Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

Freitag, 27. September 2019 
142. Jahrgang Nr. 184 
Heute 
«Base Camp» in Vaduz 
Podiumsdiskussion zum 
Thema Raumplanung 
Eine Master-Klasse im Be- 
reich nachhaltiges Bauen der 
Uni Liechtenstein hat sich 
mit der zukünftigen Entwick- 
lung der Gemeinde Vaduz 
beschäftigt. Heute werden 
die Ergebnisse im «Base 
Camp: Vadozner Huus» auf 
der Marktplatzgarage im 
Rahmen einer Ausstellung 
mit Podiumsdiskussion vor- 
gestellt. Beginn 16.30 Uhr. 
22° 13° 
Wetter Recht viel 
Sonnenschein und 
am Nachmittag 
warm. Seite 18 
Verbund Südostschweiz 
Fr. 2.50 
9 771812601006 
50039 
Inhalt 
Inland 2–6 
Ausland 8 
Wirtschaft 9+10 
Sport 11–14 
Kultur 16+17 
Kino/Wetter 18 
TV 19 
Panorama 20 
www.volksblatt.li 
Verlag: Liechtensteiner Volksblatt AG, Im alten Riet 103, 9494 Schaan, Telefon +423 237 51 51, Fax +423 237 51 66, verlag@volksblatt.li; Täglich aktuelle Nachrichten: www.volksblatt.li 
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Beschlossene Sache Österreich 
ruft formal Klimanotstand aus 
WIEN Vier Tage vor der Parlaments- 
wahl hat Österreichs Nationalrat den 
Klimanotstand ausgerufen. Ein ent- 
sprechender Entschliessungsantrag 
wurde am Mittwochabend mit brei- 
ter Mehrheit angenommen. Mit der 
symbolischen Massnahme erkennt 
das Parlament «die Eindämmung der 
Klima- und Umweltkrise und ihrer 
Folgen als Aufgabe höchster Priori- 
tät» an. Die rechtspopulistische FPÖ 
lehnte den Beschluss als einzige Par- 
tei ab. Der FPÖ-Abgeordnete Walter 
Rauch sprach von einem Versuch, 
«Klimahysterie abseits von jeglichen 
Realitäten» zu erzeugen. 
Konkrete Massnahmen 
Umweltorganisationen begrüssen den 
Schritt währenddessen als «wichtiges 
Signal», vermissen aber auch konkre- 
te Massnahmen gegen die Klimakrise. 
Acht dieser Schritte enthält der ent- 
sprechende Entschliessungsantrag 
aber ohnehin, betonte Johannes 
Stangl von «FridaysForFuture» gegen- 
über der APA. Diese müssten aber 
auch umgesetzt werden. Besonders 
hob er dabei eine Nachbesserung des 
Nationalen Energie- und Klimaplans 
hervor. Dieser solle über die Pariser 
Klimaziele hinaus das 1,5-Grad-Ziel 
beinhalten und festlegen, dass die ös- 
terreichischen Treibhausgasemissio- 
nen noch vor 2050 auf null gesenkt 
werden müssen, wenn möglich aber 
schon davor. Auch eine dauerhafte In- 
formation der österreichischen Bevöl- 
kerung über die Klima- und Umwelt- 
krise und die dagegen ergriffenen 
Massnahmen seien wichtig. Öster- 
reich sei nach Grossbritannien, Irland 
und Frankreich der vierte Staat Euro- 
pas, der Klima- und Umweltschutz zur 
Aufgabe höchster politischer Priorität 
macht.   (sda/dpa/apa) 
Motorsport 
Wohlwend zurück in 
der Ferrari Challenge 
IMOLA Nach sechs Rennen in der W- 
Series greift Fabienne Wohlwend 
mit ihrem Team Octane126 dieses 
Wochenende wieder in der Ferrari 
Challenge an.   Seite 13 
Eine Woche 
Langenbahn fordert 
Vaterschaftsurlaub 
TRIESEN In der Schweiz erhalten Vä- 
ter künftig zwei Wochen bezahlte Be- 
treuungszeit nach der Geburt ihres 
Kindes. Wie LANV-Geschäftsführer 
Sigi Langenbahn gegenüber Radio L 
betonte, ist Liechtenstein nun das 
einzige europäische Land, in dem es 
noch keinen bezahlten Vaterschafts- 
urlaub gibt. Zwar gewähren Gewerbe 
und Industrie den Vätern bereits drei 
bezahlte Tage. Ziel wäre es jedoch, ei- 
ne Woche zu erreichen. Zur Erhö- 
hung des unbezahlten Urlaubs auf 
vier Monate, meint der LANV-Ge- 
schäftsführer, dass dieser das Ziel 
verfehlt habe. Jene, die den Vater- 
schaftsurlaub am dringendsten nötig 
haben, könnten es sich nicht leisten, 
bis zu vier Monate ohne Bezahlung 
freizunehmen. Gerade deshalb sei 
ein bezahlter Urlaub wichtig. Hier 
sei jetzt die Politik gefragt.   (red) 
Kultur Der Komponist Josef 
Gabriel Rheinberger ist weit 
über die Grenzen hinaus be- 
kannt. Cornelia Rheinberger 
bringt nun mit Musikfreun- 
den weltliche Literatur zur 
Aufführung, wie das «Volks- 
blatt» im Gespräch mit ihr 
erfahren hat. Seite 16 
Sport Liechtensteins Moun- 
tainbiker vom RV Schaan 
stellten beim Saisonfinale im 
Tessin ihr Können nochmal 
unter beweis. Romano Pün- 
tener fuhr erneut auf das Po- 
dest und sicherte sich damit 
den starken dritte Rang in 
der Gesamtwertung. Seite 13 
Die Tageszeitung        für Liechtenstein 
Mehrere Drogendelikte 
vor dem Landgericht 
«Ich habe mein Umfeld 
enttäuscht und mir am 
meisten geschadet.» 
3 
Kinder sollen guten 
Start ins Leben haben 
Soziologe Martin Hafen 
spricht im Interview 
über Frühe Förderung. 
5 
11Nach 
FCV-Blamage in Wil ... 
... mit unterirdischer Leistung 
Kapitän Benjamin 
Büchel spricht Klartext 
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DU: «Wir sind das Nein-Komitee» 
Position Vor der Volksabstimmung zum geplanten Neubau des Landesspitals formiert sich nun der Widerstand. Vertreter der 
Unabhängigen (DU) traten gestern vor die Medien, um zu verkünden, weshalb ein Neubau für sie derzeit nicht infrage kommt. 
VON HOLGER FRANKE 
Am 24. November entscheiden die 
Stimmbürger über den Neubau des 
Liechtensteinischen Landesspitals. 
Kritik an den Plänen gibt es – for- 
miert waren die Kritiker bislang je- 
doch nicht. Zuletzt war darüber spe- 
kuliert worden, wem sich DU-Chef 
Harry Quaderer anschliesst. Diese 
Frage ist seit gestern beantwortet: 
«Ich hätte mich gerne angeschlos- 
sen, aber ich habe mich nun ‹bei mir 
selbst› angeschlossen – es hat sich 
niemand anders zur Verfügung ge- 
stellt», sagte Quaderer gestern und 
machte unzweifelhaft deutlich: «Wir 
sind das Nein-Komitee.» 
Altes Gebäude oder neues Gebäude 
Damit wollen die Unabhängigen Har- 
ry Quaderer, Ado Vogt (Vorsitz), Pe- 
ter Wachter, Jack Quaderer und Ivo 
Kaufmann das Nein-Lager vor der ge- 
planten Abstimmung bei sich bün- 
deln und über ihre Positionen infor- 
mieren. «Ich bin versucht zu sagen, 
dass, was jetzt abgeht, schon fast ein 
Verstoss gegen Treu und Glauben ist. 
Wird das Volk ernst genommen oder 
nicht?», sagte der DU-Chef in Erinne- 
rung an die Volksabstimmung im 
Jahr 2011. Quaderer betonte jedoch, 
dass es ihm nicht um die Kosten ge- 
he. «Ich möchte nicht auf den Kosten 
rumreiten. Die Regierung erwartet 
104 Mio. Franken für das nächste 
Jahr. Es liegt nicht am Geld, es liegt 
an etwas ganz anderem.» Quaderer 
betonte, dass man sich zum Landes- 
spital bekenne, das man auch nicht 
dem Erdboden gleichmachen wolle. 
Wahrscheinlich sei die Bausubstanz 
ohnehin besser als behauptet werde. 
Allerdings sollte hinterfragt werden, 
ob man grundsätzlich auf dem rich- 
tigen Weg sei. «Ich denke, man hat 
in den vergangenen acht Jahren eini- 
ges verpasst. «Was man sicher ver- 
passt hat, ist, das Spital regional ein- 
zubetten», so Quaderer. 
Ado Vogt machte deutlich, wo die 
Unabhängigen das grösste Problem 
sehen: «Für uns ist die Sachlage 
ganz klar: Es spricht zu viel gegen ei- 
nen Neubau. Darum sagen wir ganz 
klar Nein. Zuerst nachdenken und 
dann bauen. Und nicht erst bauen 
und dann schauen, was man mit 
dem Gebäude macht», fasste der 
stellvertretende DU-Abgeordnete zu- 
sammen. Das Problem sei für ihn 
weniger die Grössenordnung der In- 
vestitionskos- 
ten, sondern 
vielmehr, dass 
man der nächs- 
ten Generation 
einen Kosten- 
block übergebe, 
«bei dem man 
nicht weiss, was dabei rauskommt – 
wie eine Wundertüte.» Ado Vogt er- 
innerte auch an die Bevölkerungs- 
umfrage im Zuge der Volksabstim- 
mung im Jahre 2011. «Ich bezweifele, 
dass die Ergebnisse der Umfrage 
ernstgenommen wurden. Für mich 
spricht daher zu viel dagegen. Darum 
habe ich auch gesagt, dass ich das 
Nein-Komitee gern anführen möch- 
te», sagte Vogt und machte deutlich, 
dass sich DU zwar klar für ein Landes- 
spital aussprechen, aber nicht für ei- 
nen Neubau zum heutigen Zeitpunkt. 
Ihre Ansichten wollen die Unabhängi- 
gen in den kommenden Wochen re- 
gelmässig darlegen, einen massiven 
Abstimmungskampf wolle man aber 
nicht führen. 
Jack Quaderer nahm gestern die Kritik 
am geplanten neuen Standort auf. 
«Ihr müsst mal am Abend um halb 
sechs auf der Zoll- 
strasse Richtung 
Autobahn fahren, 
dann werdet ihr 
sehen, wie lange 
ihr braucht.» Auch 
die schon oft dis- 
kutierte Gaslei- 
tung unter dem Standort brachte Qua- 
derer in Erinnerung. Aus seiner Sicht 
könnte man das Landesspital auch am 
bestehenden Standort weiterführen, 
oder auch an einem anderen Ort. 
«Wichtig ist, was im Spital passiert, 
das ist die Hauptsache – nicht wie die 
Hülle aussieht.» 
Peter Wachter erklärte, dass man 
sich nicht gegen eine «gute Gesund- 
heitsversorgung für Liechtensteiner 
und Liechtensteinerinnen» ausspre- 
che. Vielmehr wolle man ein Landes- 
spital, das für das Land angepasst sei. 
«Vor allem wollen wir auch nicht, 
dass das Gerücht aufkommt, dass wir 
wollen, dass das Spital rentiert. Das 
Spital wird nie rentieren», so Wach- 
ter. Aber mit den Geldern müsse rich- 
tig umgegangen werden. Am Ende 
fasste DU-Chef Harry Quaderer das 
Ansinnen wie folgt zusammen: «Zu 
viel spricht dagegen, darum Nein, 
das ist eigentlich der Slogan.» 
Regierungsrat Mauro Pedrazzini 
liess gestern auf Anfrage in einer 
ersten Reaktion wissen: «Wir stim- 
men nicht darüber ab, ob wir ein 
Spital haben wollen oder nicht, son- 
dern ob wir noch weiter Geld in ein 
altes Spitalgebäude stecken wollen 
oder in ein neues Gebäude investie- 
ren wollen. Meines Erachtens ist es 
an der Zeit, in ein neues Spitalgebäu- 
de zu investieren, das ist erstens ver- 
nünftiger und zweitens können und 
sollten wir uns diese Investition in 
die Zukunft angesichts des wieder 
guten Zustands des Staatshaushalts 
leisten.» 
«Es spricht zu viel gegen 
einen Neubau. Darum sagen 
wir ganz klar Nein. » 
ADO VOGT 
STV. ABGEORDNETER (DU) 
Peter Wachter, Harry Quaderer, Ado Vogt und Jack Quaderer (von links) werden zusammen mit Ivo Kaufmann das Nein- 
Komitee zur Abstimmung über den Neubau des Landesspitals bilden. (Foto: Michael Zanghellini)
	        

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