Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

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14. DEZEMBER 2019 
IMPRESSUM 
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Der Nahe Osten, eine Welt für sich? 
Senioren-Kolleg Der Nahe Osten durchlief im 19. und 20. Jahrhundert einschneidende politische und gesellschaftliche 
Veränderungen. Der Islamwissenschaftler Ulrich Brandenburg vom Asien-Orient-Institut der Universität Zürich referierte 
über die Hintergründe der regionalen Entwicklung seit der islamischen Frühzeit über das Osmanische Reich bis heute. 
Islamwissenschaft 
sei keine The- 
ologie, betonte der Referent. Die 
Wissenschaft befasse sich mit 
der neutralen Erforschung und 
Beobachtung von Entwicklungen, 
mit der Interpretation und dem 
Verständnis des modernen Islam. 
Dieser sei das Resultat eines Dialogs 
zwischen Muslimen und Nichtmusli- 
men, ein Produkt des späten 19. und 
frühen 20. Jahrhunderts. 
Nicht alles, was mit dem Islam be- 
gründet werde, könne aus dem Ko- 
ran abgeleitet werden. Zudem gebe 
es unterschiedliche Ausprägungen 
des Islam, wobei die Sunniten die 
grösste Glaubensrichtung bildeten – 
rund 85 Prozent aller Muslime gehö- 
ren dazu – gefolgt von den Schiiten. 
Der Begriff Schiiten bezieht sich auf 
die Schia Ali, die Partei von Ali Ibn 
Abi Talib, einem Cousin und Schwie- 
gersohn des Propheten Mohammed. 
Die Sunniten wählten Abu Bakr, Um- 
ar und Uthman als erste drei Nach- 
folger (Kalifen) von Mohammed und 
anerkannten sie als ihre Führer. Die- 
se drei Männer waren enge Freunde 
und Vertraute des Propheten gewe- 
sen. Im Verlaufe der Jahrhunderte 
entstanden weitere verschiedenste 
Ausprägungen der beiden Glaubens- 
richtungen. Vor bald 2000 Jahren 
wurde also bereits die Konfliktlinie 
zwischen Sunniten und Schiiten an- 
gelegt. Trotz der Konflikte seien die 
Gemeinsamkeiten der beiden Gross- 
konfessionen rein theologisch grös- 
ser als die Unterschiede. 
Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert er- 
streckte sich das Osmanische Reich 
beinahe rund um das Mittelmeer. 
Auch Arabien, der Norden von Afri- 
ka und der Südosten von Europa wa- 
ren lange Zeit «osmanisch». Der Viel- 
völkerstaat mit unterschiedlichen 
Religionsbekenntnissen war geleitet 
von einer türkischen Dynastie, be- 
nannt nach dem türkischen Fürsten 
Osman, der um 1300 in Anatolien 
herrschte. Im Verlauf des 19. Jahr- 
hunderts begann der Zerfall des 
grossen Reiches. Teilgebiete wurden 
zu Kolonien europäischer Wirt- 
schaftsmächte oder machten sich 
selbstständig, wie beispielweise 
Griechenland. Nach dem ersten 
Weltkrieg wurden die arabischen 
Staaten unabhängig, jedoch nach 
wie vor unter der Vorherrschaft der 
Franzosen und der Engländer. Aus 
der Türkei selbst entwickelte sich 
der türkische Nationalstaat. Das Ka- 
lifat, die islamische Regierungsform, 
bei der die weltliche und die geistli- 
che Führerschaft in der Person des 
Kalifen vereint sind, wurde 1923 un- 
ter Kemal Atatürk abgeschafft. Seine 
Interpretation eines staatlichen Ge- 
meinwesens sah im Kern eine strikte 
Säkularisierung vor und hatte keine 
Verwendung mehr für die jahrhun- 
dertealte, gewachsene politisch-reli- 
giöse Ordnung. 
«Sehnsucht nach dem Kalifat» 
Die wirtschaftliche und strukturelle 
Entwicklung in den neu entstande- 
nen, muslimisch orientierten Staa- 
ten begünstigte auch die gesell- 
schaftliche Debatte über das Bil- 
dungssystem, über die Rolle der 
Frauen und auch über die Rolle des 
Islam in der «modernen» Gesell- 
schaft. In den vergangenen Jahren, 
begünstigt auch durch die politi- 
schen Zerwürfnisse, ist ein Wieder- 
aufleben überwunden geglaubter re- 
ligiöser Bestrebungen, «eine gewisse 
Sehnsucht nach dem Kalifat», beob- 
achtbar. Insbesondere islamistische 
Gruppierungen oder der sogenannte 
Islamische Staat (IS) berufen sich auf 
das Wort des Propheten, begehen in 
seinem Namen auch Kriegsverbre- 
chen. Nach der militärischen Erobe- 
rung eines zusammenhängenden 
Gebietes im Nordwesten des Irak 
und im Osten Syriens verkündete 
die Miliz am 29. Juni 2014 die Grün- 
dung eines Kalifats mit Abu Bakr al- 
Baghdadi als «Kalif Ibrahim – Be- 
fehlshaber der Gläubigen». Aller- 
dings handelt es sich bei diesen «re- 
ligiösen Würdenträgern» – wie etwa 
auch beim Kalifen von Köln – um 
selbsternannte Prätendenten. 
Innerhalb der muslimischen Gesell- 
schaften nimmt der Islam unter- 
schiedliche Rollen ein: Für die einen 
verkörpert er hinsichtlich der Identi- 
tät und Zugehörigkeit eine morali- 
sche Instanz, für die anderen bein- 
haltet er eine umfassende Lebens- 
weise und religiöse Orientierung, wo- 
gegen eine dritte Gruppe den Islam 
mit radikalen Zügen als Ideologie ins- 
trumentalisiert. Zahlreiche Phäno- 
mene, die den modernen Islam aus- 
zeichneten, liessen sich nicht aus- 
schliesslich aus dem Koran und den 
«Heiligen Schriften» herleiten. Sie 
seien das Ergebnis des Dialogs inner- 
halb der muslimischen Welt und ei- 
ner globalisierten gesellschaftlichen 
Debatte, so der Referent.   (hs) 
Ulrich Brandenburg: In den vergangenen Jahren, begünstigt auch durch politische Zerwürfnisse, ist ein Wiederaufl eben 
überwunden geglaubter religiöser Bestrebungen, «eine gewisse Sehnsucht nach dem Kalifat», beobachtbar. (Foto: ZVG) 
Adventsaktion 
Kinderzeichnungen 
im «Volksblatt» 
Das «Volksblatt» rief Kinder dazu 
auf, weihnachtliche Zeichnungen an- 
zufertigen, die dann bis 24. Dezem- 
ber im Rahmen des «Volksblatt»- 
Adventskalenders veröff entlicht 
werden. Diese Zeichnung stammt 
von Anouk Wagner, 5 Jahre, aus 
Schellenberg. Danke fürs Mitmachen 
und eine schöne Adventszeit! 
Übrigens: Unter allen teilnehmenden 
Kindern verlosen wir 10 Gutscheine 
à 25 Franken von Thöny Vaduz/ 
Schaan. (red) 
Vad uz / S chaan 
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Langjährige Treue 
Dienstjubiläum 
in der Industrie 
RUGGELL/ESCHEN Markus Büchel, 
wohnhaft in Ruggell, feiert am Sonn- 
tag sein 40-Jahr-Dienstjubiläum. Er 
arbeitet bei der Thyssenkrupp 
Presta AG in Eschen als Stammda- 
tenpfleger SCM. Der Gratulation der 
Firmenleitung schliesst sich die 
Liechtensteinische Industrie- und 
Handelskammer gerne an.   (eps) 
Prüfungserfolg 
Herzliche 
GratulationRUGGELL Milena Bü- 
chel aus Ruggell, 
beschäftigt bei der 
Planing Ingenieur- 
unternehmung AG, 
Balzers, hat die Aus- 
bildung zur eidge- 
nössischen Licht- 
planerin mit Erfolg 
abgeschlossen. Sie durfte im Rah- 
men der Diplomfeier in Olten aus 
den Händen der Schweizer Lichtge- 
sellschaft SLG das Diplom «Lichtpla- 
nerin mit eidgenössischem Fachaus- 
weis» entgegennehmen. Ihre Familie 
freut sich mit ihr über den erfolgrei- 
chen Studienabschluss und gratu- 
liert ganz herzlich.   (pr) 
Glaube 
Familiengottesdienst 
im Kloster St. Elisabeth 
SCHAAN Der Familiengottesdienst 
am kommenden dritten Advents- 
sonntag wird von den Kindern, die 
zum Adventstreffen das Wochenen- 
de im Kloster verbringen, gestaltet! 
Alle sind herzlich zu diesem lebendi- 
gen adventlichen Gottesdienst mor- 
gen Sonntag, den 15. Dezember, um 
11 Uhr im Kloster St. Elisabeth in 
Schaan eingeladen.   (eps)
	        

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