Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

Rad Strasse 
Mixed-Premiere ohne 
Schweizer Beteiligung 
Heute startet die Strassen- 
Europameisterschaft in Alk- 
maar. Dabei kommt es gleich 
zum Auftakt mit dem Staf- 
fel-Teamzeitfahren für 
Mixed-Nationalteams zu ei- 
ner Premiere. Drei Männer 
und dann drei Frauen pro 
Nation treten zu einer Prü- 
fung gegen die Uhr an. Die 
Schweiz stellt dabei heute 
kein Team. Seite 16 
Leichtathletik 
Sally Pearson 
tritt zurück 
SYDNEY Sally Pearson, 2012 Olym- 
piasiegerin sowie 2011 und 2017 
Weltmeisterin über 100 m Hür- 
den, tritt per sofort zurück. Ei- 
gentlich wollte die 32-jährige 
Aus tralierin die Weltmeister- 
schaften in Doha (27. September 
bis 6. Oktober) bestreiten, und 
auch die Olympischen Spiele 
2020 in Tokio waren ein Ziel. 
Nun aber zwang sie ihr Körper, 
vorzeitig einen Schlussstrich zu 
ziehen. Alleine in diesem Jahr 
kämpfte sie mit sechs Verletzun- 
gen. Zuletzt machte ihr wieder 
die Achillessehne zu schaffen. 
«Das war zu viel», sagte Pearson. 
Auch sonst war sie oft verletzt. So 
verpasste sie 2015 die Weltmeis- 
terschaften in Peking und 2016 
die Olympischen Spiele in Rio de 
Janeiro. Umso erstaunlicher war 
ihr WM-Triumph 2017, auch weil 
sie sich selbst trainierte. Deshalb 
bezeichnete sie diesen Titel als 
«stolzesten Moment. Ich habe mir 
damals selbst bewiesen, dass ich 
es noch schaffen kann». Nun aber 
musste die Kämpferin kapitulie- 
ren. «Es wird schwer sein, etwas 
zu finden, das mich genau so be- 
geistert. Ich genoss jede Minute», 
so Pearson. (sda) 
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MITTWOCH 
7. AUGUST 2019 
Heute 
Adi Hütter: «Wir werden mit der 
bestmöglichen Aufstellung spielen» 
Fussball Teil eins des grossen Europa-League-Krachers steigt für den FC Vaduz morgen im Rheinpark-Stadion. Der FCV 
empfängt im Hinspiel der 3. Qualirunde Eintracht Frankfurt. Trainer des Bundesligisten ist Adi Hütter. Der Vorarlberger 
spricht im «Volksblatt»-Interview über die Ziele und Euphorie in Frankfurt sowie das anstehenden Duell mit der Frick-Elf. 
VON ROBERT BRÜSTLE 
«Volksblatt»: Herr Hütter, Frankfurt 
startet erst am 18. August mit dem 
Heimspiel gegen die TSG Hoffen- 
heim in die neue Bundesligasaison. 
Ist das in Hinsicht auf die bereits 
laufenden Europa-League-Spiele ein 
grosser Nachteil? 
Adi Hütter: Bisher war das kein 
Nachteil. Wir mussten allerdings die 
Saisonvorbereitung auf diese Spiele 
abstimmen und anders steuern, als 
das letzte Saison der Fall war. 
In Frankfurt scheint die letztjährige 
Europa-League-Euphorie, als man 
erst im Halbfinale im Penaltyschies- 
sen an Chelsea scheiterte, bei den 
Fans auch in dieser Saison weiterzu- 
gehen. 48 000 Zuschauer waren in 
der 2. Qualifikationsrunde beim 
2:1-Rückspielsieg gegen Flora Tal- 
linn in der Commerzbank-Arena. 
Für einen doch eher unbekannten 
Gegner eine enorme Zahl. 
Das zeigt den Hunger, den unsere 
Fans auf die Europacupspiele ha- 
ben. Da ist es gar nicht so wichtig, 
gegen wen wir spielen. Die Frank- 
furter Fans leben Europa genauso, 
wie wir als Mannschaft das tun. Sie 
haben uns mit ihrer Begeisterung 
schon letztes Jahr durch die Europa 
League getragen. Deswegen ist un- 
ser ganz grosses Ziel, erneut die 
Gruppenphase zu erreichen. 
Wie waren Sie mit den beiden Auf- 
tritten Ihrer Mannschaft gegen Tal- 
linn zufrieden? 
Insgesamt haben wir uns vom ersten 
zum zweiten Spiel hin gesteigert. 
Wir haben defensiv nicht so viel zu- 
gelassen und offensiv immer wieder 
etwas versucht und Chancen heraus- 
gearbeitet. Natürlich funktioniert 
noch nicht alles. Aber das war auch 
nicht zu erwarten. Trotz allem sind 
wir souverän und verdient weiterge- 
kommen. 
In der 3. Qualifikationsrunde wartet 
nun der FC Vaduz. Sie kennen ja den 
Schweizer Fussball von Ihrer Zeit 
als Young-Boys-Trainer, die mit dem 
Gewinn des Meistertitels gipfelte, 
bestens. Wie schätzen Sie den Liech- 
tensteiner Club ein? 
Vaduz ist vielleicht ein wenig über- 
raschend weitergekommen, aber 
das spricht für die Heimstärke der 
Mannschaft. Als der FCV noch in der 
höchsten Schweizer Liga gespielt 
hat, haben wir mit Bern von vier 
Spielen keines gewonnen. 
Kennen Sie einige Spieler der jetzi- 
gen FCV-Mannschaft? 
Von den Spielern kenne ich natür- 
lich Milan Gajic gut, der bei mir in 
Bern gespielt hat. 
Und wie sieht es mit Trainer Mario 
Frick, dem ehemaligen Italien-Legi- 
onär und Liechtensteins National- 
mannschafts-Rekordtorschützen, 
aus? 
Natürlich kenne ich Mario Frick. 
Über ihn braucht man nicht viel zu 
sagen, er ist ein Idol des Liechten- 
steiner Fussballs. 
Frankfurt muss zuerst am Donners- 
tag auswärts im Rheinpark-Stadion 
antreten. Ein Vor- oder Nachteil? 
So etwas kann man vorher nie wirk- 
lich sagen. Tatsache ist, dass wir uns 
eine gute Ausgangsposition für das 
Rückspiel schaffen wollen. 
Für Frankfurt ist der Europa- 
League-Bewerb sicher sehr wichtig. 
Werden Sie die bestmögliche Forma- 
tion auflaufen lassen, oder bekom- 
men einige Akteure aus der zweiten 
Reihe ein Chance? 
Wir werden mit der zu diesem Zeit- 
punkt bestmöglichen Aufstellung 
spielen. 
Für Sie ist es das zweite Jahr als 
Trainer bei Eintracht Frankfurt. 
Wie verlief die bisherige Vorberei- 
tung, bei der ja unter anderem mit 
Luka Jovic (Real), Sébastian Haller 
(West Ham) und Kevin Trapp (PSG) 
wichtige Spieler aus dem letzten 
Jahr nicht mehr dabei sind? 
Bisher bin ich mit der Vorbereitung 
sehr zufrieden. Sicherlich haben wir 
Spieler nicht mehr dabei, die letzte 
Saison wichtig waren. Dafür haben 
wir aber interessante Neuzugänge 
mit Qualität dazu bekommen, die 
wir jetzt integrieren. Wir werden 
wieder eine spannende Mannschaft 
haben. 
Kommen wir noch auf den regiona- 
len Bezug zu sprechen. Sie sind in 
Hohenems geboren und spielten im 
Nachwuchs des SCR Altach. Auch als 
Profi und als Trainer waren Sie un- 
ter anderem bei Altach engagiert. 
Somit also in unmittelbarer Nähe zu 
Liechtenstein. Haben Sie Bezugs- 
punkte zum Nachbarland? 
Im Nachwuchs habe ich einige Spie- 
le mit der Vorarlberger Auswahl ge- 
gen Liechtenstein bestritten. Und 
ich erinnere mich natürlich auch an 
die Duelle mit dem FC Vaduz als 
Trainer der Young Boys. 
Vielleicht zum Abschluss: Eintracht 
Frankfurt ist für den FC Vaduz na- 
türlich ein Traumlos. Der Ansturm 
auf die Tickets ist riesengross. Was 
dürfen sich die Fans am Donnerstag 
im ausverkauften Rheinpark-Stadi- 
on von dieser Partie erwarten? 
Die Fans dürfen ein attraktives Duell 
erwarten. Vaduz hat seine Qualitä- 
ten ja schon gegen den Fehervar ge- 
zeigt und wird auch gegen uns si- 
cher alles geben. Wir werden im 
Rheinpark-Stadion gut vorbereitet 
antreten. 
Mehr zum anstehenden Europa-League- 
Kracher FC Vaduz gegen Eintracht Frankfurt 
lesen Sie auf Seite 13 
Adi Hütter kennt das Rheinpark-Stadion von seiner erfolgreichen Zeit als YB-Trainer, nun kommt er mit Frankfurt. (Foto: RM) 
Für Adi Hütter ist es die zweite Saison als Trainer bei Eintracht Frankfurt. Im 
Vorjahr führte er die Hessen bis ins Halbfi nale der Europa League. (Foto: RM) 
ADI HÜTTER 
Porträt 
Adi Hütter 
Geburtstag: 11. Februar 1970 
Geburtsort: Hohenems, Österreich 
Position als Spieler:  Mittelfeld 
Stationen als Trainer 
Als Cotrainer 
2007 – 2008: Red Bull Juniors 
Als Cheftrainer 
2008 – 2009: Red Bull Juniors 
2009 – 2012: SCR Altach 
2012 – 2014: SV Grödig 
2014 – 2015: FC Red Bull Salzburg 
2015 – 2018: BSC Young Boys 
Seit 2018: Eintracht Frankfurt 
Stationen als Spieler 
Junioren 
Bis 1988: SCR Altach 
Aktive 
1988 – 1989: Grazer AK 
1989 – 1991: LASK 
1991 – 1992: SCR Altach 
1992 – 1993: Grazer AK 
1993 – 2000: SV Austria Salzburg 
2000 – 2002: Grazer AK 
2002 – 2005: Kapfenberger SV 
2005 – 2007:  Red Bull Juniors 
Nationalmannschaft 
1994 – 1997: Für Österreich erzielte Adi Hüt- 
ter in 14 Spiele drei Tore 
Quelle: Wikipedia 
«Die Frankfurter Fans leben 
Europa genauso, wie wir 
als Mannschaft das tun.» 
«Über Mario Frick braucht 
man nicht viel zu sagen, 
er ist ein Idol des 
Liechtensteiner Fussballs.» 
«Unser grosses Ziel in der 
Europa League ist, erneut die 
Gruppenphase zu erreichen.» 
Eishockey 
Jonas Hiller hört 
nach der Saison auf 
BIEL Der Bieler Torhüter Jonas 
Hiller hat angekündigt, nur noch 
ein Jahr zu spielen. Dann läuft 
der Vertrag des 37-Jährigen mit 
den Seeländern aus. «Der Ent- 
scheid ist gefallen, das ist mein 
letztes Jahr», sagte Hiller gegen- 
über dem «Journal du Jura». So- 
mit geht 2020 eine grosse Karrie- 
re zu Ende. Der Appenzeller be- 
stritt für die Anaheim Ducks und 
die Calgary Flames 437 Partien in 
der NHL und feierte 26 Shutouts. 
Im Jahr 2011 wurde er als zweiter 
Schweizer Spieler nach Mark 
Streit zum All-Star-Game eingela- 
den. 2016 kehrte Hiller in die 
Schweiz zurück und schloss sich 
dem EHC Biel an. Mit dem Routi- 
nier im Tor erreichten die See- 
länder dreimal die Play-offs, in 
den vergangenen beiden Saisons 
qualifizierten sie sich für die 
Halbfinals. Zuvor war den Bie- 
lern letztmals 1990 der Sprung in 
die Top 4 gelungen. In diesem 
Jahr fehlte gar nur wenig zum Fi- 
naleinzug; im Halbfinal gegen 
Bern führte Biel mit 3:2 Siegen. 
Vor dem Engagement in Nord- 
amerika war Hiller in der höchs- 
ten Schweizer Liga für Lausanne 
und Davos tätig. Mit den Bünd- 
nern gewann er 2002, 2005 und 
2007 den Meistertitel. 2005 und 
2007 wurde er zum besten Tor- 
hüter der National League (zuvor 
NLA) gewählt. (sda)
	        

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