Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

Maskotchen 
Süsser 
Marderbär 
Dieses junge Bin- 
turong- oder auch 
Marderbär-Baby wurde 
im Zoo von Cincinnati 
geboren. Es wird das 
neue Maskottchen der 
diversen Sportteams der 
Universität von Cinnci- 
nati werden, die alle den 
englischen Namen des 
Tiers (Bearcats) tragen. 
(Foto: AP/Minchillo) 
Astronautinnen 
Erster ausschliess- 
lich weiblicher 
Spaziergang im All 
HOUSTON Die US-Astronautinnen 
Christina Koch und Jessica Meir ha- 
ben den ersten ausschliesslich weib- 
lich besetzten Weltraumspaziergang 
absolviert. Koch und Meir verliessen 
die Internationale Raumstation ISS, 
um während eines mehrstündigen 
Ausseneinsatzes eine Batterielade- 
einheit zu ersetzen, wie die US- 
Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. 
«Christina, du darfst die Luftschleu- 
se verlassen», sagte im Kontrollzent- 
rum im texanischen Houston die Ast- 
ronautin Stephanie Wilson an ihre 
Kollegin im All gerichtet. Koch ver- 
liess daraufhin langsam die 400 Kilo- 
meter über der Erde kreisende Raum- 
station, gefolgt von Meir, die erst ver- 
gangenen Monat auf der ISS einge- 
troffen war. Der erste rein weiblich 
besetzte Ausseneinsatz in der 60-jäh- 
rigen Raumfahrtgeschichte war ei- 
gentlich bereits für März geplant ge- 
wesen. Für Christina Koch und Anne 
McClain standen aber nicht gleichzei- 
tig zwei Raumanzüge in ihrer Grösse 
zur Verfügung. Deswegen musste ihr 
gemeinsamer Weltraumspaziergang 
vier Tage vorher abgesagt werden. 
Die Panne hatte der NASA viel Kritik 
und Spott eingebracht. Die frühere 
US-Aussenministerin und Präsident- 
schaftskandidatin Hillary Clinton et- 
wa kommentierte im Kurzbotschaf- 
tendienst Twitter lakonisch: «Macht 
noch einen Anzug.»   (apa) 
In Vorarlberg 
Grosser Musikinstrumente-Diebstahl geklärt 
BREGENZ   Ein 30-jähriger Rumäne 
soll in Vorarlberg und der Schweiz 
in mehrere Musikgeschäfte einge- 
brochen und hochwertige Instru- 
mente gestohlen haben. Der Mann 
wurde Anfang August in Rumänien 
festgenommen. Bei dortigen Haus- 
durchsuchungen wurde kein Diebes- 
gut gefunden. Derzeit befindet sich 
der Mann in der Justizanstalt Feld- 
kirch in Österreich. 
In der Nacht auf den 15. April 2019 
waren aus einem Musikgeschäft in 
Wolfurt (Bezirk Bregenz) bei einem 
Einbruch 39 hochwertige Musikinst- 
rumente verschwunden. Die Täter 
drangen über den Keller ins Gebäu- 
de ein und stahlen Querflöten, Kla- 
rinetten, Saxofone, Trompeten, 
Waldhörner und Panflöten im Wert 
von über 120 000 Euro, die sie mit 
einem oder mehreren Fahrzeugen 
abtransportierten. 
Per europäischem Haftbefehl 
Umfangreiche Erhebungen und die 
Tatortarbeit brachten die Polizei 
schliesslich auf die Spur des rumäni- 
schen Verdächtigen. Nach einem eu- 
ropäischen Haftbefehl der Staatsan- 
waltschaft Feldkirch wurde der 
30-Jährige am 1. August in seiner 
Heimat im Grenzgebiet zu Moldau 
festgenommen. Man nehme an, dass 
der Verdächtige die Musikinstru- 
mente zum Zeitpunkt der Durchsu- 
chung schon weiterverkauft hatte, 
sagte ein Ermittler des Landeskrimi- 
nalamtes Vorarlberg. Gegenüber der 
Polizei zeigte sich der Mann bisher 
nicht kooperativ. «Er macht keine 
Angaben», sagte der Ermittler. Auf- 
grund der Spurenlage sei davon aus- 
zugehen, dass der Rumäne in den 
Schweizer Kantonen St. Gallen, Zü- 
rich und Basel-Stadt drei weitere 
Einbruchsdiebstähle in Musikge- 
schäfte verübt habe, ebenfalls mit 
hohem Sachschaden. Aufgrund der 
Vorgehensweise müsse man davon 
ausgehen, dass er Mittäter hatte. Er- 
mittlungen zu seinen Komplizen 
würden im In- und Ausland fortge- 
setzt.   (sda/apa) 
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19. OKTOBER 2019 
Ein mysteriöses gelbes 
schleimiges Etwas namens «Blob» 
Seltsam Während anders- 
wo süsse Pandababys für 
Begeisterung sorgen, ist ein 
gehirnloser Einzeller im Zo- 
ologischen Garten von Paris 
die neuste Attraktion. «Blob» 
wird das Wesen genannt, 
Wissenschaftler sprechen 
von Physarum polycephalum 
oder «vielköpfigem Schleim». 
VON JULIETTE COLLEN UN 
MARIËTTE LE ROUX, AFP 
Ab 
Samstag können sich Be- 
sucher im Zoo im Park Bois 
de Vincennes zum ersten 
Mal selbst einen Eindruck 
von dem mysteriösen Wesen ver- 
schaff en, das über erstaunliche Fä- 
higkeiten verfügt. Der Blob sieht aus 
wie ein gelber glibberiger Fleck, hat 
weder Augen, Gliedmassen noch ei- 
nen Magen. Fachleute sind dennoch 
fasziniert. «Der Blob ist wirklich 
eines der aussergewöhnlichsten We- 
sen, die heute auf der Erde leben», 
sagt Zoo-Direktor Bruno David. «Es 
gibt ihn seit Millionen Jahren, aber 
wir wissen immer noch nicht, was er 
ist – ob Tier, ob Pilz oder etwas da- 
zwischen.» Der Blob scheint reglos, 
doch in Wirklichkeit bewegt er sich 
bis zu einem Zentimeter pro Stunde, 
wenn er sich auf die Suche nach Pilz- 
sporen, Bakterien oder anderer Nah- 
rung macht. «Er hat ein Gedächtnis, 
kann sein Verhalten anpassen, Prob- 
leme lösen, sich in einem Labyrinth 
bewegen», sagt David. «Er ist ein 
sehr sonderbares Wesen, ein sonder- 
bares lebendiges Wesen.» Eine 2016 
veröffentliche Studie beschreibt, 
dass Blobs, obwohl sie kein zentrales 
Nervensystem besitzen, aus Erfah- 
rung lernen und ihr Verhalten ent- 
sprechend ändern können. Im Labor 
hatten Wissenschaftler beobachtet, 
wie der Schleim sich einen neuen 
Weg zu seiner Nahrung über eine 
schmale Brücke suchte, nachdem sie 
ihm den gewohnten Weg durch ein 
Hindernis versperrt hatten. 
Ein Ausserirdischer? 
Auf seiner Website zählt der Zoo im 
Bois de Vincennes weitere «überra- 
schende Fähigkeiten» des Blobs auf: 
«Obwohl er weder Mund, Magen 
noch Augen hat, kann er Nahrung 
aufspüren und sie aufnehmen. 
Schneidet man ihn entzwei, heilt 
sich der Blob selbst binnen zwei Mi- 
nuten! Es gibt nicht zwei verschiede- 
ne Geschlechter, sondern etwa 720, 
sodass die Fortpflanzung kein Prob- 
lem ist.» Seinen Namen hat Blob vom 
gleichnamigen Science-Fiction-Hor- 
rorfilm aus dem Jahr 1958, in dem 
ein ausserirdisches Wesen auf der 
Erde einfällt und Menschen ver- 
schlingt. Der Blob in der realen Welt 
besteht aus einer einzigen Zelle, mit- 
unter mit mehreren Zellkernen. Er 
kann seine DNA reproduzieren und 
sich teilen. 
Nahezu unsterblich 
Lange Zeit wurde der Blob den Pil- 
zen zugerechnet. In den 90er-Jah- 
ren wurde er dann in die Gruppe 
der Myxogastria oder Echten 
Schleimpilze einsortiert, unter Un- 
tergruppe der Einzeller-Familie 
Amoebozoa. 
Die meisten Exemplare sind gelb, 
aber es gibt sie auch in rot, weiss 
und rosa. Ihr Lebensraum sind ver- 
rottendes Laub und Baumstümpfe 
in feuchter, kühler Umgebung. Für 
den Betrachter scheint das Schleim- 
wesen zunächst wenig attraktiv. 
Doch der Pariser Zoo hat eine inter- 
aktive Blob-Präsentation vorberei- 
tet. In einem Zeitraffervideo ist zu 
sehen, wie sich der Blob mittels fin- 
gerartiger Ausstülpungen vorwärts- 
bewegt. Das geschieht mit unglaub- 
licher Langsamkeit. Doch seine 
Wachstumsgeschwindigkeit ist be- 
eindruckend: Unter idealen Bedin- 
gungen verdoppelt sich seine Grösse 
innerhalb eines Tages. Im Labor 
wurden bis zu zehn Meter lange Ex- 
emplare gezüchtet. Der Blob ist aus- 
serdem extrem widerstandsfähig. 
Bei Gefahr versetzt er sich in einen 
Ruhezustand und trocknet aus. «Er 
ist nahezu unsterblich», sagt die 
Blob-Expertin Audrey Dussutour 
vom französischen Forschungsinsti- 
tut CNRS. «Man kann ihn sogar für 
ein paar Minuten in die die Mikro- 
welle legen.» Danach ein paar Trop- 
fen Wasser darauf, und schon er- 
wacht der Blob zu neuem Leben. 
«Blob» auf 
Wanderschaft 
auf einem Stück 
Holz. (Foto: RM) 
Amerikanische Faulbrut 
Bienenseuche am Bodensee 
breitet sich weiter aus 
LINDAU Einen Monat nach dem Befall 
von Bienen in Schwaben mit der 
Amerikanischen Faulbrut sind zwei 
neue Fälle der hoch ansteckenden 
Seuche entdeckt worden. Das Sperr- 
gebiet bei Lindau am Bodensee sei 
erneut ausgeweitet worden, teilte 
das Landratsamt am Freitag mit. 
Schon Anfang Oktober musste die 
Sperrzone rund um Scheidegg ver- 
grössert werden. 
Kein Umsiedeln 
Bienenvölker dürfen innerhalb der 
Gefahrenzone nicht mehr versetzt 
werden, um eine Ansteckung zu 
vermeiden. Auch Waben, Wachs 
oder Geräte müssen vor Ort bleiben. 
Die Amerikanische Faulbrut ist für 
Bienen hoch ansteckend – und endet 
für sie tödlich. Für Menschen ist die 
Bienenseuche aber ungefährlich. 
Auch der Honig von betroffenen Bie- 
nen kann bedenkenlos verzehrt wer- 
den. Imker müssen Verdachtsfälle 
jedoch den Veterinärämtern mel- 
den.   (dpa) 
(Foto: SSI) 
Zu guter Letzt 
Frau gibt ihre Ratten 
ab – Alle 320 Stück 
SAN DIEGO Mit 300 Ratten in einem 
Transporter leben – das war einer 
Frau in San Diego dann doch zu viel. 
Sie willigte laut der Zeitung «San Di- 
ego Union-Tribune» ein, sie aufzuge- 
ben. Die Ratten hatten sich laut Be- 
hörden durch Polster gefressen, in 
die Sitze gegraben und an den Ka- 
beln genagt. Die gemeinnützige Hu- 
mane Gesellschaft näherte sich dem 
Transporter am 8. Oktober. Polizis- 
tin Danee Cook sagte, die Frau habe 
die Tiere nicht gehortet. Sie habe mit 
bloss zwei Ratten als Haustieren an- 
gefangen. Ratten können aber alle 
vier Wochen Junge bekommen, jedes 
Mal ein Dutzend. Die Frau sah laut 
Cook ein, dass die Dinge aus dem Ru- 
der gelaufen waren. Die Behörden 
von San Diego sammelten etwa 320 
Ratten ein, mehr als 100 wurden für 
die Adoption freigegeben. Die Frau 
fand in der Zwischenzeit einen neu- 
en Ort zum Leben.   (ap) 
Im Einsatz. (Foto: NASA/AP)
	        

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