Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2019)

Wende 
US-Notenbank gibt 
Zinsentscheid bekannt 
Der Offenmarktausschuss 
der Fed berät heute zur 
Zinspolitik. Experten rechne- 
ten im Vorfeld mit einer 
Zinssenkung. Seite 10 
Eurozonen-Wirtschaft 
Stimmung fällt auf 
Vier-Jahres-Tief 
BRÜSSEL/BERLIN Die Stimmung in 
der Wirtschaft der Eurozone ist 
so schlecht wie seit vier Jahren 
nicht mehr. Das entsprechende 
Barometer fiel im Juli um 0,6 auf 
102,7 Punkte, wie die EU-Kom- 
mission am Dienstag mitteilte. 
Von Reuters befragte Ökonomen 
hatten einen noch etwas stärke- 
ren Rückgang auf 102,6 Zähler be- 
fürchtet. Besonders in der Indust- 
rie machte sich angesichts von 
schwächerer Weltkonjunktur, 
Handelskonflikten und der Unsi- 
cherheiten rund um den Brexit 
vermehrt Pessimismus breit. 
Aber auch Dienstleister, Einzel- 
händler und Baubranche melde- 
ten eine Eintrübung. Lediglich 
die Verbraucher zeigten sich opti- 
mistischer. Das Barometer sank 
besonders in Deutschland kräftig. 
Hintergrund ist, dass die ex- 
portabhängige Industrie stark un- 
ter der schwächeren Weltkon- 
junktur leidet. In Frankreich 
blieb das Barometer hingegen sta- 
bil, während es in den Niederlan- 
den, Italien und Spanien sogar 
anzog. (awp/sda/reu) 
null 
MITTWOCH 
31. JULI 2019 
Heute 
Die Schweizer KMU machen den Grossteil der Importeure und Exporteure und die Hälfte des Aussenhandels aus. (Symbolfoto: Shutterstock) 
KMU machen die Hälfte des 
schweizerischen Aussenhandels aus 
Wachstum Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind der Motor der Schweizer Volkswirtschaft – Auch im Aussenhan- 
del. Laut Eidg. Zollverwaltung (EZV) waren 2016 neun Zehntel der im Export- und Importgeschäft tätigen Unternehmen KMU. 
KMU  waren 2016 für 45 Prozent der 
Aus- und für 60 Prozent der Einfuh- 
ren verantwortlich, erklärt die EZV. 
Im Jahr 2016 waren in der Schweiz 
586 214 Unternehmen registriert. 
Davon waren 9 Prozent oder 50 589 
im Exportgeschäft tätig. Mit 45 639 
Firmen nahmen die KMU, das sind 
Firmen mit weniger als 250 Beschäf- 
tigten, zahlenmässig am stärksten 
daran teil. Die Anzahl der Grossun- 
ternehmen belief sich lediglich auf 
1075 Unternehmen, was einem An- 
teil von 2 Prozent entsprach. 
Mehr Firmen importieren 
Mit 178 960 Unternehmen waren 3,5- 
mal so viele Firmen im Import wie im 
Export tätig. Während die KMU mit 
einem Anteil von 87 Prozent auch auf 
der Importseite dominierten, kamen 
die Grossunternehmen quantitativ 
auf einen Anteil von knapp einem 
Prozent. Die Gesamtausfuhren im 
Jahr 2016 betrugen 298 Milliarden 
Franken, wovon 159 Milliarden Fran- 
ken auf die Grossunternehmen ent- 
fielen. Die KMU tätigten 45 Prozent 
oder 136 Milliarden Franken der Ge- 
samtexporte. Auf die KMU entfielen 
60 Prozent der Gesamtimporte im 
Wert von 266 Milliarden Franken. 
Die Grossunternehmen bezogen Gü- 
ter im Wert von 98 Milliarden Fran- 
ken aus dem Ausland. 
Der Überschuss in der Handelsbilanz 
von 32 Milliarden Franken resultierte 
ausschliesslich aus den Aussenhan- 
delsaktivitäten von Grossunterneh- 
men, die einen Betrag von 60 Milliar- 
den Franken beisteuerten. Die KMU 
hingegen erwirtschafteten im Aus- 
senhandel ein Defizit von 24 Milliar- 
den Franken.   (sda) 
Swiss spürt keinen 
«Greta-Eff ekt» bei der Nachfrage 
Klimasünder Von Flug- 
scham keine Spur: Die Dis- 
kussionen rund um das 
Klima und den hohen 
CO2- 
Ausstoss beim Fliegen halten 
Swiss-Passagiere nicht vom 
Fliegen ab. 
«Wir haben bisher keine Auswir- 
kungen der Klimadebatte auf die 
Nachfrage festgestellt», sagte Swiss- 
Finanzchef Michael Niggemann in 
einem Videointerview mit der Nach- 
richtenagentur AWP. «Wir verzeich- 
nen sogar eine höhere Auslastung 
gegenüber dem Vorjahreszeit- 
raum.» In den ersten sechs Monaten 
toppte die Swiss den Vorjahresre- 
kord bei den Passagieren nochmals, 
sie zählte über 3 Prozent mehr Pas- 
sagiere. 
Das Klima sei für die Swiss aber ein 
sehr bedeutendes Thema, sagte Nig- 
gemann weiter. «Ich denke, es sollte 
ein wichtiges Thema für uns alle 
sein.» Die Swiss engagiere sich hier 
seit Jahren. Zuvorderst seien Milli- 
ardeninvestitionen in die Flotte zu 
nennen. Die modernen Flugzeuge 
verbrauchen weniger Kerosin. Auch 
in der zweiten Jahreshälfte sollen 
zwei neue Boeing 777-300ER in 
Empfang genommen werden. 
Regulierung zum Klimaschutz 
Die CO2-Emissionen will die Swiss 
zudem vor allem mit effizienteren 
Prozessen am Boden und an der Luft 
im Zaum halten. «Wir fordern seit 
Jahren einen einheitlich geregelten 
europäischen Luftraum – den «Sing- 
le European Sky» für effizientere 
Streckenführung und entsprechend 
weniger Treibstoffverbrauch», sagte 
Niggemann. Und schliesslich unter- 
stütze die Swiss das internationale 
Abkommen Corsia, mit dem es ab 
dem Jahr 2020 zu einem CO2-neutra- 
len Wachstum in der Industrie kom- 
men soll. 
Es wird mehr geflogen 
Die globale Flugindustrie wächst 
und wächst. Laut Zahlen der Um- 
weltschutzorganisation WWF ist die 
Fliegerei für weltweit knapp 5 Pro- 
zent des menschengemachten Kli- 
maeffekts verantwortlich, in der 
Schweiz sogar für über 18 Prozent. 
Frankreich will nun ab Anfang 2020 
eine Umweltsteuer auf Flugtickets 
erheben. Auch in der Schweiz wird 
eine CO2-Abgabe auf Flugtickets dis- 
kutiert. Die Klimadebatte ist dieses 
Jahr insbesondere von den Protesten 
von Schülern und Aktivisten voran- 
getrieben worden, die auf die schwe- 
dische Schülerin Greta Thunberg zu- 
rückgehen.   (awp/sda) 
Flugscham scheinen die Passagiere der Swiss nicht zu haben. (Foto: Keystone) 
Wirtschaftswachstum 
KOF-Konjunkturbarometer 
steigt im Juli deutlich 
ZÜRICH Der Gegenwind für die 
Schweizer Konjunktur lässt gemäss 
dem neuesten KOF-Konjunkturbaro- 
meter etwas nach. Der von der Kon- 
junkturforschungsstelle der ETH Zü- 
rich berechnete Frühindikator ist im 
Juli erstmals seit März wieder gestie- 
gen. Konkret legte das Barometer im 
Berichtsmonat um 3,3 auf 97,1 Zäh- 
ler zu, wobei auch der Vormonats- 
Wert leicht nach oben revidiert wur- 
de (+0,2 Pkt). Der für den Juli ausge- 
wiesene Wert liegt deutlich über den 
Schätzungen: Die von der Nachrich- 
tenagentur AWP befragten Ökono- 
men hatten den Indikator im Vorfeld 
lediglich im Bereich von 92,5 bis 
95,0 Punkten erwartet. Zum Aufat- 
men ist es allerdings noch zu früh. 
Das Barometer zeige nach wie vor ei- 
ne unterdurchschnittliche Dynamik 
an, heisst es nämlich in der Mittei- 
lung der KOF vom Dienstag. Die 
Schweizer Konjunktur schwächle so- 
mit weiterhin. 
Ausland wirkt weiter bremsend 
Etwas günstigere Signale als bis an- 
hin kommen laut KOF vom Verarbei- 
tenden Gewerbe, von den übrigen 
Dienstleistungen, vom Gastgewerbe 
und von den Finanz- und Versiche- 
rungsdienstleistungen. Die Bauwirt- 
schaft trage ebenfalls leicht zur posi- 
tiven Entwicklung bei. Und die Kon- 
sumperspektiven seien praktisch un- 
verändert. Bremsend wirkten dage- 
gen die Indikatoren für die Nachfra- 
ge aus dem Ausland. Im Produzie- 
renden Gewerbe (Verarbeitendes Ge- 
werbe und Baugewerbe) stärken den 
Angaben zufolge vor allem die Indi- 
katoren zur Wettbewerbssituation 
und zur Beschäftigtenzahl das Baro- 
meter. Dagegen seien die Indikato- 
ren zum Vorprodukteeinkauf nach 
unten gerichtet. Insgesamt hätten 
sich die Perspektiven für das Produ- 
zierende Gewerbe aber spürbar auf- 
gehellt, heisst es. 
Im Verarbeitenden Gewerbe seien die 
Aussichten derweil vor allem für die 
Bereiche Elektroindustrie und Nah- 
rungs- und Genussmittel günstiger, 
schreibt die KOF. Aber auch für den 
Maschinen- und Fahrzeugbau, den 
Metallbereich und die Textil- und Be- 
kleidungsindustrie hellten sie sich et- 
was auf. Eingetrübt hätten sich hinge- 
gen die Aussichten für die Bereiche 
Holz, Glas, Steine sowie Papier, Druck 
und die Hersteller sonstiger Waren. 
Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein 
Frühindikator für die Entwicklung 
der Schweizer Konjunktur. Es handelt 
sich um einen Sammelindikator, der 
sich aus einer Vielzahl von Einzelin- 
dikatoren zusammensetzt. Diese wer- 
den über statistisch ermittelte Ge- 
wichte zu einem Gesamtindikator zu- 
sammengefasst.   (awp/sda) 
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