Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

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12. SEPTEMBER 2019 
Drillinge 
Hanni, Hanna 
und Hannes 
Die Kuh-Drillinge Hanna, Hannes 
und Hanni stehen mit ihrem Besitzer 
Florian Rein auf dem Öschbachtalhof 
(D). Die Kälber dürfen jetzt mehrere 
Monate bei ihrer Mutter aufwachsen 
und kommen dann in die Zucht oder 
Mast. (Foto: RM) 
Schulbeginn verschoben 
Schwere Unwetter 
auf Mallorca 
PALMA Mit heftigen Unwettern hat 
sich der Sommer auf Mallorca verab- 
schiedet. Stürme peitschten, Stark- 
regen fiel und Hagelkörner donner- 
ten von Dienstag auf Mittwoch auf 
die Insel nieder. Bäume stürzten 
um, Häuser und Strassen wurden 
überflutet, Stromverbindungen ge- 
kappt und Boote losgerissen. In klei- 
nerem Masse waren auch die Balea- 
rennachbarinseln Menorca, Ibiza 
und Formentera betroffen. In der 
Nacht zum Mittwoch war die Unwet- 
terwarnung zeitweise von der Stufe 
Orange auf Rot angehoben worden, 
wie die Behörden mitteilten. Für 
18 000 Schüler an 59 Schulen in der 
Serra de Tramuntana verschob sich 
der Schulbeginn nach den Sommer- 
ferien um einen Tag, wie die Nach- 
richtenagentur Europapress berich- 
tete. In der Berggemeinde Escorca 
fielen 154 Liter Regen pro Quadrat- 
meter. Das entspricht einem guten 
Viertel des jährlichen Niederschlags 
in Berlin. Am Flughafen der Balea- 
ren-Hauptstadt Palma gab es Verspä- 
tungen, einige Flüge mussten nach 
Ibiza umgeleitet werden. Auf der Ba- 
leària-Fähre Hypatia de Alejandría, 
die auf der Route von Barcelona 
nach Alcúdia unterwegs war, stürz- 
ten in der Nacht zum Mittwoch we- 
gen der wilden See mehrere 40-Ton- 
nen-Lastwagen um.  (dpa) 
Zu guter Letzt 
Singapur gibt Älteren mehr Zeit 
SINGAPUR In Singapur bekommen äl- 
tere Menschen mehr Zeit, um eine 
Strasse zu überqueren: Wer seine 
elektronische Seniorenkarte an ei- 
ne Fussgängerampel hält, hat zwi- 
schen drei und zwölf Sekunden län- 
ger grün. Inzwischen sind in dem 
südostasiatischen Stadtstaat mehr 
als 1000 Ampeln mit der Sonder- 
schaltung ausgestattet, viele davon 
in der Nähe von Altenheimen und 
Krankenhäusern. Das Programm 
«Green Man Plus» («Grünes Männ- 
chen Plus») gilt auch für Behinder- 
te. Die Seniorenkarte gibt es in Sin- 
gapur ab 60 Jahren. Der Stadtstaat 
gehört in Asien zu den Ländern mit 
überdurchschnittlich alter Bevölke- 
rung. Aktuell sind 13,7 Prozent über 
65 Jahre alt. Nach einer Studie der 
Vereinten Nationen (UNO) wird im 
Jahr 2050 sogar fast die Hälfte der 
Bevölkerung so alt sein. Die Univer- 
sity of College London (UCL) hatte 
kürzlich ermittelt, dass Fussgänger 
im Durchschnitt mit einer Ge- 
schwindigkeit von 1,2 Metern pro 
Sekunde über die Strasse gehen. Je 
älter man wird, desto länger braucht 
man.   (sda/dpa) 
Zwei Embryos erzeugt 
Hoffnung für das nördliche Breitmaulnashorn 
CREMONA Forscher haben einen wich- 
tigen Schritt zur Rettung des Nördli- 
chen Breitmaulnashorns gemacht. 
Im Rahmen einer künstlichen Be- 
fruchtung erzeugten sie zwei Embry- 
onen, die helfen sollen, das Überle- 
ben der vom Aussterben bedrohten 
Unterart zu sichern. Die Wissen- 
schaftler unter anderem des Berliner 
Leibniz-Instituts für Zoo- und Wild- 
tierforschung (IZW) hatten dazu 
kürzlich in Kenia Eizellen von den 
zwei letzten überlebenden Tieren 
entnommen und nach Italien ge- 
bracht. Diese hatten sie mit Sperma 
bereits verstorbener Bullen befruch- 
tet. Die erfolgreiche Befruchtung teil- 
ten das IZW und das Labor Avantea 
in Cremona mit. «Die Embyronen 
werden nun in flüssigem Stickstoff 
gelagert, um in der Zukunft in eine 
Leihmutter überführt zu werden», 
hiess es. Dies wird voraussichtlich 
ein Weibchen der verwandten Unter- 
art des Südliches Breitmaulnashorn 
sein. «Das gesamte Team entwickelt 
und plant diese Verfahren seit Jah- 
ren», sagte Thomas Hildebrandt vom 
Leibniz-IZW. Nach dem Herstellen 
der Embryonen mahnte allerdings 
Richard Vigne vom Wildtierreservat 
Ol Pejeta in Kenia, wo die letzten 
Weibchen leben: «Wir haben einen 
sehr langen Weg vor uns.» Einst zo- 
gen Nördliche Breitmaulnashörner in 
grosser Zahl durch Ost- und Zentral- 
afrika, sie wurden aber vor allem 
durch die Wilderei ausgerottet. Das 
letzte Männchen der Unterart, Su- 
dan, starb im vergangenen Jahr in Ol 
Pejeta. Die Nachricht vom Tod des 
Tieres ging um die Welt.   (sda/dpa) 
Wasserdampf entdeckt 
Planet bewohnbar? 
PARIS Bei der Suche nach Leben aus- 
serhalb unseres Sonnensystems ist 
ein Forscherteam womöglich einen 
Schritt vorangekommen: Astrono- 
men entdeckten zum ersten Mal Was- 
serdampf in der Atmosphäre eines 
fernen Planeten, der seinen Stern in 
der sogenannten bewohnbaren Zone 
umkreist. Das geht aus einer im Fach- 
magazin «Nature Astronomy» veröf- 
fentlichten Studie hervor. Der Him- 
melskörper sei der «vielversprechends- 
te Kandidat» für die Suche nach aus- 
serirdischem Leben.   (sda/afp) 
In schwedische Vorschule 
Kind brachte 
Granate mit 
STOCKHOLM Mit einer gefundenen 
Granate hat ein Kind in einer schwe- 
dischen Vorschule Angst und Schre- 
cken verbreitet. Die Polizei sperrte 
die Umgebung in Kristianstad ab, wie 
die Behörden mitteilten. Sprengstoff- 
experten machten die Granate un- 
schädlich. «Wir wissen nicht, welche 
Schäden es gegeben hätte», wenn sie 
explodiert wäre, sagte ein Polizei- 
sprecher. Das Kind hatte die Granate 
im Sommer auf einem militärischen 
Übungsgelände gefunden.  (apa/afp) 
Mission erfüllt Russischer Roboter Fedor nach Test im All ausgemustert 
MOSKAU Der jüngst aus dem All zurückgekehrte russische Roboter Fedor ist für Weltraum-Missionen ungeeignet und kann nicht wie geplant langfristig Menschen auf 
riskanten Weltraumspaziergängen ersetzen. «Er wird nicht mehr dorthin fl iegen. Es gibt für ihn dort nichts mehr zu tun, er hat seine Mission erfüllt», sagte der russische 
Entwickler Jewgeni Dudorow am Mittwoch. Mit Fedor hatte Russland im August erstmals einen humanoiden Roboter ins Weltall geschickt. Es war geplant, dass er Ast- 
ronauten assistiert und langfristig riskante Aufträge im Weltraum wie etwa Ausseneinsätze übernimmt. Jedoch stellte sich nun laut Dudorow heraus, dass seine Technik 
im Weltall nicht gut funktioniert, seine langen Beine seien ungeeignet für Ausseneinsätze. (Text: apa/afp; Foto: Keystone/ Roscosmos Space Agency Press Service photo via AP) 
Weltnachhaltigkeitsbericht 
warnt vor wachsender Ungleichheit 
Analyse Wohlstand und Wohlergehen für alle ohne Umweltzerstörung, so lassen sich die Nachhaltigen Entwicklungsziele grob zusammenfassen. Eine Ex- 
pertengruppe unter Berner Leitung hat die Fortschritte auf dem Weg dorthin unter die Lupe genommen. Und stellt ein schlechtes Zeugnis aus. 
Knapp 
zwei Wochen vor dem 
UNO-Nachhaltigkeitsgipfel 
präsentierte eine internatio- 
nale Expertengruppe in New 
York den ersten Weltnachhaltigkeits- 
bericht. Geleitet wurde die Gruppe 
von Peter Messerli von der Universi- 
tät Bern und der indonesischen Poli- 
tikerin Endah Murniningtyas, wie die 
Hochschule und die UNO mitteilten. 
Mit ihrer Agenda 2030 für Nachhal- 
tige Entwicklung hat die UNO im Jahr 
2015 17 Nachhaltigkeitsziele verab- 
schiedet, die Armut bekämpfen und 
das Wohlergehen der Menschen auch 
in Zukunft sicherstellen sollen. Die 
Expertengruppe um Messerli unter- 
suchte die Fortschritte beim Errei- 
chen dieser Ziele und sieht grossen 
Handlungsbedarf: Mit dem derzei- 
tigen Entwicklungsmodell sind die 
Nachhaltigkeitsziele demnach nicht 
erreichbar. 
Steigender Konsum keine Option 
Ein tiefgreifender Wandel im Verhält- 
nis zwischen Mensch und Natur sei 
nötig, hiess es weiter. Das Modell ei- 
nes Wirtschaftswachstums auf Basis 
stetig steigenden Konsums von Gü- 
tern sei keine Option mehr, auch 
wenn es Hunderten Millionen Men- 
schen Wohlstand gebracht hätte, 
hiess es weiter. Erstens ist es mit stei- 
genden Treibhausgasemissionen und 
Umweltschäden verbunden und hat 
die Welt nahe an Kipppunkte im glo- 
balen Klimasystem und beim Verlust 
der Artenvielfalt gebracht. Zweitens 
hat es Armut und Hunger nicht besei- 
tigt. Die Ungleichheit sei gross wie 
noch nie, was Innovationen, sozialen 
Zusammenhalt und nachhaltiges 
Wirtschaftswachstum untergrabe. 
Das Wirtschaftswachstum müsse von 
Umweltzerstörung entkoppelt wer- 
den, fordern die Autorinnen und Au- 
toren des Berichts. Gleichzeitig müs- 
sen dabei soziale und geschlechts- 
spezifische Ungleichheiten bei Wohl- 
stand, Einkommen und Zugang zu 
Chancen abgebaut werden. 
Wandel bei Ernährung bis Städtebau 
Die Expertengruppe empfiehlt, den 
Wandel bei einzelnen Schlüsselsyste- 
men voranzutreiben. Dazu gehören 
das Ernährungssystem, das Energie- 
system, Produktion und Konsum, so- 
wie ein Umdenken im Städtebau, hin 
zu kompakteren und effizienteren 
Städten. Der Bericht nennt auch 20 
konkrete Massnahmen für das kom- 
mende Jahrzehnt, um den Fortschritt 
hin zu den Nachhaltigen Entwick- 
lungszielen zu beschleunigen. Das Si- 
cherstellen eines universellen Zu- 
gangs zu guter Gesundheitsversor- 
gung, Bildung, Wasser- und Sanitär- 
infrastrukturen, Wohnen und sozia- 
lem Schutz unterstreichen die Exper- 
tinnen und Experten als wichtige Vo- 
raussetzungen für die Beseitigung 
von Armut und für menschliches 
Wohlergehen.   (sda)
	        

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