustand? Nicht die Eltern, nicht die Politiker, nicht das Schulamt, sondern einzig die Schüler und die Schule, und schließlich eben auch wieder Liechtenstein selbst. 74