Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

FREITAG 
13. DEZEMBER 
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Massnahmen treffen 
Wie kann ich selbst 
Fake News erkennen? 
Skeptisch sein und hinterfragen: Am bes- 
ten hinterfragt man alle Inhalte im Internet 
immer kritisch. Erste Hinweise auf Falsch- 
meldungen können reisserische Titel wie 
zum Beispiel «Riesenkomet wird Erde zer- 
schmettern» oder «Du wirst nicht glauben, 
was passierte, als dieser Mann in den Burger 
biss» sein. 
Hoax-Datenbank verwenden: Seltsame 
Schlagzeilen kann mitunter der Online- 
dienst www.hoaxsearch.com als Fake News 
entlarven. 
Quellen bewerten: Jede Nachricht und je- 
der Artikel sollte im Idealfall eine Botschaft 
haben. Überlegen Sie sich, was einem der 
Autor mit dem Artikel wohl sagen wollte. 
Grundsätzlich ist es immer ein gutes Zei- 
chen, wenn ein Text von einem bekannten 
Journalisten verfasst wurde. Stammt der 
betreffende Artikel allerdings von einem 
anonymen Autor oder steht dieser auf einer 
nicht vertrauenswürdigen Website, gilt es, 
vorsichtig zu sein. 
Bilder / Fotos überprüfen: Nicht nur Texte 
sind leicht zu manipulieren, sondern auch für 
Fotos und Videos. Gefälschten Aufnahmen 
kann man mit der sogenannten «umgekehr- 
ten Bildersuche» auf die Schliche kommen. 
Hierzu eignen sich Seiten wie images.goog- 
le.com oder www.tineye.com. Lädt man hier 
ein Foto hoch, erfährt man schnell, ob das 
Foto zum entsprechenden Inhalt passt oder 
ob es ursprünglich für einen anderen Zu- 
sammenhang verwendet wurde. 
Vorsicht beim Teilen: Jeder kann seinen 
Teil dazu beitragen, dass Gerüchte und 
Falschmeldungen nicht so schnell die Run- 
de machen. Das beginnt schon bei Ketten- 
briefen auf WhatsApp. Hier gilt folgendes 
Gebot: Teilen Sie nicht alles, ohne es zu hin- 
terfragen. 
Falschmeldungen aufdecken: Des Öfteren 
stösst man im Internet, überwiegend auf 
Social-Media-Kanälen, auf Kommentare 
oder Beiträge, die offensichtlich falsch 
sind. Sehen Sie nicht einfach darüber hin- 
weg, sondern versuchen Sie, die entspre- 
chende Person oder den Autor aufzuklä- 
ren. Gleichzeitig sehen auch andere Nutzer 
Ihren Kommentar und merken, dass es sich 
um eine falsche Aussage handelt. 
Inhalte melden: Auf allen sozialen Netz- 
werken gibt es eine Melde-Funktion. Ent- 
decken Sie einen anstössigen oder Spam- 
Inhalt, können Sie ihn somit den Betreibern 
melden. Dadurch verbannen Sie diese Mel- 
dung von der Plattform. 
VON MICHAEL WANGER 
Wer 
kennt es nicht: Wir 
suchen im Internet 
nach einer Antwort 
auf eine Frage, geben 
diese in einer Suchmaschine ein, 
klicken auf den ersten Vorschlag, le- 
sen den Inhalt und geben uns dann 
zufrieden. Dabei hätte es ja auch 
durchaus sein können, dass sich be- 
reits hinter dem zweiten Vorschlag 
eine ganz andere Antwort verbirgt. 
Laut Johannes Rinderer von der Ju- 
gendinformationsstelle «Aha» in 
Vaduz, beschränken sich vor allem 
Jugendliche auf die ersten Treff er 
im Suchergebnis und schliessen von 
der Gestaltung auf die Qualität der 
Inhalte. Eine erst vor Kurzem ver- 
öff entlichte Studie aus der Region 
unterstützt diese Aussage. Demnach 
würde ein Grossteil der jungen In- 
ternetnutzer Quellen nicht hinter- 
fragen (das «Volksblatt» berichtete 
am 16. Oktober). Das heisst, dass die 
Informationskompetenz bei Jugend- 
lichen im Schnitt relativ tief liegt. 
Allerdings dürfe man nicht ver- 
gessen, dass es «die» Jugendlichen 
nicht gibt, wie Rinderer gegenüber 
dem «Volksblatt» sagt. «Die Informa- 
tionskompetenz bei jungen Nutzern 
ist sehr unterschiedlich. Es kommt 
sehr auf deren Einstellung gegen- 
über digitalen Medien, deren Bil- 
dungsstand oder deren Erfahrung 
im Umgang mit Medien an», meint 
Rinderer. 
Quellen zu hinterfragen sei aber 
nicht nur bei der Recherche uner- 
lässlich, sondern auch im Umgang 
mit sozialen Medien. Denn oftmals 
entsprechen auch Fotos nicht mehr 
der Realität. Das reicht sogar bis zu 
Bildern von Influencern: Sind de- 
ren Fotos mit Filtern bearbeitet, 
übermitteln sie ein völlig falsches 
Ideal an die Konsumenten. Das 
kann mitunter gravierende Auswir- 
kungen haben. So zum Beispiel, 
wenn bei Abonnenten ein Schön- 
heitswahn entsteht, da sie ihren 
Vorbildern nacheifern. «Durch In- 
fluencer ergibt sich eine zentrale 
Veränderung: Die ‹Macht› des Jour- 
nalismus schwindet 
langsam. Denn im 
Gegensatz zu früher 
kann heute jeder pu- 
blizieren», erklärt 
Rinderer. Nutzer von 
sozialen Medien 
müssten daher die 
Aufgabe eines Redaktors überneh- 
men und die Echtheit des Inhalts 
überprüfen. 
Fake News sind auf der Überholspur 
Sogenannte Fake News, also Falsch- 
meldungen, habe es schon immer 
gegeben. Doch mit den heutigen 
Möglichkeiten können sich diese 
nun viel schneller verbreiten. Inzwi- 
schen beschränken sich solche Fake 
News gemäss Rinderer aber schon 
lange nicht mehr nur auf Nachrich- 
ten und Fotos, sondern es würden 
auch Filmszenen mithilfe Künstli- 
cher Intelligenz manipuliert. «Ein 
bekanntes ‹Deepfake›-Video ist die 
Rede von Barack Obama, in der er 
vor den Gefahren manipulierter Vi- 
deos warnt. In diesem Video be- 
zeichnet der ‹synthetische› Ex-Präsi- 
dent unter anderem seinen Nachfol- 
ger, Donald Trump, als einen ‹kom- 
pletten Volltrottel›», erklärt Rinde- 
rer. «Wir werden uns wohl an eine 
Welt gewöhnen müssen, in der sol- 
che Video-Fälschungen immer bes- 
ser und damit auch schwieriger zu 
erkennen sein werden», meint er. In 
Zukunft könnten solche Fälschun- 
gen im schlimmsten Fall für Propa- 
ganda oder zur absichtlichen Täu- 
schung missbraucht werden. 
Generell werde es immer schwieri- 
ger Falschmeldungen als solche zu 
entlarven. Denn 
mehrere Quellen zu 
prüfen reiche viel- 
fach nicht mehr aus. 
Wenn ein Gerücht 
die Runde macht und 
man nach einer ge- 
wissen Zeit verschie- 
dene Personen befragt, werden alle 
sagen: «Ja, das habe ich auch so ge- 
hört.» Damit würden mehrere Quel- 
len unabhängig voneinander dassel- 
be behaupten, was dann theoretisch 
heissen würde, dass das betreffende 
Gerücht zur Wahrheit würde. Ein 
solcher Effekt beschleunige sich 
durch die Digitalisierung zuneh- 
mend, meint Rinderer: «Wir haben 
zwar die Technik, doch wir haben 
noch nicht gelernt, richtig damit 
umzugehen.» 
Jugendliche sensibilisieren 
Auch wenn solche Falschmeldungen 
inzwischen nur noch schwer zu er- 
kennen sind, gibt es Möglichkeiten, 
Jugendliche auf diese Thematik zu 
sensibilisieren. Das «Aha» bietet 
hierzu verschiedene Workshops an. 
In diesen befassen sich die Jugendli- 
chen nicht nur mit Fragen wie: «Ist 
der erste Treffer auf Google immer 
der beste und was steckt hinter Wi- 
kipedia?» oder «Wie kann ich erken- 
nen, ob eine online gefundene Infor- 
mation wirklich glaubwürdig ist?», 
sondern soll auch den Umgang mit 
persönlichen Daten und Fotos auf 
Social-Media-Kanälen schulen. «Die 
Nachfrage nach den Workshops ist 
bislang recht gut, aber da gibt es 
noch reichlich Luft nach oben», 
meint Rinderer. Gewisse Lehrperso- 
nen würden nämlich erst langsam 
auf das Thema Informationskompe- 
tenz aufmerksam. 
Dennoch tut sich in unserem Bil- 
dungssystem etwas: Mit dem neuen 
Lehrplan «LiLe 21» werden Medien 
und Informatik fächerübergreifend 
behandelt. Das soll die Anwendungs- 
kompetenz der Jugendlichen för- 
dern. Letzten Endes müssen laut 
Rinderer aber auch die Eltern als 
Vorbilder einen mündigen und kom- 
petenten Umgang mit Medien ver- 
mitteln. 
Mehr Informationen auf www.aha.li. 
Digitale Medien, ein Minenfeld aus 
Falschmeldungen und Gerüchten 
Medien Die Digitalisierung beschleunigt heute bereits viele Bereiche unseres Alltags. Dadurch verbreiten sich – oftmals auch 
falsche – Informationen über das Internet rasend schnell. Umso wichtiger, dass Junge wissen, wie sie damit umgehen müssen. 
Die Jugendinformationsstelle «Aha» bietet Workshops für Jugendliche an, bei denen sie unter anderem den richtigen Umgang mit ihren persönlichen Daten, Fotos 
und Videos auf Online-Plattformen, so zum Beispiel mit sozialen Medien erlernen und auf die Gefahren sensibilisiert werden. (Fotos: ZVG / J. Rinderer / aha) 
Entlarvt 
Fünf Merkmale 
von Fake News 
  Sie sind mit einer Täuschungs- 
absicht verknüpft 
  Sie bedienen sich gerne an Vorurteilen 
  Sie wecken Emotionen 
  Sie werden über das Internet verbreitet 
  Es stecken oftmals politische oder 
finanzielle Interessen dahinter 
«Im Gegensatz zu 
früher kann heute 
jeder publizieren.» 
JOHANNES RINDERER 
MEDIENEXPERTE BEIM «AHA» 
Tierschutzhaus Schaan 
Wer vermisst 
diesen Jungkater? 
SCHAAN Das Tierschutzhaus macht 
heute auf diesen Findelkater auf- 
merksam. Wer etwas über ihn weiss, 
wird gebeten, sich über die E-Mailad- 
resse info@tierschutzverein.li oder 
der Telefonnummer 239 65 65 zu 
melden.   (red) 
Mehr Informationen auf www.tierschutzhaus.li 
Der Jungkater wurde in Mauren 
gefunden und ins Tierschutzhaus 
gebracht. (Foto: ZVG) 
Bündner Regierung 
Neues Vierjahres- 
programm bekannt 
CHUR Der Bericht über das Regie- 
rungsprogramm und den Finanz- 
plan für die Jahre 2021 bis 2024 bil- 
det die politische Agenda der Regie- 
rung für die kommenden Jahre, teil- 
te die Standeskanzlei Graubünden 
am Donnerstag mit. Das Regierungs- 
programm umfasst insgesamt 12 Re- 
gierungsziele sowie 29 konkrete Ent- 
wicklungsschwerpunkte mit 98 da- 
zugehörenden Massnahmen. Die 
Kernpunkte sind: Erstens Graubün- 
den als innovativen Gebirgskanton 
besser positionieren und an die digi- 
tale Zukunft ausrichten, zweitens 
Graubünden in Zeiten des Klima- 
wandels mit einem «Green Deal» 
nachhaltig entwickeln und drittens 
Graubündens Vielfalt fördern. Die 
unterschiedlichen Gebiete des Kan- 
tons sollen im Hinblick auf eine posi- 
tive Entwicklung im Rahmen der 
kantonalen Kompetenzen unter- 
stützt werden. Die Regierung möch- 
te den Kanton Graubünden als Le- 
bens-, Arbeits-, Wirtschafts-, Bil- 
dungs- und Naturraum nachhaltig 
stärken und als innovativen und di- 
gitalen Gebirgskanton positionieren. 
Die Klimabewegung hat auch die 
Bündner Politik erfasst. Die Kan- 
tonsregierung wurde im Juni vom 
Parlament auf einen «Aktionsplan 
Green Deal» verpflichtet und muss 
ein Konzept mit wirksamen Mass- 
nahmen für den Klimaschutz ausar- 
beiten. Der Gebirgskanton Graubün- 
den sei vom Klimawandel und des- 
sen Auswirkungen stärker betroffen 
als andere Gebiete der Schweiz, 
heisst im Communiqué der Standes- 
kanzlei. Die erneuerbaren Energie- 
quellen, insbesondere die Wasser- 
kraft, böten ein grosses Potenzial, 
das Graubünden für eine Vorreiter- 
rolle im Klimaschutz prädestiniere. 
Die Ausschöpfung der vorhandenen 
Ressourcen an erneuerbaren Energi- 
en und die Verbesserungen bei der 
Energieeffizienz beabsichtigt die Re- 
gierung deshalb voranzutreiben. 
Vorrangiges Ziel der Finanzpolitik 
der Regierung ist es, den Kantons- 
haushalt im Gleichgewicht zu hal- 
ten. Dieses Ziel sei jedoch ohne er- 
hebliche Entlastungen gegenüber 
den Finanzplanzahlen nicht gewähr- 
leistet, heisst es weiter. Unverzüg- 
lich gestartet werden soll eine um- 
fassende Aufgaben- und Leistungs- 
überprüfung. Es seien Korrekturen 
nötig, um Raum für die Realisierung 
der neuen Entwicklungsschwer- 
punkte zu schaffen. Diese belasten 
den Kantonshaushalt um zusätzliche 
52,5 Millionen Franken für die ge- 
samte Laufzeit 2021–2024, was unge- 
fähr dem Mehraufwand aus dem lau- 
fenden Regierungsprogramm 2017– 
2020 entspricht.   (sda)
	        

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