Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

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23. OKTOBER 2019 
Ungewöhnlich 
Hündin bringt 
grünen Welpen 
zur Welt 
In Wermelskirchen im 
Rheinisch-Bergischen Kreis 
(D) ist in einem Wurf weisser 
Golden-Retriever-Welpen ein 
mintgrüner Baby-Hund zur 
Welt gekommen. (Foto: RM) 
Des Kaisers alte Robe 
Japan feiert 
Thronbesteigung 
TOKIO Uralte Tradition im Herzen des 
hochmodernen Tokio: Mit einer auf- 
wendigen Zeremonie hat Japan im 
Beisein von Würdenträgern aus 
Deutschland und vielen anderen 
Ländern die Inthronisierung des neu- 
en Kaisers Naruhito begangen. Nie- 
selregen trübte das historische Ritu- 
al. Japans neuer Kaiser Naruhito hat 
im Beisein von rund 2000 Würden- 
trägern aus aller Welt in einer Zere- 
monie nach uralter Tradition seine 
Inthronisierung verkündet. Er versi- 
chere, im Einklang mit der Verfas- 
sung seine Verantwortung als Sym- 
bol des Staates und der Einheit des ja- 
panischen Volkes zu erfüllen, sagte 
der 59-Jährige am Dienstag vom 6,5 
Meter hohen, überdachten Thron sei- 
nes Palastes herab. Der Monarch trug 
dabei eine braun-orangene Robe in 
jahrhundertealtem Design. Die 30 
Minute dauernde Zeremonie namens 
«Sokuirei Seiden no gi» (Zeremonie 
zur Thronbesteigung des Kaisers) 
entspricht den Krönungsfeierlichkei- 
ten in anderen Ländern. Die Zeremo- 
nie war Höhepunkt einer Reihe von 
Thronfolge-Ritualen, die im Mai be- 
gannen, als Naruhito die Nachfolge 
seines Vaters Akihito antrat. Akihito 
war seit rund 200 Jahren der erste 
Kaiser Japans, der noch zu seinen 
Lebzeiten den Thron für seinen 
Nachfolger freimachte. Wegen Re- 
gens musste das eigentlich auf dem 
Hof des Palastes geplante farben- 
prächtige Arrangement aus Bogen- 
und Schwertträgern, Trommlern 
und Gong-Spielern in die Innenräu- 
me des Palastes verlegt werden. Nur 
hohe festliche Fahnen waren draus- 
sen aufgereiht. Der Kaiser entzog 
sich den Blicken zunächst hinter ei- 
nem Vorhang seines imposanten, 
achteckigen Takamikura-Throns, auf 
dem auch sein Vater Akihito einst sei- 
ne 30-jährige Regentschaft angetre- 
ten hatte.   (sda/dpa) 
Wildunfälle 
Erhöhtes Risiko in Graubünden, 
Freiburg und im Jura 
BERN Im Jahr 2018 sind in der 
Schweiz bei Wildunfällen 93 Perso- 
nen verletzt und ein Mensch getötet 
worden. Besonders hoch ist das Ri- 
siko, mit Wildtieren zu kollidieren, 
in den Kantonen Jura, Freiburg und 
Graubünden. Laut einer am Diens- 
tag von der Versicherungsgesell- 
schaft Axa veröffentlichten Schät- 
zung dürften bei Wildunfällen im 
letzten Jahr Schäden von mehr als 
40 Millionen Franken entstanden 
sein. 
Allein beim grössten Motorfahr- 
zeugversicherer der Schweiz werden 
jedes Jahr mehr als 3000 Wildunfäl- 
le mit einer Schadensumme von 9 
Millionen Franken gemeldet. Beson- 
dere Vorsicht ist in den Monaten Ok- 
tober, November und Dezember ge- 
boten. Wenn die Tage kürzer wer- 
den, sind Hirsch, Reh, Fuchs oder 
Wildschwein häufiger zur gleichen 
Zeit unterwegs wie Autofahrerinnen 
und Autofahrer. Zudem ist es im 
Morgen- und Abendverkehr dunkel, 
sodass man Tiere auf der Fahrbahn 
erst spät sieht. Grundsätzlich muss 
man jedoch zu jeder Tages- und Jah- 
reszeit gewappnet sein. Wie die 
Schadenstatistik der Axa zeigt, soll- 
ten insbesondere Verkehrsteilneh- 
mer in den Kantonen Jura, Freiburg, 
Graubünden und Appenzell In- 
nerrhoden besonders vorsichtig 
sein. Dort sei das Risiko für einen 
Wildunfall bis zu acht Mal höher als 
in anderen Regionen der Schweiz. 
Am wenigsten Wildunfälle gibt es in 
Nidwalden und Uri.  (sda) 
Klimawandel 
Forschergruppe bezweifelt Studie zu Aufforstung 
LÜNEBURG/BONN/ZÜRICH Der Klima- 
wandel kann durch nichts so effek- 
tiv bekämpft werden wie durch Auf- 
forstung – dieses im Sommer veröf- 
fentlichte Studienergebnis stösst auf 
Kritik anderer Forscher. Das Poten- 
zial von Baumpflanzungen zur Ein- 
dämmung des Klimawandels sei in 
der Studie dramatisch überbewer- 
tet, hiess es am Dienstag von der 
Leuphana Universität Lüneburg. Als 
Co-Autorin war die Leuphana-For- 
scherin Vicky Temperton an einer 
aktuellen Stellungnahme im Fach- 
magazin «Science» zu der Anfang Ju- 
li vorgestellten Analyse beteiligt. 
Das Pflanzen von Bäumen an fal- 
schen Orten könne sogar Ökosyste- 
me zerstören, die Intensität von 
Waldbränden erhöhen und die glo- 
bale Erwärmung verschärfen, erläu- 
tern Forscher um Temperton und 
Joseph Veldman von der Texas A&M 
University in den USA. Auch For- 
scher zahlreicher anderer Universi- 
täten und Institute wie etwa der 
LMU München, der Uni Bonn und 
des Max-Planck-Instituts für Meteo- 
rologie in Hamburg äussern sich in 
«Science» kritisch zu der Studie. 
Werte seien zu hoch angesetzt 
Die Erde könne ein Drittel mehr Wäl- 
der vertragen, ohne dass Städte oder 
Agrarflächen beeinträchtigt würden, 
hatten Forscher der Eidgenössischen 
Technischen Hochschule (ETH) Zü- 
rich im Sommer in «Science» ge- 
schrieben. Bäume zu pflanzen, habe 
das Potenzial, zwei Drittel der bis- 
lang von Menschen verursachten 
klimaschädlichen 
CO2-Emissionen 
aufnehmen. Die neuen Wälder könn- 
ten demnach 205 Milliarden Tonnen 
Kohlenstoff speichern, wenn sie her- 
angewachsen sind – etwa zwei Drittel 
der 300 Milliarden Tonnen Kohlen- 
stoff, die seit der industriellen Revo- 
lution durch den Menschen in die At- 
mosphäre gelangten. Der Wert von 
205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff 
sei viel zu hoch angesetzt, heisst es 
nun in dem kritischen Beitrag der 
Forscher um Veldman. Schwerwie- 
gende Mängel hätten zu einer fünffa- 
chen Überschätzung des Potenzials 
neu gepflanzter Bäume für die Ein- 
dämmung des Klimawandels ge- 
führt. So werde in der Studie etwa 
davon ausgegangen, dass Böden in 
Ökosystemen ohne Bäume keinen 
Kohlenstoff enthalten – in vielen Le- 
bensräumen wie Savannen und Torf- 
mooren sei aber mehr Kohlenstoff im 
Boden gebunden als in der oberirdi- 
schen Vegetation.   (sda/dpa) 
Zu guter Letzt 
Lautester Vogel der 
Welt ruft aus Liebe 
WASHINGTON Greller Schrei nach Lie- 
be: Wissenschaftler haben den tief 
im Amazonasgebiet lebenden Zapfen- 
glöckner zum lautesten Vogel der 
Welt gekürt. Der Ruf der weissen und 
nur 250 Gramm schweren Männchen 
erreiche eine Lautstärke von bis zu 
113 Dezibel, heisst es in einer in der 
Zeitschrift «Current Biology» erschie- 
nen Studie. Dies entspricht der Laut- 
stärke eines Rockkonzerts und wäre 
für das menschliche Ohr gefährlich. 
Das grüne Zapfenglöckner-Weibchen 
dagegen fühlt sich von dem Krach an- 
gezogen – und von dem Auftritt des 
Männchens. «Es singt die erste Note, 
nach aussen gewendet, dann voll- 
zieht es eine dramatische Drehung, 
fast theatralisch, und stösst eine 
zweite Note in Richtung seiner An- 
wärterin aus», sagt der Mitverfasser 
der Studie, Jeff Podos.   (sda/afp) 
Heftige Regenfälle 
Mindestens zwei 
Tote bei Unwettern 
in Nordwestitalien 
TURIN Bei schweren Unwettern sind 
im Nordwesten Italiens mindestens 
zwei Menschen ums Leben gekom- 
men. Ein vermisst gemeldeter Taxi- 
fahrer sei in Capriata südlich von 
Alessandria im Piemont tot aufge- 
funden worden, meldete die Nach- 
richtenagentur Ansa. In Strambino 
starb ein 81-jähriger Autofahrer, als 
sein Auto wegen des Unwetters von 
der Strasse abkam und sich über- 
schlug. Im Dorf Mornese wurden 
noch zwei Menschen vermisst. We- 
gen der heftigen Regenfälle waren in 
der Provinz Alessandria mehrere 
Flüsse über die Ufer getreten. Stra- 
ssen wurden überspült und Eisen- 
bahnverbindungen zeitweise unter- 
brochen. In der Gemeinde Gavi fie- 
len in zwei Tagen 541 Millimeter Re- 
gen.   (sda/dpa) 
Am Sonntag werden die Uhren 
um eine Stunde zurückgestellt 
Umstritten In der Nacht auf 
kommenden Sonntag werden 
die Uhren um eine Stunde 
zurückgestellt. Dann gilt 
wieder die Normalzeit. Diese 
entspricht in der Schweiz seit 
rund 125 Jahren der mitteleu- 
ropäischen Zeit. 
Die 
Sommerzeit endet in der 
Nacht auf den 27. Oktober 
um 3 Uhr. Dann werden die 
Uhren auf 2 Uhr zurück- 
gestellt. Laut einer Mitteilung des 
Eidgenössischen Instituts für Meteo- 
rologie vom Dienstag ist dabei fälsch- 
licherweise oft von einer Umstellung 
auf die Winterzeit die Rede. Eine 
solche gebe es jedoch nicht. Zurzeit 
ist die Abschaff ung der saisonal be- 
dingten Zeitumstellung insbesondere 
in den Nachbarstaaten der Schweiz 
ein politisches Thema. In einer ge- 
samteuropäischen Umfrage hat sich 
eine grosse Mehrheit gegen die Zeit- 
umstellung ausgesprochen. Umstrit- 
ten bleibt allerdings, ob immer Som- 
merzeit oder Normalzeit herrschen 
solle. Die EU-Staaten haben sich Ende 
2018 mehr Zeit für die Abschaffung 
der Zeitumstellung ausbedungen. 
Ein Ende der halbjährlichen Proze- 
dur ist vorerst nicht absehbar, wie 
Anfang Juni dieses Jahres bekannt 
wurde. Die EU will mehr Zeit für die 
Umstellung, um einen Zeitzonen- 
Flickenteppich verhindern und das 
reibungslose Funktionieren des EU- 
Binnenmarktes nicht zu gefährden. 
Als frühest mögliches Datum für eine 
letztmalige Zeitumstellung gilt der 
Oktober 2021. 
Volksinitiative in der Schweiz 
Die Schweiz verfolgt diese Entwick- 
lung laut Metas und wird sorgfältig 
prüfen, ob eine allfällige Anpassung 
der Zeitregelung sinnvoll und im Inter- 
esse der Schweiz ist. Im April stellte ein 
Komitee um die Luzerner SVP-Natio- 
nalrätin Yvette Estermann und Horn- 
kuh-Initiant Armin Capaul die Initiati- 
ve «Ja zur Abschaffung der Zeitumstel- 
lung» vor. Künftig soll demnach ganz- 
jährig die mitteleuropäische Zeit gel- 
ten in der Schweiz. Eingeführt wurde 
die Sommerzeit 1973 in Europa anläss- 
lich der Ölkrise und mit dem Gedan- 
ken, Energie zu sparen. Mit der Zeit- 
verschiebung sollte eine Stunde Tages- 
licht für Unternehmen und Haushalte 
gewonnen werden. Bundesrat und Par- 
lament folgten 1980 vor allem aus wirt- 
schaftlichen Gründen dem Vorgehen 
der Nachbarstaaten. Der erwünschte 
ökologische Effekt blieb aber aus. Geg- 
ner der Zeitumstellung haben deshalb 
in den vergangenen Jahren Oberwas- 
ser erhalten.   (sda) 
In der Nacht auf Sonntag ist die Sommerzeit zu Ende – die Umstellung bleibt aber weiterhin umstritten. (Symbolfoto: SSI)
	        

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