Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

Devisen 
Euro fällt zum 
Franken auf den 
tiefsten Stand seit 
Anfang Oktober 
ZÜRICH Der Euro setzt zum Wo- 
chenschluss die seit Tagen an- 
haltende Schwächephase fort 
und fällt auf den tiefsten Stand 
seit gut zwei Monaten. Am frü- 
hen Freitagnachmittag notierte 
die Einheitswährung bei 1,0883 
Franken. Auch der US-Dollar 
neigt seit einiger Zeit zum Fran- 
ken zur Schwäche und steht ak- 
tuell bei 0,9810 Franken. Der 
Schweizer Franken profitiere 
derzeit von Fremdwährungsver- 
käufen hiesiger Exporteure vor 
dem Jahresende, schreibt die Va- 
liant Bank in ihrem Devisenkom- 
mentar. Aber auch die Suche 
nach einem sicheren Hafen und 
die zum Jahresende ausgedünn- 
ten Handelsvolumen könnten zu 
diesem Aufwertungsschub im 
Franken geführt haben. Solche 
Bewegungen kämen vor dem 
Jahresende häufig vor und wür- 
den durch die sich im Hinblick 
auf die Feiertage ausdünnenden 
Volumina verstärkt. «Damit gibt 
es für die SNB keine geruhsa- 
men Weihnachtsfeiertage, denn 
bei den aktuell kleinen Handels- 
volumen besteht die Gefahr von 
sich rasch selbst verstärkenden 
Bewegungen», schreibt die Vali- 
ant Bank. (awp/sda) 
null 
SAMSTAG 
21. DEZEMBER 2019 
Warum versendet 
man noch 
Weihnachtskarten, 
wenn es Inserate 
gibt? 
Das Liechtensteiner Volksblatt wünscht 
all seinen Lesern, Abonnenten und 
Inserenten auf diesem Weg eine frohe 
und besinnliche Weihnachtszeit 
und einen guten Rutsch ins neue Jahr! 
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Schweiz erzielt im dritten Quartal 
hohen Leistungsbilanzüberschuss 
Konjunktur Die Schweizer 
Volkswirtschaft hat im drit- 
ten Quartal 2019 zwar erneut 
einen hohen Überschuss 
erzielt: Sie nahm insgesamt 
über 18 Milliarden Franken 
mehr ein als sie ausgab. 
Allerdings fiel der sogenannte Leis- 
tungsbilanzüberschuss nicht mehr 
ganz so gross aus wie in den drei Mo- 
naten zuvor, als er noch 19 Milliar- 
den Franken betragen hatte. Dage- 
gen ist der Überschuss um 5 Milliar- 
den Franken höher als vor einem 
Jahr, wie die Schweizerische Natio- 
nalbank (SNB) am Freitag mitteilte. 
Der Anstieg sei in erster Linie auf die 
grösseren Einnahmen im Waren- 
handel zurückzuführen. 
Sprudelnde Exporteinnahmen 
Dort kletterten die Einnahmen um 8 
Milliarden auf 88 Milliarden Fran- 
ken. Das ist der zweithöchste Quar- 
talsstand aller Zeiten, wie ein Blick 
in die Statistik zeigt. Lediglich ein- 
mal hat der Warenhandel noch mehr 
eingebracht: Im zweiten Quartal 
2013 knackten die Einnahmen die 
Grenze von 100 Milliarden Franken. 
Das jetzige Plus ist vor allem den 
sprudelnden Exporteinnahmen zu 
verdanken, die gegenüber dem Vor- 
jahr um 5 Milliarden auf 60 Milliar- 
den Franken zulegten. Zudem stie- 
gen die Goldexporte, welche nicht 
der Geldpolitik dienen, um 4 Milliar- 
den Franken. 
Gesamteinnahmen sprudeln 
Die Einnahmen aus dem Transithan- 
del fielen etwas höher aus als vor ei- 
nem Jahr. Dagegen stagnierten die 
Einnahmen aus dem Dienstleis- 
tungshandel bei 32 Milliarden Fran- 
ken. Leichte Zunahmen bei den Ein- 
nahmen aus Telekommunikations-, 
Computer- und Informationsdiens- 
ten sowie Wartung und Reparatur 
seien durch einen Rückgang der Ein- 
nahmen aus Lizenzgebühren kom- 
pensiert worden, erklärte die SNB. 
Insgesamt erhöhten sich die Einnah- 
men der Schweizer Volkswirtschaft 
von Juli bis September auf 166,9 Mil- 
liarden Franken. Das ist der höchste 
Stand in einem Sommerquartal aller 
Zeiten. Auf der anderen Seite gingen 
die Ausgaben im Vergleich zum Vor- 
jahresquartal leicht auf 148,8 Milli- 
arden Franken zurück. Per saldo er- 
gibt dies einen Leistungsbilanzüber- 
schuss von 18,1 Milliarden Franken, 
wobei die Zahlen provisorisch sind 
und sich noch relativ stark ändern 
können. Verantwortlich dafür wa- 
ren tiefere Erträge aus Direktinvesti- 
tionen in der Schweiz. Der Leis- 
tungsbilanzüberschuss ergibt sich 
aus einem positiven Saldo aus Wa- 
ren und Dienstleistungen von 22,0 
Milliarden, einem Minus bei den Pri- 
märeinkommen (Arbeits- und Kapi- 
taleinkommen) von 1,0 Milliarden 
und einem Minus bei den Sekundär- 
einkommen (laufende Übertragun- 
gen) von 2,9 Milliarden Franken. 
Hoher Überschuss typisch 
In der Leistungsbilanz werden alle 
Einnahmen und Ausgaben einer 
Volkswirtschaft erfasst, wobei ne- 
ben dem reinen Warenhandel auch 
der Handel mit Dienstleistungen 
(Tourismus etc.), Arbeits- und Kapi- 
taleinkommen sowie laufende Über- 
tragungen dazu gezählt werden. Das 
Minus bei den Sekundäreinkommen 
ist typisch für die Schweiz und ist 
vor allem auf Geldübertragungen 
von ausländischen Personen in ihre 
Heimatländer zurückzuführen. Ein 
hoher Leistungsbilanzüberschuss ist 
für die Schweizer Wirtschaft seit 
vielen Jahren typisch, wirft aber 
auch immer wieder Kritik hervor. 
Deutlich höhere Einnahmen als Aus- 
gaben sind gemeinhin vor allem ein 
Zeichen für eine unterbewertete 
Währung. 
Druck aus den USA 
Die US-Regierung hatte die Schweiz 
denn auch zwischenzeitlich – we- 
gen des Überschusses bei der Leis- 
tungsbilanz, aber auch wegen der 
starken Deviseninterventionen – 
auf eine Liste potentieller «Wäh- 
rungsmanipulatoren» gesetzt. Und 
nun läuft die Schweiz Gefahr, wie- 
der auf die Liste zu kommen. Um 
auf diese US-Liste zu kommen, müs- 
sen drei Kriterien erfüllt sein. Ers- 
tens darf ein Land keine einseitigen 
Deviseninterventionen im Umfang 
von mehr als 2 Prozent des eigenen 
BIP innert acht Monaten tätigen. 
Zweitens ist ein Exportüberschuss 
im Güterhandel von mindestens 20 
Milliarden mit den USA und drit- 
tens ein Leistungsbilanzüberschuss 
von 2 Prozent gemessen am eigenen 
BIP nötig. Die Schweiz ist bei allen 
drei Kriterien an der Grenze oder 
erfüllt sie gar klar.   (awp/sda) www.volksblatt.li
	        

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