Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

Europa und Asien 
Europa Connecivity 
Forum in Brüssel 
Die Diskussionveranstaltung 
widmet sich der Vernetzung 
von Europa und Asien. Als 
Redner werden unter ande- 
rem Shinzo Abe und Jean- 
Claude Juncker erwartet. 
Wirtschaftsexpertin 
Bulgarin Georgieva 
neue IWF-Chefi n 
WASHINGTON Die Wirtschaftsex- 
pertin Kristalina Georgieva wird 
Nachfolgerin von Christine Lagar- 
de an der Spitze des Internationa- 
len Währungsfonds (IWF). Der 
Fonds teilte am Mittwoch (Orts- 
zeit) mit, dass das Direktorium 
die Bulgarin als Chefin des IWF 
bestätigt habe. Ihre Amtszeit läuft 
fünf Jahre. Der IWF wird traditio- 
nell von einem Europäer geleitet, 
die Schwesterorganisation Welt- 
bank dagegen von einem Ameri- 
kaner. Lagarde wechselt nach 
acht Jahren als IWF-Chefin an die 
Spitze der Europäischen Zentral- 
bank (EZB). Georgieva ist derzeit 
Geschäftsführerin der Weltbank- 
Institute IBRD und IDA. (sda reu) 
null 
FREITAG 
27. SEPTEMBER 2019 
Heute 
Oerlikon Balzers lud zum ersten 
Surface Solutions Symposium 
Austausch 75 Teilnehmer besuchten laut Oerlikon Balzers ihr erstes Surface Solutions Sym- 
posium für Präzisionskomponenten. Kunden und Vordenker aus verschiedenen Branchen hät- 
ten die Chance genutzt, um sich  über die Zukunft der Bauteilbeschichtungen zu informieren. 
Oerlikon Balzers lud diese Woche 
über zwei Tage zum ersten Surface 
Solutions Symposium im Hauptsitz 
des Unternehmens ein. Dort hätten 
die Kunden Informationen aus ers- 
ter Hand anhand von Führungen 
und Präsentationen zu den neuesten 
Beschichtungstechnologien und -lö- 
sungen für Präzisionskomponenten 
erhalten. Gleichzeitig habe sich die 
Chance geboten, Experten aus der 
Entwicklung, dem Engineering und 
dem Kundenzentrum von Oerlikon 
Balzers zu treffen. 
Format habe sich bestätigt 
Laut Oerlikon seinen zudem Mei- 
nungsbildner und Vordenker aus 
Wissenschaft und Praxis nach Bal- 
zers gekommen, um Vorträge über 
die neuesten Entwicklungen und 
zukünftigen Anwendungen in der 
Beschichtungsindustrie zu halten. 
Laut Ian Howe, Head of Precision 
Components bei Oerlikon Balzers 
war das Symposium ein grosser Er- 
folg und sei mit seinen Vorträgen 
und Gesprächen auf viel Interesse 
gestossen. Dies habe das Format be- 
stätigt und so solle das Oerlikon Bal- 
zers Surface Solutions Symposium 
zukünftig regelmässig stattfinden. 
  (pd/red) 
Das erste Symposium von Oerlikon Balzers sei bei den Kunden auf grosses Interesse gestossen. (Foto: ZVG) 
MiFID II-Antrag folgt 
Liechtensteiner 
Blocktrade wird Teil 
der Cryptix AG 
VADUZ Die Liechtensteiner Blocktra- 
de GmbH wurde mit September vom 
Schweizer Blockchainanbieter Cryp- 
tix AG akquiriert. Damit gewinnen 
beide Unternehmen eigenen Anga- 
ben Disziplinen dazu. Einer der wich- 
tigsten Meilensteine werde der An- 
trag der MiFID II-Investmentfirmenli- 
zenz, die es ihnen ermöglicht, ein 
multilaterales Handelssystem (MTF) 
zu betreiben. Das Gesuch soll im 
vierten Quartal dieses Jahres offiziell 
bei der Finanzmarkaufsicht (FMA) 
eingereicht werden. Mit der Invest- 
ment-Geschäftslizenz könne Block- 
trade künftig kleine und mittelstän- 
dische Unternehmen aus aller Welt 
bei der Kapitalbeschaffung unter- 
stützen, indem Finanzinstrumente in 
Form eines Security-Tokens ausgege- 
ben werden. Unternehmen werden 
laut Aussendung von Blocktrade 
auch in der Lage sein, ihre Wertpa- 
piere am jeweiligen Handelsplatz zu 
notieren, um ihren Investoren so Li- 
quidität zu ermöglichen. Das erste in- 
terne Projekt wird ein neues und ver- 
bessertes Blocktrade-Branding, das 
noch Ende September 2019 vorge- 
stellt werden soll.   (pd/red) 
Luka Gubo (Blocktrade) und Bernhard 
Koch (Cryptix). (Foto: ZVG) 
UNO-Vision für ökologische Wende 
braucht astronomische Summen 
Nachhaltig Die ökologische 
Wende in der Weltwirtschaft 
mit Millionen neuen Jobs 
und würdigen Lebensstan- 
dards für jeden Erdenbürger 
ist möglich – braucht aber 
astronomische Investitionen. 
Zu diesem Schluss kommt die 
Konferenz für Handel und 
Entwicklung (UNCTAD). 
In den Entwicklungsländern seien 
für diesen «Global Green New Deal» 
zwei bis drei Billionen Dollar an pro- 
duktiven Investitionen nötig – pro 
Jahr. Zum Vergleich: Das wäre fast 
acht Mal so viel wie der gesamte 
deutsche Haushalt in einem Jahr. 
Selbst mit dieser Summe würden 
nur die grundlegendsten der bis 
2030 angestrebten UNO-Entwick- 
lungsziele erreicht, heisst es in dem 
am Mittwoch veröffentlichten 
Weltinvestitionsbericht. «Wir leben 
im Zeitalter der Angst», sagte Ri- 
chard Kozul-Wright, UNCTAD-Direk- 
tor für Globalisierung, in Genf. «Die 
Hoffnungen der Menschen auf eine 
bessere Zukunft verblassen ange- 
sichts der kommenden Bedrohung 
eines ökologischen Zusammen- 
bruchs.» Politiker hielten an neoli- 
beralen Dogmen fest, von denen nur 
wenige profitierten. 
Neue Spielregeln 
Die Spielregeln der internationalen 
Wirtschaft müssten umgeschrieben 
werden, so die UNCTAD. Sie verlangt 
neuartige Handels- und Investitions- 
abkommen sowie Änderungen der 
Copyright- und Lizenzgesetze, mit 
denen Firmen Patente vor Nachah- 
mern schützen. Die UNCTAD ver- 
langt mehr Investitionen in saubere 
Transportmittel, Energie und Nah- 
rungsmittelproduktion, mit geziel- 
ten Subventionen, Steueranreizen, 
Darlehen und Garantien. Der staatli- 
che Sektor sei viel stärker als bisher 
gefragt. Das Modell gemischter pri- 
vater und öffentlicher Investitionen 
zur Entwicklung sei gescheitert. 
Die ärmsten Länder müssten aus der 
Schuldenfalle entlassen werden. 
Reiche Länder könnten die Gelder, 
die sie seit Jahrzehnten nicht wie 
versprochen als Entwicklungshilfe 
zur Verfügung gestellt haben, in ei- 
nen Fonds zahlen. Daraus sollten 
Entwicklungsländer günstige Kredi- 
te bekommen. 1970 versprachen alle 
Länder, 0,7 Prozent ihres Bruttonati- 
onaleinkommens (BNE) für Entwick- 
lungshilfe auszugeben. 
Mehr Wachstum möglich 
Wenn ein Drittel der Summe, die 
heute in Subventionen von fossilen 
Brennstoffen fliesst, grün investiert 
werde, könnten ärmere Länder eine 
saubere Industrialisierung voran- 
treiben, betonte die UNCTAD. Welt- 
weit könnten klimaschädliche CO2- 
Emissionen bis 2030 gesenkt und 
netto mindestens 170 Millionen Ar- 
beitsplätze geschaffen werden. Mit 
einer ökologischen Wende könnten 
Industrieländer 1 bis 1,5 Prozent- 
punkte mehr Wachstum erzielen als 
zurzeit, Entwicklungsländer 1,5 bis 2 
Prozentpunkte und China etwas we- 
niger. Die 1964 in Genf gegründete 
UNCTAD setzt sich als UNO-Organi- 
sation besonders für die Belange der 
Länder mit kleinen und mittleren 
Einkommen ein.   (sda/dpa) 
Ein «Green New Deal» für Entwicklungsländer ist laut UNCTAD teuer, aber möglich.  (Foto: RM) 
US-Wirtschaft 
Wie erwartet an 
Schwung verloren 
WASHINGTON Die US-Wirtschaft 
hat im Frühling wie erwartet an 
Schwung verloren. Im zweiten 
Quartal wuchs die weltgrösste 
Volkswirtschaft auf das Jahr 
hochgerechnet um 2,0 Prozent, 
wie das Handelsministerium am 
Donnerstag mitteilte. Es handelt 
sich um die dritte Schätzung. Das 
Ergebnis einer zweiten Erhebung 
wurde damit bestätigt. Im ersten 
Quartal hatte das Wachstum noch 
annualisiert 3,1 Prozent betragen. 
In den USA werden Wachstums- 
zahlen auf das Jahr hochgerech- 
net. Sie geben an, wie stark die 
Wirtschaft wachsen würde, wenn 
das Wachstumstempo ein Jahr 
lang anhielte. In Europa wird auf 
diese Methode verzichtet, wes- 
halb Wachstumszahlen aus den 
beiden grossen Wirtschaftsräu- 
men nicht unmittelbar miteinan- 
der vergleichbar sind. Nach euro- 
päischer Rechnung beträgt das 
US-Wachstum etwa 0,5 Prozent 
zum Vorquartal. (awp/sda/dpa) 
Britisches Konsumklima 
Auf Sechs-Jahres- 
Tief gefallen 
LONDON Die Stimmung der briti- 
schen Verbraucher ist angesichts 
der Brexit-Unsicherheit so 
schlecht wie seit über sechs Jah- 
ren nicht mehr. Das Barometer 
fiel im September um 0,6 auf 
103,4 Punkte, wie das Marktfor- 
schungsinstitut YouGov und die 
Wirtschaftsberatung Cebr am 
Donnerstag zu der Umfrage mit- 
teilten. Grund sei eine Kombinati- 
on aus anhaltender innenpoliti- 
scher Unsicherheit und weltwirt- 
schaftlichem Gegenwind. Das 
Land will Ende Oktober die EU 
verlassen, doch sind die Modalitä- 
ten dafür immer noch unklar. Das 
Bruttoinlandsprodukt schrumpfte 
im zweiten Quartal, da sich zu 
der Verunsicherung über den Bre- 
xit auch Handelskonflikte und ei- 
ne schwächer Weltkonjunktur 
auswirken. Einer separaten Um- 
frage des Instituts IHS Markit er- 
gab, dass sich die britischen Ver- 
braucher zunehmend um ihre 
persönlichen Finanzen sorgen – 
obwohl die Löhne zuletzt so stark 
stiegen wie seit über zehn Jahren 
nicht mehr. (awp/sda/red)
	        

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